Meer Europa

Schlagwort Archiv: Donau

Kulinarisches Brevier: Rumänien 2

Gar nicht so leicht, zu sagen, was die rumänische Küche an der Schwarzmeerküste und im Hinterland des Donaudeltas ausmacht.
Zumindest in den Restaurants, die jetzt in der Vorsaison offen hatten, dominierte eine mediterrane, internationale Richtung.
Lokales Kolorit war kaum zu spüren.
Dafür war meist die Qualität/Frische der Fische wirklich gut.

Mangalia

Es war schwierig, ein offenes Restaurant zu finden. In Hafennähe dann doch fündig geworden.

Restaurant “Maritimo
Eher eine Bar, eine Lounge, denn ein Restaurant. Merkwürdiges Publikum, das offenbar hier seinen Status zur Schau stellte ( = Geld haben). Ich war skeptisch, wurde aber angenehm überrascht. Die Küche war ausgezeichnet.

Bruschetta
(mit Anchovi)
2,50 Euro
Tagliatelle
(mit Tintenfisch in schwarzer Soße)
8 Euro
Obstkuchen
(mit Vanilleeis)
2,50 Euro

Besonders der Tintenfisch in seiner schwarzen Tinte hatte es mir angetan. Sehr gut!

Konstanza

Restaurant “Bacaro Port
Eines der vielen Hafenlokale, die sich eigentlich alle ähneln. Schick, herausgeputzt, ein bisschen mondän, ein Platz, um sich zu zeigen und zu demonstrieren, dass man zur Geldelite des Landes gehört oder zumindest so tut. (Für den mitteleuropäischen Geldbeutel war das kein Problem, für den einheimischen allerdings sicher!)

Viele im Lokal waren sehr damit beschäftigt, Selfies zu machen und sie gleich ins Netz zu stellen.

Fischsuppe
Gebratener Lachs
(mit Meerrettichsauce)

Suppe gut, Lachs sehr trocken.

Murighiol

Restaurant “Blue House”
Neu eröffnetes Hotel samt Restaurant. Wurde mir von meinem Pensionswirt empfohlen, was nicht weiter verwunderlich war. Der Besitzer war sein Bruder. Es gab aber (in der Nebensaison) eh kaum eine Alternative. Schön eingerichtetes Lokal. Viel auf Edel (und Weiß) gemacht. Die Küche gab sich Mühe.

Fischsuppe

Bei der Fischsuppe wurden getrennt  zur Brühe diverse gekochte Fische serviert – samt einer exzellenten Knoblauchpaste. Insgesamt sehr gut und enorm sättigend, Hätte eigentlich gereicht.

Scrumbie

Gegrillter Fisch anschließend etwas trocken geraten.

Murighiol

“Casa Badea”
Privatunterkunft. Die Frau des Wirtes brutzelte auf dem Grill über offenem Feuer den besten Grillfisch, den ich je gegessen habe. (Dieser Superlativ muss sein!) Scrumbie!

Näheres: siehe Blogeintrag Tag 259 / 11.4.2018

Tulcea

Restaurant “Ivan Pescar Fish Bar”
Schönes Lokal am Hafen. Einfach eingerichtet. Sehr kompetente Bedienung. Und sehr gute und einsehbare Küche, die frischen Fisch verarbeitet.

Ivan Pescar Speciality
(Fischplatte)
10,50 Euro
Catfish
(Wels)
(with Vegetables Stew in the Oven)
6 Euro

Die Vorspeise doppelt so teuer wie der Hauptgang. War aber gerechtfertigt.
Exzellent geräucherter Fisch. Samt Karpfenkaviarcreme.
Welsfilet saftig gegart. Mit Tomaten-, Gemüsesoße und Polenta. Sehr gut.

Galati

Restaurant “Blue Aqua”
Lokal in Betonblock, aber schön über der Küste gelegen. Treffpunkt der Schönen und (Schein)Reichen und denjenigen, die es mal für einen Abend sein wollen.
Küche ambitioniert. Aber teilweise überfordert.

Bruschetta
(Lachs mit Kapern)
Gesottenes Fischfilet
(mit Broccoli)
Orangenkuchen

Alles ordentlich, ohne wirklich zu überzeugen.

Tag 261 (13.04.2018) / Rumänien: Tulcea -> Galati

Strecke: 83 km (10:30 – 18:00 Uhr)

Beim Losfahren blockierte wiedermal mein Hinterrad. Das Schutzblech war auf den Reifen abgesunken und bremste ihn. Ich hatte Mühe, das wieder zu richten. Das Blech ließ sich nicht richtig fixieren. Mit Ach und Krach ging’s dann doch.
Die Strecke Richtung moldawischer Grenze unspektakulär. Nur selten kam ich der Donau spucknah.

Gedoppelt

Die Donau-Ortschaften einfach.

Dorfbild mit Esel


Die drei Damen, die an einem Dorfeingang Honig, Selbsteingemachtes und selbstgebraute Getränke verkauften, ließen sich erst fotografieren, nachdem sie sich hübsch gemacht hatten.
“Zieh dein Kopftuch aus dem Gesicht” – hatte die eine zur andern gerufen. Und alle drei haben gelacht und sich nach dem “Fotoshooting” bekreuzigt.

Die drei Damen von der Schankstelle

Kurz bevor ich die Fähre zur Donauhafenstadt Galati erreichte, passierte es.
Ein Schlag – und wieder blockierte mein Hinterrad.
Jetzt war ich gezwungen, genauer hinschauen.
Der Gepäckträger war gebrochen. Die Aufhängung des Schutzbleches hinten ebenfalls. Das Lichtkabel gerissen.
So war kein Weiterkommen.
(Schon vor 2 Tagen hatte ich das Schutzblech über der Kette verloren und noch ein paar andere Wehwehchen am Rad entdeckt. Offensichtlich war es den Belastungen der Tour nicht mehr gewachsen. Ich musste hoffen, die Etappe noch irgendwie zu Ende bringen zu können.)

Ich hatte dennoch Glück im Unglück, dass das Ganze kurz vor der Fähre passiert war. Ich schob das havarierte Gerät bis zum Fluss. Löste das Ticket und setzte über.

So fern, so nah

Auf der anderen Seite der Donau sattelte ich die Gepäcktaschen ab. Lud alles in die Reisetasche um.

Schulterte das gesamte Gepäck, fixierte den Gepäckträger mit 2 Spannseilen, so dass ich wenigstens fahren konnte, und strampelte die letzten 4 Kilometer bis zu meinem Hotel in Galati.

18 Uhr – alle Geschäfte zu – ich musste hoffen, morgen (Samstag) eine offene Werkstatt zu finden.

Der Blick aus meinem Hotelfenster auf das Donauufer gegenüber entschädigte mich ein wenig.

Am andern Ufer
Am andern Ufer 2

Galati interessant, jung, voll. Ich war aber zu müde, um den Trubel zu genießen.

Unterkunft: Hotel Falezza. Toll am Donauufer gelegen. Grandioser Blick auf das Donautal. Modernisierter Plattenbau. Etwas schwierig die Kommunikation mit der Rezeption (kein Englisch). Fahrrad draußen angekettet. 45 Euro (mit Frühstück).