Meer Europa

Allgemein

Tag 294 (23.06.2019) / Finnland: Vaasa -> Kokkola

Strecke: 136 km (09:45 – 20:00 Uhr)

Okay. Ich hatte mittags geschlafen (3 Stunden) und spät nachts auch (6 – 7 Stunden). Ich fühlte mich nach der (vor)letzten durchzechten und durchradelten Nacht wieder einigermaßen fit. Die Sinusitits (ging einfach nicht weg!) störte, aber behinderte mich nicht mehr. Ich fuhr drauf los. Ich wollte endlich in den Norden. Am besten sofort an den Polarkreis. Aber da lagen nach einige Hundert Kilometer vor mir.

Nur: “gemach” ging heute überhaupt nicht.

Ich kam schnell ins Schwitzen. Keine Anstiege, nichts, und doch: Ich verbrauchte T-Shirt nach T-Shirt. Allesamt klatschnass. Und erst die Funktionsjacken. Konnten gar nicht so viel Wasser aufnehmen und wieder nach außen transportieren.

Es wehte (trotz Sonnenschein) eine kalter, unangenehmer Frontal-Wind.

Gegen 2 Uhr machte ich an der aufgewühlten Ostsee Rast. Breitete meine Klamotten auf dem Rasen eines Picknickplatzes aus. Wind & Sonne sind die besten Trockner.

Schon seit Tagen gab es unterwegs praktisch nichts zu kaufen. Mittsommer-Feiertage. Natürlich hatten auch die Alko-Läden (staatliches Monopol!) zu. Ich hatte es nicht rechtzeitig bemerkt und war in die finnische Alkohol-Falle getappt. In einem Supermarkt (bei einer Tanke) hatte ich mir schließlich eine Flasche spanischen Rotwein besorgt. Alkoholreduziert. Statt 11 Prozent nur mal 5,5 Prozent. Richtigen Wein dürfen die Tanken nicht verkaufen (staatliches Monopol – siehe oben).

Ich tat so als schmeckte er mir.

In Wahrheit süffelte ich maximal einen leicht alkoholischen Traubensaft. Aus Deutschland hatte ich mir extra ein spezielles Wein-Plastikglas mitgebracht (unkaputtbar) und auf dieser Tour schon vielfach ausprobiert. Es taugte! Fast kein Unterschied zu Glas. Nur diesmal machte es den (alkoholreduzierten) “Sangre de Toro” auch nicht lebendiger.

Mein Mittagessen bestand aus 1 Glas Rotwein, 1 Banane, 1 Pflaume.

Irgendwann durch Jakobstad geradelt. Beeindruckender Wasserturm (war das einer?).

Und dann wieder ein Lupinen-Radweg. Rad Rad Rad nach Norden.

Die Ostsee gewährte mittlerweile großzügig Einblicke.

Auf den letzten zwei drei Stunden hüpfte ich (mit Hilfe von Brücken) von Schäre zu Schäre und landete schließlich im vollkommen feiertagstoten Kokkola. Erneut kein Restaurant, keine Bar offen. Nur zwei drei Kebab-Pizza-Service-Läden. In einem versorgte ich mich mit einer Margherita zum Mitnehmen und entsorgte das wertvolle Lebensmittel gleich danach in einem städtischen Mülleimer – wegen Ungenießbarkeit.

Tag 265 (17.04.2018) / Moldawien: Schluss in Chisinau

Puhhh!
Noch ein bisschen durch Chisinau geschlendert.
Überall Hektik, nur nicht auf dem Kunsthandwerks-Markt.
Matrjoschka-Putins und Trumps warteten heute vergeblich auf Käufer.

Dreigestirn

Wer diese T-Shirts kaufen soll?

Dreifaltig

Merkwürdiger Kitsch in Rahmen gefasst.

Einfalt

Sowjet-Orden als Ramschware.
Wer kauft sowas ?

Ordensvoll

Die Verkäufer langweilten sich.

mit feinem Stich

Manche malten ohne Kunden vor sich hin.

mit feinem Strich

Die andern zerbrachen sich die Schädel.

gedankenschwer

Besiegten mit Ruhe und Beharrlichkeit …

zügig

… die Langeweile.

aufgeräumt

Ich war durch! Etappe 8 zu Ende.

