Meer Europa

Einmal um den Kontinent

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Tag 166 (23.03.2017) / Portugal: Pause in Lagos

Schon leichter Regen hatte sämtliche Touristen aus den engen Gassen Lagos‘ geschwemmt.

Vor dem Ansturm

Beinahe gespenstische Ruhe.

Gassenruhe

Kam die Sonne durch glänzten die Kachelfassaden.

gekachelt

Lagos zeigte sich in aller Herrlichkeit.

geküsst

Nur Einheimische im zentralen Fischmarkt, der überaus modern wirkte.

abgefischt

Es wurde geschuppt, gehackt, gehäutet und ausgenommen.

ausgenommen

Eine Spezialität: Pata – Roxa (Kleingefleckter Katzenhai).

abgehäutet

Fixe Hände hatten sie im Nu küchenfertig.

ausgeweidet

Als die Sonne für eine Stunde die Stadt aufhellte, lief ich schnell zum nahen Strand.

gebackener Sand

Berühmte Felsenküste.

Naturphantasie

Arg zerzauste Sandklippen.

Sandburg

Konnte durch einen Durchguck meine morgige Strecke Richtung Faro in Augenschein nehmen.

Durchblick

Am Abend, wie schon gestern zweimal und heute Nachmittag (also jetzt 4 Mal!) in meine ZweitagesStammKneipe gegangen. Besser gesagt meine Stamm-Vinothek.

my favorite valent-wine

Eine richtig gute Weinbar mit exzellenten Fachleuten hinter der Theke und noch besseren Weinen in den Regalen.

Heute Abend diskutierten die Wirte (Kollektiv?) miteinander, wo sie so ein Teleskop-Gerät herbekommen könnten, um Weinflaschen aus den oberen Regalen herunter zu holen. Sie hatten keine Lust mehr, ständig auf wacklige Schemeln aufzusteigen, um die oberen Flaschen greifen zu können. Sie kannten aber den Fachbegriff für die Gerätschaft nicht. Wir diskutierten rum (auf Englisch). Ich schlug vor nach „Flaschengreifern“ zu googeln. Auf Deutsch, Englisch oder Spanisch. Ohne Erfolg. Wir spornten uns gegenseitig an, einen Begriff zu finden, der einen Google-Treffer produzieren könnte. Bis mir die Suchbegriffe „langer Arm“ und Greifer“ einfielen. Hatte sofort Erfolg. Die nächste Viertel Stunde bemühten die Wirte auf ihren Handys den portugiesischen Übersetzer und frohlockten schließlich.

Ich hörte gar nicht mehr zu, ließ mir gut gekühlte Rotweine servieren, mal aus dem Dão, dem Alentejo oder dem Douro.
Ich fand auch noch nach Hause.

Tag 165 (22.03.2017) / Portugal: Carrapateira -> Lagos

Strecke: 38 km (08:00 – 14:30)

Gleich nach dem Aufstehen das Rad gesattelt und zur „Praia do Amado“ gestrampelt. Ein paar Sonnenstrahlen halfen mir, wach zu werden.

out in the wilderness

Im Tiefschlaf allerdings noch die Surfer-Bucht.
Fels und Sand nur für mich.

out in the wilderness 2

Immer mehr entwickele ich mich auf dieser Tour zum Beach-Spotter.

Der Küstenwanderweg war auch mit dem Rad (meist) gut befahrbar.

Rote Klippen

Noch an keiner europäischen Küstenlinie eine solche Anzahl unbeschreiblicher Strände gesehen.

Redcliff

Nach einer weiteren halben Stunde den Strand „Praia Da Bordeira“ von oben bestaunt. Eine von Wasser umflossene Klein-Wüste. Ich fläzte mich wie eine Echse auf einen Stein und wärmte mich. Bald – so sagte es mein WetterApp – sollte es regnen.

Pur!

Ich beschloss nicht Sagres anzusteuern, das wohl schon im Regen lag, sondern durch die Sierra Richtung Lagos zu radeln.
Eine Schotterpiste führte mich nach Pedralva. Ein eigentlich verlassenes Nest, aus dem vor Jahrzehnten fast sämtliche Dorfbewohner weggezogen waren.

Seit einiger Zeit aber erlebt der Ort eine eigentümliche Renaissance. Ein Portugiese aus Lissabon kaufte den Großteil der vom Zerfall bedrohten Bauernhäuser, restaurierte sie und machte aus dem ganzen Dorf ein Hotel.

