Meer Europa

Einmal um den Kontinent

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Tag 198 (24.04.2017) / Frankreich: Cassis -> Le Lavandou

Strecke: 91 km (10:15 – 18:15 Uhr)

Cassis: Von mächtigen Bergen eingerahmt. Und von Wein. Ausgesprochen schöne Ausreise aus dem Städtchen.

mighty

Wenig später durch den Weinberge des Bandol geradelt. Einen Weißen dann auch im gleichnamigen Städtchen getrunken. Extraklasse!

Schließlich einen weiteren Halt in Sanary gemacht. Pittoresker Hafen. Die Promenade hatte mondäne Anflüge.

frontal

Ich hatte gelesen, dass während der Naziherrschaft in Deutschland große deutsche Schriftsteller wie Thomas Mann, Lion Feuchtberger und Stefan Zweig in diesem ehemaligen Fischerdorf zeitweise Exil gefunden hatten. Als ich dann am Tourist-Office die Gedenktafel sah, war ich erstaunt wie viele Namen dort eingraviert waren. Es schien als sei das halbe literarische Deutschland vor den Nazis an die Côte d’Azur geflohen. Beeindruckende Liste.

who is who

Was ist von diesen Geistesolymp an diesem Ort noch geblieben?
Ich konnte dem nicht nachspüren. Auf den ersten Blick unterschied sich Savigny nicht von anderen touristischen Orten entlang der französischien Riviera.

ins Herz

Der Rest des Tages ist schnell erzählt.
Es passierte nichts mehr.

Bis… bis auf die Tatsache, dass mir erst jetzt auffiel, dass fast alle Ortsschilder in zwei Sprachen geschrieben waren.
Französisch und Okzitanisch. Aber wer sprach das hier noch?

in beiden Sprachen wohlklingend

Unterkunft in Le Lavandou. Hotel „Le Terminus“. So langweilig wie der Ort selbst. Weniges wurde es langsam wieder ein wenig billiger. 50 Euro (ohne Frühstück). Fahrrad in Abstellkammer untergebracht.

Tag 197 (23.04.2017) / Frankreich: Marseille -> Cassis

Strecke: 31 km (10:45 – 13:15 Uhr)

Am Morgen konnte ich einem Marseiller Café ein wenig den Gesprächen folgen. Überwiegend von Franzosen maghrebinischer Herkunft besucht. Fast alle Satzfetzen, die ich verstand, handelten von der heutigen ersten Runde der Präsidentschaftswahl. Die meisten Diskutanten wollten überhaupt nicht zur Wahl. Einige wenige sprachen sich laut für Macron aus.
Ich hatte einen Außenplatz. Eine junge Frau gesellte sich zu mir, fragte, ob es mich stören würde, wenn sie rauchte. Ohne die Antwort abzuwarten, zündete sie den Stengel an. Auch sie eine Französin mit maghrebinischem Migrationshintergrund (wie sich das schon anhört – mit fällt aber nicht ein, wie sich das politisch korrekt formulieren lässt.) Ich fragte sie (gebrochenes Französisch), für wen sie stimmen würde. Sie schüttelte den Kopf und bedeutete, dass sie nicht zur Wahl ginge. Dann wollte sie von mir wissen, ob ich Le Pen „lieben“ würde?
Sie verstand meine Entgeisterung nicht wirklich.
Und ich verstand, dass ich mich in Le Pen Country bewegte. Hier im Süden hatte die rechtsextreme Dame verdammt viele Anhänger.

Ich war gespannt, wie am Abend das Ergebnis ausfallen würde. Ob Europa gesprengt oder als Friedens- und Demokratieversprechen weiter entwickelt werden konnte.

Ich hatte beschlossen, mehr oder weniger einen Ruhetag einzulegen. Meine Kraft ließ merklich nach und ich verzichtete darauf, die spektakulären Fjorde des Calenques-Nationalparks abzuradeln. Es hätte mich heute überfordert.

Hohlgasse

Stattdessen fuhr ich direkt nach Cassis, rund 30 Kilometer östlich von Marseille gelegen und gemütlich zu erreichen. In Cassis begann die Côte D’Azur.

klassisch

Obwohl überlaufen,

klassisch

hatte sich das einstige Fischerdorf seinen alten Charme bewahrt.

Farbenmut

Sogar einige ruhige Gassen luden zum Innehalten ein.

