Meer Europa

Tag 327 (03.08.2021) / Norwegen: Lillehammer -> Høvringen

Strecke: 142 km.  (09:15 – 22:15 Uhr)

Verrückter Tag, harter Tag.

Als ich losfuhr, klapperte mein Vorderrad. Platten. Witzigerweise geschah es direkt vor einer öffentlichen Aufpumpstation im Zentrum Lillehammers.

Ich sah schnell, dass das Ventil das Problem machte, offenbar war es defekt. Es pustete nach dem Aufpumpen die Luft wieder raus. Gottseidank hatte ich ein Ersatzventil dabei. Problem gelöst.

Dann ab vom Mjøsa-See weiter Richtung Norden.

Schöne Stimmungen.

Ich durchfuhr nun das Gudbrandsdal. Wohl der älteste norwegische Weg nach Norden.

Nicht nur schöne, wilde Natur. Auch ( vor allem) religiöse Kulturlandschaft. Zahlreiche Stabkirchen.

Die bekannteste: die von Ringebu. Anfang des 13. Jahrhunderts gebaut.

Schön, draußen und drinnen.

Prächtige Schnitzereien.

Prächtige Orgel.

Fantastischer Blick über den Friedhof ins Gudbrandsdal.

Auch säkular konnten sich viele Höfe sehen lassen.

Aber die religiöse Bau-Kunst dominierte doch.

Es machte Spaß, das Tal zu durchradeln.

Nette Dörfer, schöne Cafés.

Es machte Spaß, das Tal zu durchradeln, bis … bis dass ich keine Unterkunft finden konnte. Spärliches Angebot – oder alles (Sommer!) ausgebucht. Ich strampelte immer weiter, suchte in Verschnaufpausen per Handy im Internet und fand ein freies Zimmer hoch über dem Gudbrandsdal in Høvringen. 930 Meter gen Himmel. Eigentlich ein Wintersportort. Ich hatte nicht erwartet, dass die Steigung dermaßen furchteinflößend war – an Fahren war nicht zu denken. Um 20 Uhr begann ich den Aufstieg, es fehlten noch ca. 8 Kilometer. Und ich schob, schob schob.

Dabei: spektakuläre Runtersichten auf das Gudbrandsdal.

Die Spätsonne färbte die Landschaft lieblich gold – wo sie doch eigentlich rau war.

Die Sonne spielte mit meinem Schatten und warf ihn an das Gebirgsgestein. Sah aus wie eine steinzeitliche Felsmalerei.

Nach 2 Stunden Aufstieg kam ich an mein Ziel. Völlig entkräftet. Und alle Bars und Restaurants geschlossen.