Meer Europa

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Tag 321 (20.07.2019) / Norwegen: Steinkjer -> Trondheim (ETAPPENSCHLUSS)

Strecke: 135 km.  (08:30 – 18:30 Uhr.)

Einmalig schönes Trondheim! Ich radelte frohgestimmt ins Etappenende hinein. Schluss mit Etappe 10.

Nach 3.330 Kilometern in exakt 5 Wochen, von Helsinki über das Nordkap bis nach Trondheim, wird jetzt für die Rückreise gepackt.

Der Schlusssprint heute schmerzlos, die Strecke größtenteils flach.

Es fehlt nun nicht mehr viel, nur noch eine weitere Etappe (nächstes Jahr), und Europa ist geschafft!

Insgesamt (in 10 Etappen) nun rund 24.030 Kilometer abgefahren.

Tag 264 (16.04.2018) / Moldawien: Comrat -> Chisinau

Strecke: 100 km (09:00 – 16:30 Uhr)

Letzter Radl-Tag. Auch wenn mein Drahtesel krächzte, stöhnte, quietschte: Er hielt durch. So wie ich.

in Konkurrenz

Gagausien ließen wir gemeinsam hinter uns.

Die schlechten Straßen ebenso.

Sinfonie in Braungrün

Die Berge und Dörfer auch.

mit blauen Einsprengseln

Wir schrubbten zusammen nochmal ganz schön was runter.
Achteten kaum noch auf Details.

braun-blau-grün

Wir wollten beide nur heil in der Hauptstadt Chisinau ankommen. Es wurde uns gewährt: sogar schneller als gedacht.

Das Hotel, in dem wir uns einquartierten, kannten wir schon vom letzten Besuch (vor 1 1/2) Jahren.
Ankunft nach exakt 2.305 km.

Jetzt schloss sich der Kreis. Die letzte Lücke war geschlossen und die Südroute Europas damit auch geschafft.

Unterkunft: Weekend Boutique Hotel, zentrumsnah. Ruhepol in der sonst ziemlich hektischen Stadt. Sehr zuvorkommender Service. Sehr schöne Zimmer. Großes Bad. 38 Euro (ohne Frühstück).

Tag 248 (31.03.2018) / Griechenland: Soufli -> Swilengrad (Bulgarien)

Strecke: 105 km (09:30 – 17:30 Uhr)

Für den langen Weg, der vor mir lag, kam ich ein wenig spät aus der schönen Unterkunft in Soufli weg.

prächtig

Ich hatte zwischenzeitlich eine Entscheidung getroffen:
Ich werde meine Etappe nicht mit einem Abstecher in die Türkei fortsetzen. Es wäre eigentlich der direkte Weg zur Schwarzmeerküste gewesen.
Zwei Gründe waren ausschlaggebend:
Erstens: Ich hätte bei der Einreise verschweigen müssen, dass ich Journalist bin. Mein Beruf ist aber ein ehrenwerter Beruf. Nur um mir Ärger mit einem totalitären Erdogan-Regime zu ersparen, wollte ich mich nicht verleugnen.
Zweitens: Genau an der Grenze, die ich auf griechischer Seite gerade entlang fahre, gibt es in den letzten Wochen heftige Spannungen zwischen den (NATO!)-Nachbarländern. Zwei griechische Soldaten, die anscheinend irrtümlich auf türkisches Gebiet geraten waren, wurden verhaftet. Ein deutsches TV-Team, das im Grenzgebiet unterwegs war, wurde von griechischen Sicherheitskräften kurzzeitig festgesetzt. Die Nervosität war deutlich spürbar, die griechischen Militär- und Grenzschutz-Patrouillen bereits gestern auf der Route deutlich sichtbar.
Letztendlich ist mir das Risiko, beim Grenzübertritt in Schwierigkeiten zu geraten, zu groß.

Ich fuhr also auf griechischer Seite entlang dem Fluss, der mächtig über die Ufer getreten war …

Fluss mit Untiefen

… und der alles in einem Riesensee verschluckte: Hütten, Felder, Straßen, Strommasten.