Ich rechnete noch einmal nach: In 8 Etappen jetzt fast 19.000 Europakilometer geradelt.

Etappe Datum Länder Kilometer
1. Etappe 13.9. – 9.10. 2014 Spanien, Portugal 1.430
2. Etappe 14.3. – 22.4. 2015 Italien, Slowenien, Kroatien, Montenegro, Bosnien-Herzegowina, Albanien, Griechenland 2.535
3. Etappe 7.10. – 15.11. 2015 Spanien, Frankreich, Belgien 2.600
4. Etappe 27.3. – 19.4. 2016 Italien 2.160
5. Etappe 31.8. – 1.10.2016 Estland, Lettland, Litauen, Polen, Ukraine, Rumänien, Moldawien 2.885
6. Etappe 19.3. –  28.4. 2017 Portugal, Spanien, Frankreich 3.150
7. Etappe 21.9. – 20.10. 2017 Frankreich, Italien 1.800
8. Etappe 11.3. – 17.4. 2018 Griechenland, Bulgarien, Rumänien, Moldawien 2.305
       
GESAMT 265 Tage 19 Länder 18.865

Ab der nächsten Etappe muss mich nun der Norden Europas ertragen.

Kulinarisches Brevier: Moldawien 2

Deutliches Land-Stadt Gefälle. Auf dem Land ist es sehr schwer, überhaupt ein Restaurant zu finden. Selbst Bars, Gaststuben, einfache Kneipen sind selten. Oft haben kleine Minimärkte (Tante Emma Läden) einen Tisch auf dem Gehsteig. Dort kann man dann sein gekühltes Bier zu sich nehmen und irgendetwas Kaltes dazu essen. Brot. Wurst gibt es auch. Sie wird aber häufig nicht gramm-  oder scheibchenweise verkauft, sondern als ganzes Wurst.

Einmal hab’ ich ich mich eben nur von Bier und trocken Brot ernährt. Geht auch mal für einen Tag. Spottbillig zudem.

Das Frühstück in den Landhotels (wenn es überhaupt welche gibt) – äußerst schlicht: Kaffee, hart gekochte Eier, bisschen Wurst und Käse.

Moldawien ist noch weitgehend ein touristisches Entwicklungsland.

Ganz anders sieht es dagegen in der Hauptstadt aus. Dort gibt es fast schon ein Überangebot guter Restaurants und Cafés.
Die Küche dort mit allerlei mediterranen, kontinentalen und osteuropäischen Einflüssen. Die Preise aber (verglichen mit mitteleuropäischen Verhältnissen) sind immer noch sehr moderat.

Cahul

Es war schwierig, ein offenes Restaurant zu finden. Die zwei vom Reiseführer empfohlenen Lokale beherbergten geschlossene Gesellschaften.
In einer kleinen netten Bar bekam ich wenigstens einen Snack (mit Spinat gefüllte Teigtasche).

Später dann doch nich etwas entdeckt: “Andy’s Pizza”.
Wie ich erst danach feststellte, war dies eine sehr erfolgreiche Restaurant-Kette – mit ettlichen Filialen in der Hauptstadt. Das Menü beinhaltete weit mehr als “nur” Pizza.

1) Bruschetta mit geräuchertem Lachs (2,25 Euro)
2) Rindfleischeintopf mit Auberginen, Zucchini, Paprika (4 Euro)
3) Mango-Käsekuchen (2 Euro)

Alles sehr fein und köstlich.

Comrat

Auch hier wieder nichts anderes gefunden außer die o.g. Pizza-Kette.

Pizza mit Artischocken, Pilzen, Oliven und Schinken. (4 Euro)
Gutes Niveau.

Chisinau

La Taifas (Altstadt)
Restaurant in historischem Gewölbekeller. Mit gutgelaunt aufspielender Folkloregruppe.

1) Borscht mit Entenfleisch
2) Geschmortes Kaninchen

Köstlich beides!