Kaufe Dorfstraße

Nachhaltiger Tourismus für Betuchte.

Such dir deinen Platz

Ziemlich guten Kaffee trank ich.

gefunden

Am frühen Nachmittag Lagos erreicht. Mit den ersten heftigen Regengüssen.

Unterkunft: Hotel „Mar Azul“. In Fußgängerzone. Trotzdem ruhig. Angenehm und preiswert. (30 Euro ohne Frühstück.) Fahrrad im 1. Stock in Rumpelkammer untergestellt.

Tag 164 (21.03.2017) / Portugal: Vila Nova de Milfontes -> Carrapateira

Strecke: 92 km (08:30 – 18:30)

Der erste Frühlingstag (kalendarisch)! Der frühe Morgen war aber immer noch ganz schön winterfrisch.
Selbst Steine froren.

Nur langsam wärmte die Sonne die Landschaft, in der sich Windmühlen aufbauten. Mal in einem Dorf – als attraktives Zentrum.

Kulisse 1

Mal in der Pampa – als touristischer Magnet.
Alle Exemplare hatten als Arbeits-Mühle ausgedient.

Kulisse 2

Hoch waren die Strandberge nicht. Aber dennoch wirkten die weiten Flächen wie eine Hochebene.

Kuhsiesta

Manche Bauernhöfe hielten merkwürdig fremdes Vieh.

Einwanderer

An der Küste pfiff der Wind. Ein Leuchtturm hielt ihm stoisch stand.

noch gebraucht

Je weiter ich mich nach Süden kämpfte, um so spektakulärer die Klippen.

Storchklippen

Sogar Störche hatten sich am Cabo Sardão ihr Feriendomizil eingerichtet. Mit bester Aussicht.

Felsenstorch

Sturm, Gischt, Kälte und ein infernalisches Meeresrauschen beeindrucken die Meister Adebare offensichtlich nicht.

Klippen- und Klapperstorch

Über mehrere Stunden folgte ich dem Wanderweg „Rota Vicentina“, der direkt am Klippenrand entlang führte. Noch nie auf meiner Europa-Tour bin ich einen solch naturnahen Pfad gefahren.

Klippen-Ich

Manchmal führte er auch durch Macchia.

Klippenweg

Aus der Ferne strahlte mir der Strand von Odeceixe entgegen.

Gotteswerk?

Prachtvolles Panorama.

wer schafft so was?

So wie gestern mich die körperliche Anstrengung dazu brachte, gar nichts mehr zu denken, so waren es heute die vielen Landschaftsbilder, die mich sprach- und gedankenlos machten.

Grüntal

Ich saugte nur noch Eindrücke auf.

Hangdorf

Kurz vor Sonnenuntergang mein Ziel erreicht: Carrapateira. Winzdorf. Ein paar Häuser, sonst nichts. Und von denen waren noch einige zum Verkauf angeboten.

Leerstand

Nur alte Einheimische bewegten sich im Dorf.

Leerweg

Und ein paar junge Touristen, die am nahegelegenen Strand campten. Wellenreiter, die ins Dorf surften, sich im einzigen Lebensmittelladen mit Proviant versorgten und wieder davon segelten.

Unterkunft: „Casa da Estela“. Nette kleine Privatzimmer. 30 Euro die Übernachtung (ohne Frühstück). Fahrrad in Garage abgestellt.

Tag 163 (20.03.2017) / Portugal: Alcácer do Sal -> Vila Nova de Milfontes

Strecke: 91 km (09:00 – 18:00)

Merkwürdige Angewohnheit vieler Touristenhotels, das Frühstück erst ab 8 Uhr oder noch später zu servieren. Ich wäre gerne früher gestartet, kam aber so erst ab 9 Uhr in die Gänge.
Und dann: gleich ab in die Hügel der „Serra de Grândola“ – irgendwas um 330 m hoch.
Auch wenn’s wenig klingt: Ich kam früh ins Schnaufen.

Der Hirndarm lässt sich nur über völlige körperliche Verausgabung entleeren. Darum geht’s bei jedem Etappenstart. Körper gegen widerspenstigen Geist. Ich kannte das bereits. Es tut auf den ersten Kilometern immer weh.

Unterwegs: viel Wald (Korkeichen), wenig Dörfer. Ab und zu eine stillgelegte Windmühle.

ausgedreht

Obwohl kaum Verkehr, bekam ich relativ rasch eine Straßenallergie. Ich suchte Wald- und Wiesenwege, wo immer es auch ging.