Fluss-See

Auf der Höhe des Dörfchens Lavara gesellte sich plötzlich ein Radfahrer zu mir.
Es stellte sich heraus, dass er ein deutscher Rentner war, der seit 10 Jahren hier am Evros seinen Ruhestand verbrachte.
Ich fragte ihn eine wenig aus und er antwortete bereitwillig.
Es sei eine Tragödie, was hier passiere – und Europa schaue leider weg. Immer wieder würden Flüchtlinge im Fluss ertrinken. Erst vor ein paar Wochen etwa 10 Menschen – in einer Nacht!
Der Fluss sei unberechenbar, entwickle starke Wirbel. Boote würden kentern. Nicht mal geübte Schwimmer könnten dem Sog entkommen.
Das Problem sei: Sowohl auf türkischer wie auf griechischer Seite würde viel Geld mit Menschenschmuggel verdient.
Auf Nachfrage betonte er: “Ja, auch auf griechischer Seite! Mein halbes Dorf lebt vom Schmuggel.”
Schon seit Jahrzehnten sei der Evros eine Schmugglergegend. Das Preisgefälle zwischen den Nachbarländern sei enorm, da rentiere es sich, illegal Waren aller Art aus der Türkei nach Griechenland zu schmuggeln. Auch Drogen. Und mittlerweile eben auch Menschen.
Der Rentner redete sich in Rage: Hier würden Menschen verrecken und die Deutschen zu Hause führten Gespensterdebatten über “Heimat”. Mit Zornesröte im Gesicht verabschiedete er sich und strampelte Richtung Berge weiter.

Ich begleitete noch eine Weile den Evros, bog dann (kurz vor dem türkischen Edirne) Richtung Bulgarien ab.

Leicht wellige Gegend, immer wieder mir eingesprengten kleinen Baumwollfeldern

zart

“Baum-Wolle”. Schönes deutsches Kombi-Wort. “Schafs-Baum-Wolle” – wär auch mal eine interessante Wort-Kreuzung

zottelig

Nach 1.250 Kilometern (in knapp 3 Wochen) ging nun die Griechenlandreise zu Ende.

Bulgarien lag vor mir. Die Passformalitäten an der Grenze (kein Schengenraum!) waren schnell erledigt, Swilengrad, das erste bugarische Städtchen, über eine Stein-Brücke aus dem 16.Jahrhundert schnell erreicht.

historisch

Dutzende Spiel-Casinos und Hotels prägten die kleine Innenstadt, die gesichtlsos, etwas kalt und noch ziemlich gestrig wirkte.

Unterkunft: Hotel George. Stadtzentrum. Hatte viel ex-sozialistischen Charme. Die Verständigung war reichlich schwierig, klappte aber. 29 Euro (mit Frühstück).

Tag 197 (23.04.2017) / Frankreich: Marseille -> Cassis

Strecke: 31 km (10:45 – 13:15 Uhr)

Am Morgen konnte ich einem Marseiller Café ein wenig den Gesprächen folgen. Überwiegend von Franzosen maghrebinischer Herkunft besucht. Fast alle Satzfetzen, die ich verstand, handelten von der heutigen ersten Runde der Präsidentschaftswahl. Die meisten Diskutanten wollten überhaupt nicht zur Wahl. Einige wenige sprachen sich laut für Macron aus.


Ich hatte einen Außenplatz. Eine junge Frau gesellte sich zu mir, fragte, ob es mich stören würde, wenn sie rauchte. Ohne die Antwort abzuwarten, zündete sie den Stengel an. Auch sie eine Französin mit maghrebinischem Migrationshintergrund (wie sich das schon anhört – mit fällt aber nicht ein, wie sich das politisch korrekt etwas schöner formulieren lässt.) Ich fragte sie (gebrochenes Französisch), für wen sie stimmen würde. Sie schüttelte den Kopf und bedeutete, dass sie nicht zur Wahl ginge. Dann wollte sie von mir wissen, ob ich Le Pen “lieben” würde?
Sie verstand meine Entgeisterung nicht wirklich.
Und ich verstand, dass ich mich in Le Pen Country bewegte. Hier im Süden hatte die rechtsextreme Dame verdammt viele Anhänger.

Ich war gespannt, wie am Abend das Ergebnis ausfallen würde. Ob Europa gesprengt oder als Friedens- und Demokratieversprechen weiter entwickelt werden konnte.

Ich hatte beschlossen, mehr oder weniger einen Ruhetag einzulegen. Meine Kraft ließ merklich nach und ich verzichtete darauf, die spektakulären Fjorde des Calenques-Nationalparks abzuradeln. Es hätte mich heute überfordert.

Hohlgasse

Stattdessen fuhr ich direkt nach Cassis, rund 30 Kilometer östlich von Marseille gelegen und gemütlich zu erreichen. In Cassis begann die Côte D’Azur.

Klassisch

Obwohl überlaufen,

Immer noch klassisch

hatte sich das einstige Fischerdorf seinen alten Charme bewahrt.

Farbenmut

Sogar einige ruhige Gassen luden zum Innehalten ein.

Straßenruh

Ich quartierte mich ein und ließ es mir gut gehen.