Cerbul de Aur (Altstadt)
Kleines Lokal mit 5 Tischen. Spezialisiert auf Wildgerichte. Sehr kompetenter Betreiber. Viele Wildschwein-, Hirsch- und sonstige präparierte Köpfe an der Wand.

1) Blinii mit geräuchertem Lachs und Butter (5,50 Euro)
2) Hirschgulasch mit exotischen Früchten (7 Euro)

Beides exzellent! Vor allem der Hirschgulasch war sehr fein abgestimmt. Überraschende Aromen durch Orangen, Kiwi, Melone. Dazu selbstgemachtes Zwetschgenmus. Und ebenfalls selbstgemachter Rotwein! Durchaus etwas rustikal. Passte aber sehr gut.

Cactus (Altstadt)
Eher eine Art Bistro. Fast schon kalifornisches Ambiente. Dazu passend auch die Speisekarte und die Preise. Für Chisinau: teuer.

Aal mit Avocado-Creme und Mozzarella (12,50 Euro)

Ungewöhnliche Kombination. Aber klasse.

Wine Bar/ Q-Bar (Altstadt)
Nettes Lokal. Modern eingerichtet. Entsprach auch dem Stil der Küche.

1) Bruschetta klassisch (3 Euro)
2) Scharfe Bohnensuppe (2,75 Euro)
3) Gegrillte Forelle mit Kräutern (5,50 Euro)

Sehr überzeugende Küche. Bohnensuppe eher fein als derb. Forelle klasse. Auf den Punkt gegart.

Tag 264 (16.04.2018) / Moldawien: Comrat -> Chisinau

Strecke: 100 km (09:00 – 16:30 Uhr)

Letzter Radl-Tag. Auch wenn mein Drahtesel krächzte, stöhnte, quietschte: Er hielt durch. So wie ich.

in Konkurrenz

Gagausien ließen wir gemeinsam hinter uns.

Die schlechten Straßen ebenso.

Sinfonie in Braungrün

Die Berge und Dörfer auch.

mit blauen Einsprengseln

Wir schrubbten zusammen nochmal ganz schön was runter.
Achteten kaum noch auf Details.

braun-blau-grün

Wir wollten beide nur heil in der Hauptstadt Chisinau ankommen. Es wurde uns gewährt: sogar schneller als gedacht.

Das Hotel, in dem wir uns einquartierten, kannten wir schon vom letzten Besuch (vor 1 1/2) Jahren.
Ankunft nach exakt 2.305 km.

Jetzt schloss sich der Kreis. Die letzte Lücke war geschlossen und die Südroute Europas damit auch geschafft.

Unterkunft: Weekend Boutique Hotel, zentrumsnah. Ruhepol in der sonst ziemlich hektischen Stadt. Sehr zuvorkommender Service. Sehr schöne Zimmer. Großes Bad. 38 Euro (ohne Frühstück).

Tag 263 (15.04.2018) / Moldawien: Cahul -> Comrat

Strecke: 80 km (10:00 – 16:30 Uhr)

Am Morgen noch kurz über den Markt in Cahul gegangen, um mich mit Wasser und Snacks für die Fahrt einzudecken. Hatte leider den Fotoapparat nicht dabei. Sehr belebter und schöner Markt. Wie überhaupt: Cahul hatte mich beeindruckt.

Die Fahrt dann sehr anstrengend. Es ging quer zu den Bergketten.

Einen Weinberg rauf.

Rebland

Den andern wieder runter.

Berg-Tal-Land

Extrem ermüdend. Die Straße schlecht. Aber auch heute kaum Autos unterwegs. Ich freute mich immer, wenn ein Dorf auftauchte.

Straßendorf

Es brachte ein wenig Abwechslung in die staubige und noch gar nicht frühlingsbereite Landschaft.