Straßenruh

Ich quartierte mich ein und ließ es mir gut gehen.

Um 20 Uhr dann die ersten Hochrechnungen der Präsidentschaftswahl auf dem Handy verfolgt. Vor Ärger über das Le Pen Ergebnis richtete ich eine kleine Katastrophe an. Schüttete aus Versehen ein ganzes Glas Rotwein über den Tisch. Das französische Publikum im Restaurant schien wenig interessiert. An mir und an der Politik.

Unterkunft: Hotel „Laurence“. Schon etwas bejahrt. Zuvorkommender Service. 55 Euro (ohne Frühstück). Fahrrad Foyer abgestellt.

Tag 196 (22.04.2017) / Frankreich: Saintes-Maries-de-la-Mer -> Marseille

Strecke: 107 km (09:15 – 18:00 Uhr)

Vor schätzungsweise 35 Jahren hatte ich schon einmal Saintes-Maries-de-la-Mer besucht. Damals ein verschlafenes Nest, das außerhalb der berühmten Wallfahrt der Zigeuner wie eingemottet wirkte.
Wie sehr hat sich das einstige Fischernest verändert. Parktisch kein Haus, das nicht zum Restaurant, zur Bar, zum Souvernishop ausgebaut wurde. Der alte Hafen zum Yacht-Marktplatz erweitert. Erneut demonstrierte der Massentourismus seine egalitäre Kraft: Alles sah gleich aus. Wie überall. Es war schwierig, überhaupt noch ein paar Ecken zu finden, die ein Fitzelchen des „Alten“ bewahrt hatten.

wehrhaft

geschattet

Ich machte mich rasch auf den Weg.
Die Meerfarben hatten eine Licht-Kraft, die Maler begeistern würde.

gleißend

Die Camargue flach,

farblich abgestimmt

das Rhonedelta seicht und brackig.

Abfluß

Eine 30 Kilometer lange Sandpiste ermöglichte Wanderern und Radfahrern den Zugang.

Zufahrt

Ich fuhr langsam, genoss die absolute Stille. Immer wieder hielt ich.

Ich sah Herden von Flamingos, Schwärme von weißen Camargue-Pferden, Scharen von schwarzen Rindern.

Wildlife

Nach 3 Stunden brachten eine Fähre mein Fahrrad und mich über einen Rhone-Arm aus der Camargue heraus.

bequem

Ich nahm Fahrt auf Richtung Marseille.
Sah irgendetwas im Gebüsch rot blitzen und fotografierte schnell, bevor das Etwas sich unsichtbar machte.
Welch eine Pracht! Fasan?

Wildlife 2

Unterwegs immer wieder kleine sympathische Provinzstädtchen.

wie gemalt

Ich verweilte nicht lange. Ich hatte es eilig. Ich wollte rechtzeitig in Marseille sein. Das Ladekabel meines Laptops war gebrochen. Ich brauchte ein neues. Musste also vor Ladenschluss ankommen.
In Hafennähe gab es riesige Einkaufskomplexe. Ein Türsteher bewachte mein beladenes Fahrrad, während ich in das Einkaufszentrum hechtete und mir ein Ersatzkabel besorgen konnte.
(Auf dieser Reise hatte ich ziemlichen Materialverschleiß. Sowohl am Fahrrad als auch an meiner Fotoausrüstung und meinem Computer-Equipment.)

Dann Marseille genossen. Eine Stadt, die mich sofort gefangen nahm. Nicht wirklich schön, aber pulsierend.

am großen Rad drehen

Irres Völkergemisch.

that’s citylife

Lautes Nachtleben.

Unterkunft: Hotel „Lutetia“. Nahe am Alten Hafen. Etwas gammeliger Eindruck, aber völlig okay. Sehr netter Empfang. Fahrrad in Kammer untergebracht. 50 Euro (ohne Frühstück).

Tag 195 (21.04.2017) / Frankreich: Gruissan -> Saintes-Maries-de-la-Mer

Strecke: 159km (09:00 – 20:45 Uhr)

Heute war eine Kopie von gestern.

Abschied

Nicht die Küste war interessant. Ausschließlich das Hinterland. Schnell lag Gruissan hinter mir und die Weinlanschaft des Languedoc vor mir.