Ginster? Forsythie? Gelbblume?

Nach ein paar Stunden die Küste erreicht. Gelbe Blumenpracht.

Vordergrund schlägt Hintergrund

Ab jetzt nur noch nach Worten gesucht für die atemberaubende Küste.

Robinson Crusoe Strand!

Da hat kein Mensch was verloren – Strand!

stairways to beach – Strand!

Die Postkartenküste trieb mich immer weiter nach Süden.

fotografier mich!

Wherever you leave me, I will follow you

Irgendwann musste ich meine Küstenschnappschuss-Schnappatmung wieder auf Normalmaß runterpegeln.
Am Abend Vila Nova de Milfontes erreicht. Das Dorf lag schön im Abendlicht. War aber an Langweiligkeit nicht zu übertreffen.

Sonnengold

Sämtliche Restaurants (weil Montag?) geschlossen: Das Dorf eine einzige Baugrube (für den Sommer aufgehübscht?). Und in meinem Hotel zwei Gruppen junger Kanuten, die den ganzen Abend im Hotelrestaurant nichts anderes taten, als auf ihr Handy zu starren.

Ich war im Urlaub!

Unterkunft in Milfontes: „Milfontes Beach“. Am Hafen. Riesendrum! Trotzdem hilfsbereiter und freundlicher Empfang. Fahrrad in Lobby abgestellt. Großes Restaurant mit (schrecklichem) Buffet. Unterkunft: 30 Euro (ohne Frühstück).

Tag 162 (19.03.2017) / Portugal: Lisboa -> Alcácer do Sal

Start zur 6. Etappe meiner Europa-Umrundung.
Sie soll mich von Portugal aus rund um die iberische Halbinsel führen. Vielleicht bis Barcelona.
Vor den Start hatte ich noch 2 Tage Lissabon-Aufenthalt gehängt.
Das Zentrum bezaubernd – wie das letzte Mal auch. Und ebenso überlaufen. Es war mir schnell zu voll.

Die Stadt wie eine riesige Sardinenbüchse.

Konserviert

(Wobei das genau die neueste Mode ist: eingelegter statt frischer Fisch. Ölsardinen. Dosenkunst in tausend Variationen.

Frau am Konserven-Fließband

Am Sonntag schließlich die 6. Etappe gestartet.
Der erste Tag zum Einrollen:

Strecke: 77 km (08:00 – 17:00)

Frühmorgens mit der Fähre den Tejo überquert.

Fluß wie Meer

Obwohl immer noch Lissabon, wirkten die Vorstadt-Viertel schon sehr ländlich

Malerisch gelegener Vorort

Trockenwäsche

29 Kilometer bis Setúbal geradelt und dort die zweite Fähre genommen, diesmal um über die Flussmündung des Sado zu gelangen.

Nur fort!

Kilometerlanges Naturschutzgebiet um Troia. Und trotzdem unzählige Bötchen mit Hobbyfischern. Manche sogar in Tretbooten. Alle mit Angel und Netz bewaffnet.

Paddelfischer

Grandiose halbwüstenähnliche Dünen-Landschaft

hingedünt

Kilometerlange Sandstrände. Kilometerlanger Sonnenschein. Doch noch keine Sommergefühle. Immer wieder attackierten mich die Arbeitseindrücke der letzten Monate:
TrumpIlliberaleDemokratieKaczyńskiKeineninteressiertSyrienUndundund…
Ich will versuchen diesen toxischen politischen Feinstaub abzuschütteln. Mich nur auf die Reise zu konzentrieren.

De Welt hinter mir eine Kugel

gestrandet

gefußelt

Storchennest Comporta.

Schau immer nach oben!

deswegen

Hier verließ ich die Küste und begleitete den Sado flußaufwärts und landeinwärts. Unterwegs immer wieder traditionelle kleine Bauernhöfe. Manche Scheunen strohbedeckt.

unten wohnen die Menschen

In Carrasqueira haben Fischer ihre kleinen Arbeits-Hütten auf Stelzen ins Marschland gepflockt.
Pittoresk.

Fishermen’s Haus 1

Fishermen’s Haus 2

Fishermen’s Haus 3+4

Fishermen’s Stelzen 1

Mittlerweile weiß der Ort den optischen Schatz auch in touristische Münzen umzusetzen. Scharen von Hobby-Fotografen und Birdspottern.