Seestraßendrof

Urplötzlich wurde die Straße besser. Und es wurde flacher.

einsatzfähig

Unterwegs immer wieder deutliche Zeichen von echter Volksfrömmigkeit.
Zahlreiche gut gepflegte Kapellen.

vergoldet

Oder Kirchen.

versilbert

In einem Minimarkt kaufte ich mir mein Mittags-Bier.
Im Nu hatte ich Gesellschaft. Ein Herr, der mich mit seinen Goldzähnen anlachte, ließ sich nicht lange bitten.

unterhaltsam

Ich lud ihn zu einem Wodka samt Chisinau-Bier ein.
Der Herr konnte zwei, drei Brocken Deutsch: “Auf Wiedersehen”, “Bier”, “Tschüss” und wiederholte seine Kenntnisse gerne.

Goldanlage

Ich befand mich im Herzen Gagausiens (gesprochen: Gaga-Usien). Die Region beansprucht ähnlich wie Transnistrien eine autonomes Gebiet zu sein. Noch (immerhin) kam es aber mit Moldawien nicht zu einem militärischen Konflikt.

Comrat, die Hauptstadt Gagausiens, herausgeputzt.

goldversilbert

Mit Erinnerung an den realen Sozialismus.

überlebt

Und dem Klimbim, den eine autonome Region wohl haben muss: übermässiger Nationalstolz.

Brimbamborium, das ich nie verstehe

Eigenes Militär. Und Kram.

Schild-Autonomie

Die Menschen in den Straßen: friedlich, freundlich.

Unterkunft: Hotel Altin Palace. Zentrum. Völlig verwinkelter Bau. Mein Zimmer ohne Fenster. Eng. Empfang sprach nur russisch. Schwierige Verständigung. 30 Euro (ohne Frühstück).

Tag 262 (14.04.2018) / Rumänien: Galati -> Cahul (Moldawien)

Strecke: 67 km (10:30 – 16:30 Uhr)

Am frühen Morgen noch einmal eine Bestandsaufnahme meines Fahrrads vorgenommen: Gepäckträger gebrochen, Lichtkabel zerrissen, Schutzblech hinten teilweise lose und schlackert, Ketten-Schutzblech gebrochen und abgerissen. Kette lahmt, Schaltung tut nicht mehr richtig, Bremsen ziehen kaum noch, Vorderrad quietscht. Reifen ohne Profil. Ich machte mir ernsthaft Sorgen um meinen Gefährten und hatte Zweifel, ob er die letzten paar Tage bis zum meinem Ziel noch durchhalten würde. Sah nach starker Entkräftung aus.

geknickt

Um 9 Uhr in Galati eine offene Fahrradwerkstatt gefunden. Der Mechaniker war skeptisch, ob er mir wenigstens den Gepäckträger würde reparieren können. Einen neuen hatte er nicht. Er kramte in der Abstellkammer herum und fand einen alten gebrauchten.

geschickt

Aus zwei mach eins: Nach einer halben Stunde konnte er das Ding fixieren. Als ich zahlen wollte, meinte er: “Kostet nichts!” Ich schüttelte ungläubig den Kopf. Aber beharrte darauf: Er habe mir doch nur einen gebrauchten Gepäckträger geben können. Der habe ihn ja auch nichts gekostet. Ich drückte ihm 5 Euro in die Hand. Es war ihm peinlich.

Zurück zum Hotel, mein Zeugs gesattelt, um halb elf los und in einer Stunde zur Grenze nach Moldawien.

Die Grenzformalitäten waren (obwohl EU Außengrenze) sehr schnell erledigt.

Im moldawischen Grenz-Dorf wurde ich von einem seltsamen Dreigestirn empfangen:

unvermittelt

Sozialistischer Russenstern, skeptische Jungfrau Maria und extravaganter Jesus.

Jesus in blue

Die Strecke nach Cahul verlief mehr oder weniger parallel zum Grenzfluss Pruth, einem Nebenfluss der Donau.

parallel

Moldawien schien dünn besiedelt. Auf jedenfall kaum zersiedelt. Entweder Landschaft – oder kompaktes Dorf.