Das Weinjahr beginnt

Einige meiner roten Lieblingsweine kommen von hier. Viele davon sind biologisch erzeugt.
Keine Herbizide, um das Unkraut zu beseitigen. Hand- und Maschinenarbeit sind nötig, um den Boden zu bereiten.
So wie hier mit diesem eigentümlichen Getüm, das laut knatternd jätete. Château d’Anglès.

Klapperkiste

Die Schlösser der Weingüter nicht ganz so herausgeputzt und herrschaftlich wie die im Bordeaux.
Château la Négly.

Weinschloss

Kurz nur zweigte ich Richtung Küste ab.

à la plage

Aber die Retortensiedlungen – in denen Häuser, Boote und Yachten sich stapelten –

Stapelboote

trieben mich wieder ins Hinterland.

schleusengefangen

Erneut folgte ich Kanälen

Kanalweg

und wilden Wegen.

kanalrot

kanallila mit kanallgelb

Ganz selten eine Siedlung.

kanalblau

Kilometerlang ging es auf schmalen, sehr schmalen Streifen durch die Lagunen.

kanalvoll

Ein Hochgenuß. Ich vergaß die Zeit und spürte die Entfernung nicht mehr. Ich radelte und radelte. Und erreichte nach fast 160 Kilometern schließlich die Camargue.

Sonnenpferd

Saintes-Maries-de-la-Mer empfing mich freundlich.

Unterkunft: Hotel „Le Mirage“. Familiengeführt. Außerordentlich sympathisch. Einfache Zimmer. Völlig okay. (64 Euro mit Frühstück).

Tag 194 (20.04.2017) / Frankreich: Collioure -> Gruissan

Strecke: 93 km (10:00 – 18:00 Uhr)

Die Pyrenäenspitzen noch mit einer Schneehaube, während im Tal die Weinblüte begann. Ich durchfuhr die berühmten Hanglagen des Banyuls. (Mir zu süß, auch wenn es ein Desertwein ist. Vielleicht ist es der Hauch von Rosinengeschmack, der mich schreckt.)

Weinschnee

Kaum in der Ebene angekommen, ging meinem Hinterrad die Luft aus. Ich hatte doppeltes Glück. Zum einen lag Argelès-sur-Mer nur einen Kilometer weg – und ein Fahrradladen hatte dort am frühen Morgen bereits geöffnet. Schneller Service. Ein ziemlicher fieser Dorn hatte sich in den Reifen gebohrt und den Schlauch gepiekst.
Zum zweiten. Ich besaß keinen Ersatzschlauch mehr. (Unterwegs aufgebraucht.) Ich konnte heute wieder Vorrat kaufen.

Skelett

Die Küstenlinie: Sand, Sand, Sand. Langgezogene Strände. Ab und zu Retortensiedlungen. Wer nicht gerne surft, für den ist es  uninteressant.

higher than the sky

Die eigentliche Attraktion war das Hinterland: Eine bezaubernde Lagunenlandschaft. Mit altertümlichen Fischerkaten.

nicht für die Ewigkeit

Zeigt nagt

Und herrlichen Seen.

zeitlos

Auch mal steppenartige, fast schon wüstenhaftes trockenes Flachland.

platt

Ich folgte überwiegend langgezogenen Kanälen. Oder Seitenkanälen. Oder Verbindungskanälen. Bald blickte ich nicht mehr durch. Manchmal glaubte ich, über offene See zu fahren. Auf einer schmalen Sandpiste, die auf das Wasser gelegt wurde. Wer die Kanäle geschaffen hat, wie alt die Anlagen waren, ich wusste es schlicht nicht.  Der „Canal du Mid“i ist ja schon im 17. Jahrhundert von Tausenden Arbeitern ausgeschaufelt worden. Waren all die anderen Wasserstraßen genauso alt? Ich hatte Stoff zum  Nachlesen.

Auf manchen Kanälen schipperten ein paar wenige Touristen. (Meist parkten sie irgendwo im Schatten und ließen es sich an Bord mit Wein und Baguette gutgehen.)

Kanal voll

Eher selten waren Fischerhäuser.

Kanal gar nicht voll

Wirtschaftswege begleiteten die Kanäle. Gut befahrbare Schotterpisten oder Sandwege.

Kanal leer

immer grad aus

Der Tag wurde zum Genuß. Er machte mir richtig Spaß. Ich wollte, dass der Abend sich heute verspätete.

Dürre wo Wasser ist

Relativ früh erreichte ich dennoch Gruissan. Eine von Süßwasser umflossene Trutzburg. Das Mittelmeer nur einen Steinwurf weit weg.