Fishermen’s Stelzen 2

Früh am Abend, lange vor Sonnenuntergang, mein Ziel erreicht: Alcácer do Sal.
Attraktives Städtchen mit ein zwei guten Restaurants.

Coming home

Unterkunft in Alcácer:“Hotel A Cegonha“. In der kleinen Altstadt. Familiengeführt. Groß. Sehr netter und bemühter Empfang. Zimmer ein wenig kalt. Fahrrad in Garage untergebracht. 50 Euro (mit Frühstück)

Etappe 5 (Statistik)

Die 5. Etappe  forderte mich  2.885 Kilometer lang und führte durch mich in 4 1/2 Wochen durch 7 Länder (Estland, Lettland, Litauen, Polen, Ukraine, Rumänien, Moldawien).

Insgesamt  habe ich jetzt rund 11.600 Kilometer auf meiner Europa-Umrundung zurückgelegt,

Ich schätze grob, dass Halbzeit ist.

Ab nun gilt es, die drei Fäden miteinander zu verbinden. Es wird wohl noch einmal 3 Jahre dauern.

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Kulinarisches Brevier Moldau

In Chișinău bin ich 2 Tage vor meinem geplanten Rückflug angekommen. Hatte also Zeit, mir die Stadt anzuschauen und nach besonderen Restaurants zu suchen.
Das kulinarische Angebot ist überraschend groß. Von westeuropäisch inspirierter Küche bis zu russischen und und rumänischen Klassikern. Überrascht hat mich auch die Anzahl richtig guter Cafés, allesamt sehr modern eingerichtet.
Es gibt in diesem doch eher armen Land offenbar ein zahlungskräftiges Publikum, das den westlichen Lebensstil kopiert und auch gerne seine (finanziellen) Privilegien zur Schau stellt. In großen Teilen der Stadt ist Armut deutlich spürbar. Die Märkte voll, aber mit überschaubarem Angebot. Fast alles wird auf der Straße angeboten.

Was das Spezifische an der Moldawischen Küche ist, erschloss sich mir natürlich in so kurzer Zeit nicht.
Es war mir am Ende meiner Rreise aber auch egal. Ich liess mich treiben.

In vielen Restaurants gab es sehr guten einheimischen Wein. Die Winzer in Moldau scheinen mächtig aufgeholt zu haben.

In den Lokalen bestellte ich einfach drauf los. Die Speisekarten waren meist in russisch geschrieben. Und wenn sie mal ein wenig englisch aufwiesen, verstanden die Kellner das Geschriebene oder von mir Erfragte nicht. Ich kam aber durch.

Die Preise waren wie im ganzen Osten ziemlich moderat.

1) Wine Bar (Altstadt)
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Brokkoli-Creme Suppe
Pasta mit Meeresfrüchten
Mousse au chocolat

Feines Essen mit deutlich französischen Akzenten. Das war auch am Publikum zu erkennen. Im Restaurant fast ausschließlich französische Expats.

2) Orasul Vechi (Altstadt)

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Borschtsch
Geschmorter Hase mit saurer Creme

Ausgesprochen nette, fast studentische Atmosphäre. Essen durchschnittlich, aber okay.

3) La Taifa (Altstadt)

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Zweierlei Dolmades
Fischsuppe
Rostbraten

Dolmades mal mit Wein-, mal mit Kohlblättern. Letztere schmeckten mir fast besser. Insgesamt ausgesprochen gute Küche.

Kellerlokal. Sehr ambitioniert. Folkloristisch. Live Band, die dezent Volkslieder anstimmte.

Tag 161 (01.10.2016) / Rumänien: Iași -> Chișinău (Moldau)

Strecke: 156 km  (08:45 – 19:45)

Unterkunft in Chișinău: „Weekend Boutique Hotel“. Ganz leicht außerhalb des Stadtzentrums. In direkter Nachbarschaft zum größten und „vornehmsten“ Einkaufszentrum der Stadt. Kitschiges Ambiente. Aber außerordentlich hilfsbereite Rezeptionisten. Großzügige und sehr modern eingerichtete Zimmer. (55 Euro mit Frühstück). Fahrrad in Garage untergebracht.

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Die Strecke bis zur Grenze in eineinhalb Stunden bewältigt.
Die Grenzformalitäten ebenfalls schnell hinter mich gebracht. Es war überhaupt kein Problem, die Außengrenze der EU wieder zu verlassen und in die ehemaligen „Sowjetrepublik“ einzureisen. Sehr höfliche Grenzbeamte beiderseits.