Chaos kommt von oben

Von der Ferne schienen die Dörfer grau.

kompakt

ab-schüssig

Aus der Nähe war es eine Farbenpracht.

farb-fühlig

farb-fühlig 2

Ähnlich schon wie auf der rumänischen Seite. Überhaupt schien man sich hier entlang der Grenze ziemlich nah.
Wobei: In Moldawien tendierten manche Häuser-Verzierungen ins ziemlich Kitschige.

kitsch as kitsch can

Autos waren kaum zu sehen, nicht geparkt, nicht unterwegs auf der Straße.

empty way

Relativ früh in Cahul angekommen. Einem sehr sympathischen Kleinstädtchen.
Der zentrale Platz: mit einer Universität bestückt.

bildungsnah

Später las ich, dass Cahul eines der wenigen moldawischen Städtchen war, das wuchs, statt seine junge Bevölkerung ins Ausland zu verlieren.

ohne Kommentar

Unterkunft: Hotel Azalia. Stadtmitte. Plattenbau, aber kürzlich renoviert. Netter Empfang. Zimmer groß, mit alten Möbeln bestückt. Eigener Wohnzimmerbereich. Fahrrad in Hof angekettet. 32 Euro (mit Frühstück).

Kulinarisches Brevier Rumänien 2

Gar nicht so leicht, zu sagen, was die rumänische Küche an der Schwarzmeerküste und im Hinterland des Donaudeltas ausmacht.
Zumindest in den Restaurants, die jetzt in der Vorsaison offen hatten, dominierte eine mediterrane, internationale Richtung.
Lokales Kolorit war kaum zu spüren.
Dafür war meist die Qualität/Frische der Fische wirklich gut.

Mangalia

Es war nicht einfach, ein offenes Restaurant zu finden. In Hafennähe dann doch fündig geworden.

Maritimo
Eher eine Bar, eine Lounge, denn ein Restaurant. Merkwürdiges Publikum, das offenbar hier seinen Status zur Schau stellte ( = Geld haben). Ich war skeptisch, wurde aber angenehm überrascht. Die Küche war ausgezeichnet.

1) Bruschetta mit Anchovi (2,5 Euro)
2) Tagliatelle mit Tintenfisch in schwarzer Soße (8 Euro)
3) Obstkuchen mit Vanilleeis (2,5 Euro)

Besonders der Tintenfisch in seiner schwarzen Tinte hatte es mir angetan. Sehr gut!

Konstanza

Bacaro Port
Eines der vielen Hafenlokale, die sich eigentlich alle ähneln. Schick, herausgeputzt, ein bisschen mondän, ein Platz, um sich zu zeigen und zu demonstrieren, dass man zur Geldelite des Landes gehört oder zumindest so tut. (Für den mitteleuropäischen Geldbeutel war das kein Problem, für den einheimischen allerdings sicher!) Viele im Lokal waren sehr damit beschäftigt, Selfies zu machen und sie gleich ins Netz zu stellen.

1) Fischsuppe
2) Gebratener Lachs mit Meerrettichsauce

Suppe gut, Lachs sehr trocken.

Murighiol

Blue House

Neu eröffnetes Hotel samt Restaurant. Wurde mir von meinem Pensionswirt empfohlen, was nicht weiter verwunderlich war. Der Besitzer war sein Bruder. Es gab aber (in der Nebensaison) eh kaum eine Alternative. Schön eingerichtetes Lokal. Viel auf Edel (und Weiß) gemacht. Die Küche gab sich Mühe.

1) Fischsuppe
2) Scrumbie, gebraten

Bei der Fischsuppe wurden getrennt  zur Brühe diverse gekochte Fische serviert – samt einer exzellenten Knoblauchpaste. Insgesamt sehr gut und enorm sättigend, Hätte eigentlich gereicht.
Gegrillter Fisch anschließend etwas trocken geraten.

Casa Badea
Privatunterkunft. Die Frau des Wirtes brutzelte auf dem Grill über offenem Feuer den besten Grillfisch, den ich je gegessen habe. (Dieser Superlativ muss sein!) Scrumbie!

Näheres: siehe Blogeintrag Tag 259 / 11.4.2018

Tulcea

Ivan Pescar Fish Bar
Schönes Lokal am Hafen. Einfach eingerichtet. Sehr kompetente Bedienung. Und sehr gute und einsehbare Küche, die frischen Fisch verarbeitet.