Wasserdorf

Entspannte Atmosphäre im Dorfkern.

Querschnitt

noch ein Querschnitt

Die schönen Straßen noch nicht überlaufen. (Während auf der anderen Seite – am Yachthafen – es bereits ziemlich rummelte.)

Hochschnitt

Fast quadratisch

Ich genoß den milden Frühlings-Abend.

Weinlaube

Unterkunft: Hotel „Le Mirage“ am Yachthafen. Gesichtsloser Klotz. Fahrrad in Garage untergestellt. 70 Euro (ohne Frühstück).

Tag 193 (19.04.2017) / Frankreich: Pause in Collioure

Ich wurde mir nicht klar darüber, ob ich schon früh am Morgen einer Anti-Terror-Übung zusah oder einer öffentlichen Kadettenausbildung der französischen Marine.

martial arts 1

Jedenfalls tummelten sich zwei Dutzend junger Kerle in Neopren und mit wasserdichten (Spielzeug?)-Maschinengewehren im Hafen von Collioure und spielten Krieg.

martial arts 2

Die Touristen nahmen nur kurz Notiz von ihnen. Die Einheimischen schon gleich gar nicht.
Merkwürdige Zeiten.

martial tourism

Collioure: eine einzige Postkarte.

martial sea

Mit netten Straßen,

beschirmt

schönen Details,

pastell

und einem kleinen Markt.

auch Ton in Ton

Ich fühlte mich wohl unter all den frenchmen.

alles Wurst

Ich war wie alle.
Ich war Masse.

Und entwickelte ziemlichen Hunger.

gesotten

fein

Tag 192 (18.04.2017) / Spanien: Palomás -> Collioure (Frankreich)

Strecke: 114 km (10:15 – 20:45 Uhr)

Vielleicht wollte sich Spanien zum Abschied noch einmal von seiner sympathischen Seite zeigen. Ich rollte Richtung Frankreich, etwas von der Küste versetzt. Es begann mit einen sehr schönen Feldweg.

Flachweg

Ich kreuzte Bäche …

Bachweg

… und ließ mittelalterliche Dörfchen links liegen.

Burgweg

Bog auch mal ab. Und tauchte ein.

Marktplatzweg

Am frühen Nachmittag trank ich einen Wein in der einzigen Bar eines Dorfes. Als ich zahlen wollte, konnte ich mein Portemonnaie nicht aus der Gesäßtasche ziehen, der Reißverschluss klemmte. Ich bekam ihn auch mit Gewalt nicht auf. Die Wirtin bemerkte es, und machte sich resolut an meinem Hintern zu schaffen. Sie bekam den Geldbeutel irgendwann frei. Und sie gab mir noch einen spanisches Sprichwort mit auf den Weg: „Más vale maña que fuerza!“ (Mit Geschicklichkeit kommst Du weiter als mit Kraft.)

Kurz: Im Hinterland war Spanien ganz Provinz. Unverstellt. Angenehm.

Sogar die Küstenbebauung nahm leicht ab.

Kieselweg

Dann aber schien es, als stemmte sich das Land dagegen, dass ich es verließ. Steil ging es bergauf. Dazu jazzte ein frontaler Wind, der schon Sturm war. Zigmal musste ich vom Rad, um nicht umgeblasen zu werden.

Ich nahm mir die Atempause, um  kurz  Bilanz zu ziehen nach etwas mehr als 2.000 Kilometer spanischer Küste, die ich rauf und runter gefahren war. Auch wenn am Schluss mein Aufmerksamkeitsmuskel fast vollständig zugemacht hatte. Auch wenn ich immer mehr Wut angesammelt hatte auf das architektonische Desaster der Mittelmeerküste: Ich liebte dieses Land. In jeder Bar wurde ich gut empfangen, in (fast) jedem Restaurant gab es hervorragendes Essen, an jeder Hotelrezeption wurde ich interessiert befragt. Großzügigkeit war überall zu spüren.  

Eine letzter Blick zurück – auf Portbou – und auf Spanien.

Steilweg

Nach dem Pass öffnete sich Frankreich vor mir.
Mit verlassenen ehemaligen Zollhäuschen.