Um 20 Uhr dann die ersten Hochrechnungen der Präsidentschaftswahl auf dem Handy verfolgt. Vor Ärger über das Le Pen Ergebnis richtete ich eine kleine Katastrophe an. Schüttete aus Versehen ein ganzes Glas Rotwein über den Tisch. Das französische Publikum im Restaurant schien wenig interessiert. An mir und an der Politik.

Unterkunft: Hotel “Laurence”. Schon etwas bejahrt. Zuvorkommender Service. 55 Euro (ohne Frühstück). Fahrrad Foyer abgestellt.

Tag 105 (12.11.2015) / Belgien: Dunkerque (Dünkirchen) (F) > Oostende (B)

Strecke: 52 km. (09:15 – 14:00)

Unterkunft in Oostende: “Hotel Princess”. Zentrum. Hinter Strandpromenade. Professionell. (50 Euro mit Frühstück.) Fahrrad in Garage abgestellt.

T0105

Geschafft! Letzter Tag!

Ich ließ es ausrollen. Verabschiedete mich von Dunkerque.
Trödelte mich aus der Stadt hinaus.

Wie schon die ganze normannische Küste fuhr ich auch hier ständig an Weltkriegsstätten vorbei.

Viele Soldatenfriedhöfe. Französische, alliierte.

T0105-Soldatenfriedhof-01-imp

tot bleibt tot

An einem Grab sah ich eine beschriebene Schiefertafel. Mit einer bewegenden Widmung für einen 1940 umgekommenen französischen Soldaten.

T0105-Soldatenfriedhof-02-imp

rührend

“73 Jahre nach deinem Tod konnte sich jetzt endlich” – hatte ein Angehöriger gekritzelt – deine Braut wieder mit dir vereinigen.” Im Himmel. Da hat jemand lange erinnert und geliebt.

Kaum einen Kilometer weiter wieder Kreuze. Diesmal aus dem 1. Weltkrieg.
Die Normandie war über Jahrhunderte Schlachtfeld.

T0105-Soldatenfriedhof-03-imp

R.I.P.

Um halb zwölf die französisch/belgische Grenze erreicht. Überall Polizei. Eine Gruppe junger Flüchtlinge hatte wohl versucht, sich nach Belgien durchzuschlagen. Polizisten in voller Montur umringten bedrohlich stehend die gleichmütig am Boden kauernden.

Europas Grenzen sind nicht mehr offen.

Um 14 Uhr Oostende erreicht, das mich mit Sonne begrüßte.

T0105-Oostende-01-imp

Sunny afternoon

Etappe 3 vorbei! Geschafft! Den französischen Atlantik bezwungen. 5 Wochen hat er mich über 2.600 Kilometer lang herausgefordert. Ich bin müde. Ich will nach Hause.

Gesamt-bis T0105

Tag 104 (11.11.2015) / Frankreich: Boulogne-sur-Mer > Dunkerque (Dünkirchen)

Strecke: 88 km. (09:15 – 16:45)

Unterkunft in Dunkerque: “Hotel Welcome”. Zentrum. Hotelblock. In die Jahre gekommen. Aber okay. Höflicher Empfang. (52,50 Euro ohne Frühstück.) Fahrrad in Garage abgestellt.

T0104

Heute glich gestern. Der Tag in grau gebadet. Mit Sonne wäre ich aber auch nicht weit gekommen. Ich durchfuhr eine fantastische Dünenlandschaft. Bei schöner Sicht hätte ich viele Stopps gemacht.
Manche der Sandberge forderten mir alles ab. Manchmal winden sich die Straße in engen Serpentinen hinauf.

wild

Unterwegs kleine, saubere und unspektakuläre Dörfer. Warum diese Herren marschierten, hab ich nicht erfragt.
Veteranen und Söhne von Veteranen ?

zahm

zahm

Calais. Eine kriegszerstörte Stadt und danach kein architektonisches Kleinod mehr geworden.

ruhig

ruhig

Hinter Calais, in den Dünen, tauchte plötzlich ein großes Flüchtlingscamp auf. Davor zwei französische TV-Teams und viel Polizei. Ich überlegte kurz, ob ich anhalten und ein paar Fotos machen sollte. Es sah gespenstisch aus: das übervolle Lager, Zelt das sich an Zelt duckte und die herumlungernden Gruppen junger arabischer und afrikanischer Männer. Ich entschied mich dagegen. Was hätte ich zeigen können, was nicht schon gezeigt? was hätte ich erfragen können, was nicht bereits gefragt wurde?

Ich wollte keinen Flüchtlingstourismus betreiben und fuhr weiter.
Manche der Männer schauten meinem beladenen Fahrrad und mir interessiert nach. Mir, der ich auf meiner Wohlstandstour durch Europa keine Probleme habe Grenzen zu passieren. Eine Freiheit, die ihnen verwehrt ist.