1) Ivan Pescar Speciality (10,5 Euro)
2) Catfish(Wels) with Vegetables Stew in the Oven (6 Euro) 

Die Vorspeise doppelt so teuer wie der Hauptgang. War aber gerechtfertigt. Exzellent geräucherter  Fisch. Samt Karpfenkaviarcreme. Hauptspeise: Welsfilet. Saftig gegart. Mit Tomaten-, Gemüsesoße und Polenta. Sehr gut.

Galati

Blue Aqua
Restaurant in Betonblock, aber schön über der Küste gelegen. Treffpunkt der Schönen und (Schein)Reichen und denjenigen, die es mal für einen Abend sein wollen.
Küche ambitioniert. Aber teilweise überfordert.

1) Bruschetta (Lachs mit Kapern)
2) Gesottenes Fischfilet mit Broccoli
3) Orangenkuchen

Alles ordentlich, ohne wirklich zu überzeugen.

Tag 261 (13.04.2018) / Rumänien: Tulcea -> Galati

Strecke: 83 km (10:30 – 18:00 Uhr)

Beim Losfahren blockierte wiedermal mein Hinterrad. Das Schutzblech war auf den Reifen abgesunken und bremste ihn. Ich hatte Mühe, das wieder zu richten. Das Blech ließ sich nicht richtig fixieren. Mit Ach und Krach ging’s dann doch.
Die Strecke Richtung moldawischer Grenze unspektakulär. Nur selten kam ich der Donau spucknah.

gedoppelt

Die Donau-Ortschaften einfach.
Die drei Damen, die an einem Dorfeingang Honig, Selbsteingemachtes und selbstgebraute Getränke verkauften, ließen sich erst fotografieren, nachdem sie sich hübsch gemacht hatten.
“Zieh dein Kopftuch aus dem Gesicht” – hatte die eine zur andern gerufen. Und alle drei haben gelacht und sich nach dem “Fotoshooting” bekreuzigt.

Die drei Damen von der Schankstelle

Kurz bevor ich die Fähre zur Donauhafenstadt Galati erreichte, passierte es.
Ein Schlag – und wieder blockierte mein Hinterrad.
Jetzt war ich gezwungen, genauer hinschauen.
Der Gepäckträger war gebrochen. Die Aufhängung des Schutzbleches hinten ebenfalls. Das Lichtkabel gerissen.
So war kein Weiterkommen.
(Schon vor 2 Tagen hatte ich das Schutzblech über der Kette verloren und noch ein paar andere Wehwehchen am Rad entdeckt. Offensichtlich war es den Belastungen der Tour nicht mehr gewachsen. Ich musste hoffen, die Tour noch irgendwie zu Ende bringen zu können.)

Ich hatte dennoch Glück im Unglück, dass das Ganze kurz vor der Fähre passiert war. Ich schob das havarierte Gerät bis zum Fluss. Löste das Ticket und setzte über.

so fern, so nah

Auf der anderen Seite der Donau sattelte ich die Gepäcktaschen ab. Lud alles in die Reisetasche um.

so kaputt

Schulterte das gesamte Gepäck, fixierte den Gepäckträger mit 2 Spannseilen, so dass ich wenigstens fahren konnte, und strampelte die letzten 4 Kilometer bis zu meinem Hotel in Galati.

18 Uhr – alle Geschäfte zu – ich musste hoffen, morgen (Samstag) eine offene Werkstatt zu finden.

Der Blick aus meinem Hotelfenster auf das Donauufer gegenüber entschädigte mich ein wenig.

am andern Ufer

am andern Ufer 2

Galati interessant, jung, voll. Ich war aber zu müde, um den Trubel zu genießen.

Unterkunft: Hotel Falezza. Toll am Donauufer gelegen. Grandioser Blick auf das Donautal. Modernisierter Plattenbau. Etwas schwierig die Kommunikation mit der Rezeption (kein Englisch). Fahrrad draußen angekettet. 45 Euro (mit Frühstück).