Ach wie schön ist Europa

Und mit einem Wahlplakat von Marie Le Pen. Die Europahasserin und -zerstörerin wirbt für sich als neue Präsidentin der Grande Nation direkt an der Grenze zu Spanien. Am Sonntag sind Wahlen.

blonde poison

Der Gegenwind steigerte sich fast zum Orkan, aber die  Pyrenäenausläufer wurden langsam sanfter. Und: es fehlten die weißen Pünktchen in den Bergen. Nirgends weißgetünchter Beton wie an der spanischen Küste.
Eine Augenweide.

Vive …!

Mit Anbruch der Dunkelheit in Collioure eingefahren.

Unterkunft: Hotel Le Frégate. Sehr schön gelegen (Hafennähe). Sehr angenehmer Empfang. Fahrrad in Empfangshalle abgestellt. 65 Euro (ohne Frühstück).

Kulinarisches Brevier: Spanien / Teil 4

Einzelheiten der kulinarischen Reise entlang der spanischen Mittelmeerküste werden noch nachgeliefert.
Vorerst „nur“ einmal die Fotos der (meist) köstlichen Gerichte, die ich unterwegs gegessen habe.

Huelva

Lepe

Sevilla

Vetaherrado

Jerez

Zahara de los Atúnes

Tarifa

Gaucín

Ronda

Pizzara

Rincón de la Victoria

Salobreña

La Rábita

Almería

San José

Mojácar

Cartagena

Alicante

Torrevieja

Altéa

Denia

Valencia

Alcossebre

Almarda

Deltebre

Cambrils

Barcelona

Palamós

Tag 191 (17.04.2017) / Spanien: Barcelona -Palomás

Strecke: 121 km (09:30 – 20:00 Uhr)

Selten glückt es mir, leicht aus einer Großstadt herauszufinden. Diesmal bin ich nur der Strandlinie gefolgt – und schon war ich draußen.
Danach 40, 50 Kilometer das Übliche: Rechts der langgezogene Sandstrand (manchmal mit kleinen Dünen). Links Haus an Haus. Eigentlich hatte ich immer das Gefühl in einer Stadt zu sein, obwohl Barcelona schon lang hinter mir lag. Aber es war Provinz. Einstige Fischer-Siedlungen, die zu einem Riesen-Straßen-Dorf zusammengewachsen waren.

Ab und zu ein paar schöne Ecken. Ab und zu auch ein paar Nacktbadestrände.

unkleidsam?

Ich wählte absichtlich die Küstenstrecke, um zu meinem Ziel, Palomás, zu gelangen. In der Hoffnung, noch ein wenig Natur zu atmen. Die Straße führte die letzten 3 Stunden in anstrengenden Serpentinen durch eine zerklüftete Berglandschaft.

Ich lag falsch. Der Betongeruch überlagerte das Kiefernaroma. Keine Kurve, hinter der ein unverbauter Blick frei wurde.

unwegsam? wegsam?

Und doch ein Höhepunkt der Reise: Bilderbuchlandschaft bei Tossa de Mar.
Ein Foto, das es wohl millionenfach gibt. Von einem Aussichtspunkt der Panoramastraße. Kein Tourist, der hier nicht hält und sein Handy zückt. Ich reihte mich in die Warteschlange ein.

unwirklich?

Spektakuläre Runtersichten.

untypisch?

Junge, Junge, wie schön könnte das alles sein. Wen soll man eigentlich schlagen? Franco? Spanische Politiker, die sich von Baufirmen korrumpieren ließen? Tourismusmanager? Die Touristen selbst?

Müde Ankunft in Palomás. Wenigstens dieses Städtchen hatte ein wenig Charme.

unglaublich?

Unterkunft: Hotel Trias. In Hafennähe. Modernisiertes Traditionshaus. Sehr schöne große Zimmer. Sehr freundlicher Service. Fahrrad in Garage untergebracht. 65 Euro (mit Frühstück).

Tag 190 (16.04.2017) / Spanien: Sitges -> Barcelona

Strecke: 45 km (11:00 – 14:15 Uhr)

Barcelona wegen Überfüllung (leider nicht) geschlossen!

Unterkunft: Hotel Peniscola. Nähe der Rambla. 1 Sterne Unterkunft. Sehr schöner alter Innenhof. Zimmer bescheiden, klein. Aber völlig okay. WiFi nur im Innenhof. Bewirkte, dass sich dort sehr viele Menschen begegneten. Fahrrad in Durchgang abgestellt. 65 Euro (mit Frühstück). Sehr hilfsbereites junges Personal.