Meer Europa

Kulinarisches Brevier: Frankreich 3 (Normandie) & Belgien

Auch in der Normandie änderte sich nicht die kulinarische Ausrichtung: Am Meer gibt es eben Meeresfrüchte und Fisch satt. Fleisch spielt eine Nebenrolle. Die Qualität ähnlich wie in der Bretagne. In der Regel sehr frische Ware. Alles hängt von der Kunst des Kochs ab. Insgesamt scheint mir die normannische Küche einen Tick rustikaler als die bretonische.

Ausgesprochen gute Muscheln (Knoblauch, Kräuter). Hab immer wieder mit Bot nachgetunkt bis kein Tropfen des Suds mehr über blieb. Seebarsch sehr gelungen mit delikater Sauce und exzellenten Beilagen. Ziegenkäse zum Schluß nicht zu schwer. War mit Walnusskernen bestreut. Klasse. Nachspeise gut.

Granville

Restaurant Du Port”
Sehr nettes Restaurant direkt am Hafen. Gut von Einheimischen besucht.

Menü (27,50 Euro)

“Praires farcies”
(Gefüllte Muscheln)
“Bar, infusion d’huître émulsionée au champagne”
(Seebarsch mit einer Champagner-Austern-Sauce)
“Salade de chèvre chaud”
(Warmer Ziegenkäse-Salat)
“Tarte au poire
(Birnentarte)

Ausgesprochen gute Muscheln (Knoblauch, Kräuter). Hab immer wieder mit Bot nachgetunkt bis kein Tropfen des Suds mehr über blieb. Seebarsch sehr gelungen mit delikater Sauce und exzellenten Beilagen. Ziegenkäse zum Schluß nicht zu schwer. War mit Walnusskernen bestreut. Klasse. Nachspeise gut.

Cherbourg

Restaurant “La Cale”
Leider hatten viele Restaurants an diesem Tag geschlossen, so dass ich nicht viele Optionen hatte. “La Cale” war ein Reinfall. Überteuert, steril, gelangweilter Service.

“Poëlée de Saint Jacques a la Normande”
(Gebratene Jakobsmuscheln mit Pilzsauce)
18,50 Euro

Muscheln waren noch sandig. Kaum gewürzt. Nicht gut.

Carentan

Restaurant “L’Escale des Sens”
Kleines Restaurant am Rande des Zentrums. Außerordentlich gut für das Städtchen, in dem es zwar viele Viehbarone gibt, aber kaum bessere Lokale. Menü wurde mündlich vorgetragen. Habe – da ich so gut wie nicht französisch spreche – kaum was verstanden. War gespannt und wurde nicht enttäuscht.

Menü (24,90 Euro)

Amuse gueule
Selbstgeräucherter Lachs
Gebratenes Stubenkücken
Apfelschnitten mit Calvados-Sorbet

Lachs mit einer feinen leicht salzigen Creme gefüllt: schmeckte ausgesprochen zart und fein. Kücken kross und klasse mit sehr stimmigen Beilagen. Apfel mit Sorbet gelungen. Klasse Menü im Apfelwunderland Normandie.

Bayeux

Restaurant “Le Pommier”, bei der Kathedrale
Traditionslokal. Bekannt für regionale Küche. Inneneinrichtung etwas zu sehr auf bürgerlich getrimmt. Aber aufmerksame Bedienungen.

Menü (34,50 Euro)

“L’assiette de coquillages et crevettes”
(huitres, bulots, birgoneaux, crevettes)

(Meeresfrüchte)
“Pavé de noix de veau campagnard et sauveurs d’automne aux bais rouges”
(Rindersteak)
“Normannischer Apfelkuchen mit Vanilleeis und Karamellcreme”

Meeresfrüchte frisch und gut. Fleisch halbrosa gebraten und sehr zart. Gute Sauce. Apfelkuchen einfach klasse.