Moldawien – dort wo ich entlang fuhr – nicht viel anders als Rumänien. Nur deutlich ärmer. Vom ersten Kilometer an spürbar.

Selbst die Pferdegespanne mickriger. Die Dörfer leerer. Die Hausfarben verblasster.

Ich hatte am Abend vorher versucht herauszufinden, ob es eine Unterkunft etwa auf halber Strecke zur moldawischen Hauptstadt gab. Ich fand nichts im Internet. Also richtete ich mich auf einen erneuten Langstreckenflug ein.

Ich bangte allerdings, dass ich es bis Einbruch der Dunkelheit nach Chisinau schaffen könnte.

Die Straße anfänglich gut. Lange lange Alleen. Mit Haselnussbäumen(?) bestückt.

Mit der Fahrraddrohne geknipst

Mit der Fahrraddrohne geknipst

Die Moldau – der das Land den Namen verdankt – bekam ich praktisch nie zu Gesicht.
An der Grenze einmal – (dort durfte ich aber nicht fotografieren).
Dann nur noch von ganz Weitem.

Aber das Moldau-Ufer hatte es nicht gut mit mir gemeint. Berglandschaften mit brutalen Anstiegen (einmal eine halbe Stunde lang das Fahrrad geschoben). Holperpisten, auf denen eigentlich nur Mountainbiker klarkommen.
Immer wieder Schilder, dass hier die Europäische Union und Europäische Förderbank Infrastrukturprojekte unterstützen. Die richtige Asphaltmischung haben sie aber noch nicht hinbekommen.

Es war grauenhaft.

Und … ich war überfordert. Aus den Augenwinkeln nahm ich Landschaft und manchmal Menschen wahr. Nur – ich konnte es nicht mehr zu einem Eindruck verarbeiten.
Ich war kaputt.
2.900 Kilometer lagen hinter mir.

Es wurde dunkel. Mein Fahrradlicht leuchtete kein einziges Schlagloch mehr aus.
Ich humpelte ins Ziel.
Ich wurde freundlich empfangen.
Ich schaute in den Zimmerspiegel, sah in ein verlottertes ausgelaugtes Globetrottergesicht – nicht mich.
Ich war aber stolz.
Ich duschte.
Ich ging raus.
Ich fand eine Weinbar.
Moldawischer Wein.
Ich fühlte mich wohl.
Ich war angekommen.
Schluss.

Kulinarisches Brevier Rumänien

Zu kurz durchstreifte ich Ostrumänien, um etwas Substantielles zum gastronomischen Angebot zu sagen. Eine kulinarische Reise war es jedenfalls nicht. Immerhin sehr solide Kost. Und wieder gestaunt, wie billig die Restaurantpreise sind.

Siret

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Salată cu piept de pui şi dressing de usturoi (Salat mit Hähnchenbrust und Knoblauchdressing) 3 Euro

Angenehm frischer Geschmack. Sehr saftige Tomaten.

Restaurant New Spring Siret. Sehr nettes Gartenlokal.

Putna

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Gebratenes Fischfilet
Pfannkuchen mit Himbeercreme

Schade um den Fisch. Er schmeckte nicht schlecht. ABER: Ich hatte vorher gesehen, wie er ausgenommen und in Teile zerlegt worden war. Also herrlich frisch aus einem See oder Bach gefischt. Und dann leider frittiert und sehr trocken serviert. Vielleicht mag man dies hier so. Ich fand es verschenkt.

Pfannkuchen gut.

Restaurant: Cabana Putna Dorina. Pensionsgaststätte. Riesiger Raum – auf Bustouristen zugeschnitten. Ich war aber (fast) allein. Aufmerksame Gastgeber.

Rădăuți

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Schweinelende im Speckmantel in Rotweinsoße mit selbstgemachten Fritten 4,25 Euro

Ausgesprochen gut!

Restaurant „Nationale“ im Zentrum von Rădăuți. Kleiner Biergarten an der Straße. Drinnen geräumig im traditionellen Wirtshausstil. Anscheinend sehr beliebt bei den Einheimischen. Es war voll.

Suceava

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Schaschlik.
Gut und reichlich. Mit sehr gutem selbstgebackenen Fadenbrot.

Großes Gartenrestaurant im Zentrum. Sehr voll.

Iași

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Rinderbrühe
Gulasch mit Polenta

So lala.

In einem Straßenrestaurant der Fußgängerzone gegessen. Die interessanten  Restaurants waren voll.