Meer Europa

Tag 247 (30.03.2018) / Griechenland: Alexandroupolis -> Soufli

Strecke: 66 km (11:00 – 16:30 Uhr)

Wahnsinnsschmerzen: Als ich aufstehen wollte, ging nichts. Hexenschuss, eingeklemmter Ischias-Nerv? Ich hatte Tränen in den Augen.
Ich verdächtigte das extrem weich-labbrige Hotelbett. Aber egal. Eigentlich wollte ich um 8:30 Uhr losfahren. Brauchte aber eineinhalb Stunden, allein um in die Senkrechte zu kommen. Dann nur unter Höllenqualen meine Sachen gepackt.
Ich war kurz davor, einen Arzt zu rufen.

Irgendwie quälte ich mich zur Rezeption, um zu zahlen, danach mein Fahrrad zu satteln und dann den Versuch zu wagen, weiter zu fahren.

Es tat weh, aber je mehr ich (vorsichtig) fuhr, umso mehr entspannte sich irgendein Muskel, und … es ging (nicht gut, aber erträglich).

Wieder ein milchiger Tag. Schon seit Wochen versaute mir das Wetter (fotografisch) die Bildideen – (aber nicht die Laune).
Schwer, gegen null Kontraste, null Schatten, null Tiefe, null Farben anzufotografieren.
Ich tat’s halt doch.

Das Evros-Delta ziemlich geflutet.

Suchbild: Wo ist der Zipp?

Das Mittelmeer schon seit 1 Stunde nicht mehr zu sehen. Ich hatte vergessen, mich zu verabschieden! I’ll come back.

Mehr oder weniger folgte ich dem Grenzfluss zur Türkei – Evros (griechisch). Außengrenze der EU. Der wasserreiche Fluss auch hier – Dank heftiger Regenfälle – weit über die Ufer geflutet. Wie es trotzdem Flüchtlinge schaffen, hier (mit Hilfe von Schleusern) über die Grenze in die EU zu kommen? Wie viele sterben dabei?

Gesumpft

Wellige, mal bergige Landschaft.

Gut gebellt

Schließlich im Kleinstädtchen Soufli angekommen. Null Touristen (wenn man mich ausnimmt). Wenig los. Aber sehr entspannt und sympathisch.

Durchblick

Nach einem Aufwärmbier ging ich in ein Seidenmuseum. Soufli ist bekannt für die Arbeit mit Seidenkokons …

Snack?

… von Seidenraupen auf Maulbeerbäumen … Und das Ganze wird dann halb maschinell verarbeitet …

Maschinenzeitalter

… wie genau das geschieht hab’ ich trotz Erklärvideos nicht wirklich verstanden.

Schöne historische Fotos.

Wie in Legebatterien

Wunderschöne Fäden, aus denen wunderschöne Stoffe entstehen.

Seidig

Das Städtchen ohne gutes Restaurant. (Wahrscheinlich öffnen die besseren erst ab Mai.) Ich ging in einen griechischen Schnellimbiss, dröhnte mich mit Hähnchenspießen, saulauter Schlagermusik und ein paar Bieren schmerzfrei.

Unterkunft: Hotel Koukoli, Dorfmitte. Wunderschöner historischer Steinbau. Sehr sehr geschmackvoll eingerichtet. Herrlich oldfashioned Personal. 35 Euro (mit Frühstück). Fahrrad in Hof angekettet.