Trouville-sur-Mer

Restaurant “L’Inattendu”, im Zentrum
Sehr schönes Restaurant, das nicht so rummelig wirkt wie viele andere. Geschmackvoll eingerichtet. Äußerst nette Bedienung, die aber manchmal überfordert wirkte, als das Lokal sich dann doch füllte. Trotzdem absolut empfehlenswert.

Menü (28 Euro)

“L’Assiette de huitres et crevettes de terrine de la mer”
(Meeresfrüchte)
“Andouillete au canard grillée”
(Gegrillte Entenbrust)
“Sorbet framboise au coulis maison”
(Himbeersorbet)

Ausgesprochen gute Gänge.
Meeresfrüchte nicht üppig, aber schmackhaft. Entenbrust sehr fein und fast zu groß die Portion. Nachspeise routiniert.

Fécamp

Restaurant “Le Rocher”
Beliebtes Billiglokal. Strandnah. Sehr voll. Sympathisches Personal.

Menü (14,90 Euro)

“Terrine aux 3 poissons”
(Fischterrine)
“Moules a la crème frites”
(Venusmuscheln mit saurer Crème)
“Tarte aux pommes”
(Apfelkuchen)

Für diesen Preis gibt es absolut nichts zu meckern. Sicher keine Gourmet-Küche, aber sehr ordentlich.

Le Tréport

Restaurant “Saint Louis”
Sehr bekanntes Fischlokal. Überladen bis leicht schwülstiges Interieur. Professionelle Bedienung. Exzellente Fischküche.

Menü (34,50 E)

“12 Huitres Panachées de St Vaast”
(Austern)
“Dos de morue fraîche rôti au coulis de langouste et piment d’espelette”
(Kabeljau mit Espelette-Pfeffer)
“Assiette de 2 fromages”
(Käseplatte)
“Sorbet normand arrosé de calvados”

Die besten Austern, die ich bisher gegessen habe. Schmackhafter Kabeljau. Käse und Nachspeise gut. Ein richtig schönes Menü.

Boulogne-sur-Mer

Touristenlokal. Die besseren Lokalitäten hatten zu.

Menü (21,90 Euro)

“Flamiche au Maroilles”
(Warmer Käsekuchen / Maroille Käse)
“Carbonade flamande”
(Flämisches Biergulasch)
“Frommage blanc à la cassonade”
(Frischkäse mit in Butter geschwenkten Semmelbröseln)

Menü machte satt, mehr aber nicht.

Dunkerque

Restaurant “Grand Morien”
Brasserie. Hallenmäßig. Schnelle, aber uninteressierte Bedienungen.

“Camembert gratinée”
(Gebackener Camembert)
9,10 Euro
“Potjevleech fait maison”
(Fleisch in Sülze)
14,90 Euro

Dunkerque ist nördlichste französische Stadt.
Belgien ist nicht weit. Das merkt man an der Speisekarte. Da gibt es schon starke flandrische Einschläge. Potjevleesch zum Beispiel ist ein kaltes Gericht: Fleisch (Hühnchen, Rind, Schwein) in Biersülze. Schmeckte interessant. Nicht unbedingt fein. Vorspeise leicht angekokelt. Insgesamt kein kulinarischer Höhepunkt.

BELGIEN

Oostende

Waffel mit Sahne
5,50 Euro
Snack am Mittag. Ich war in Belgien angekommen.

Restaurant “‘t Vistraptje”, an der Promenade
Einigermaßen bieder. Suggerierte höhere Qualität als eingehalten wurde. Viel Firlefanz.

Menü (37 Euro)

“In huis gemaakte kroketten met Oostendse grijze garnalen”
(Kroketten aus Garnelenfleisch)
“Sorbet van de dag – sorbet du jour”
(Kirschsorbet mit Himbeere)
“In huis gemaakte Bouillabaise”
(Hausgemachte Bouillabaise)
“Chocolade mousse”

Insgesamt gut, aber nicht wirklich ausgefeilt oder überraschend. Wollte zum Abschluss meiner Etappe noch einmal einen Gourmet-Genuss. Fand ich aber nicht.