Endlich Dünkirchen erreicht: die nördlichste Hafenstadt Frankreichs. Meine Tour de France kam langsam zu Ende. 1 Tag noch!

Tag 46 (01.04.2015) / Montenegro: Dubrovnik -> Herceg-Novi

Strecke: 52 km (09:30- 15:00)

Unterkunft: “Hotel Aurora” in Herceg-Novi. Sehr schön an der Hafenzeile gelegen. Mit einer Szenekneipe als Hauptattraktion. (50 Euro mit Frühstück.) Fahrrad in Nebenzimmer abgestellt.

Strecke 0046-Montenegro-Dubrovnik-Herceg Novi

Aus Dubrovnik rauszukommen glich einer Selbstkasteiung. 1 Stunde steil bergauf.
Der Blick zurück hätte sich bei gutem Wetter sehr gelohnt. Herrliche Aussicht auf die Stadt.
Leider aber war die Sicht völlig versuppt.

Stadt im Nebelkleid

Stadt im Nebelkleid

Der weitere Streckenverlauf nicht sonderlich anstrengend.

Immer wieder Gräber direkt am Straßenrand. Das konnten unmöglich alles Verkehrstote sein, die an der Unfallstelle beerdigt wurden. Irgendeine morbide Marotte scheint dahinter zu stecken.

Straßengrab

Straßengrab

Schließlich war es soweit: Ich hatte Kroatien “zu Ende gefahren”. Nach fast 1.000 Kilometern erreichte ich die Grenze zu Montenegro.

Strecke Gesamt Kroatien-01

Der kroatische Zöllner verlangte mit ernster Miene meine Fahrrad-Papiere. Ich staunte und meinte, das sei jetzt zum ersten Mal, dass ein Zöllner einen Fahrradausweis sehen wolle. Er meinte trocken, dann könne ich nicht nach Montenegro hinein. Als ich ihn erschreckt anschaute, prustete er laut los und konnte sich kaum noch beruhigen. “Scherz”, “Scherz” sagte er auf Deutsch und konnte nicht mehr aufhören lachend nach Luft zu schnappen, so sehr erheiterte ihn sein eigener Joke.

Auf der anderen Seite stand ich erst einmal an. Die montenegrinischen Zöllner arbeiteten im Schlafmodus. Pass entgegennehmen, zehnmal gähnen, stempeln, diskutieren und erst nach Zögern die Papiere wieder rausreichen. Das sah überhaupt nicht nach Europa aus.

In der Tat: Das Wohlstandsgefälle zu Kroatien sprang sofort ins Auge. Die Straßen außerordentlich schlecht, die Häuser grau, viele aus Tito-Beton, die Gesichter angestrengt, die Gesichtszüge härter als die der Kroaten, viele ältere Menschen mit total zerschlissener Kleidung.

Ich befand mich in der Schmuddelecke Europas. Dort, wo der Balkan einfach nicht auf die Beine kommt.

Beton wächst in den Himmel

Beton wächst in den Himmel

Aber wo Armut, da auch Reichtum. Mein erstes Ziel in Montenegro war das Hafenstädtchen Herceg-Novi. Ein schöner alter Stadtkern. Und ein kleiner einladender Hafen mit einer herausgeputzten Restaurantzeile.

Letztes Licht

Letztes Licht

Mitten drin: meine Unterkunft. Ein alter Bahnhof, der vom bekannten serbischen Filmemacher Emir Kustenica zu einem Hotel mit Szenekneipe umgebaut worden war.

Ich war der einzige Hotelgast. Und bekam wohl das schönste Zimmer. Selbstverständlich mit Blick auf Meer und Hafen.

Feel like home

Feel like home

Ich hielt mich lange in der Kneipe auf. Wenn es etwas wie eine Bohème in Herceg Novi gab, dann hielt sie sich hier auf.

T0046-Hotel-02

Der Kellner sprach kein Wort English oder Deutsch. (Hierher kommen während der Saison anscheinend fast ausschließlich Russen). Wollte er mir etwas sagen, benutzte er sein smartphone und ließ sein Getipptes automatisch übersetzen.
So kann Kommunikation auch gelingen.

Tag 29 (15.03.2015) / Slowenien: Sistiana -> Izola

Strecke: 56 km (10:30 – 15:30)

Hotel Miramar (60 Euro mit Frühstück). Anonymer Klotz mit schlechtem Frühstück. Soll aber dennoch exzellentes Restaurant haben (war leider Sonntag zu). Fahrrad in Schwimmbad untergebracht (das gerade nicht benutzt wurde).

Strecke 0029- Slowenien-Sistiana.-Izola

Am Morgen eine Stunde in den Duineser Elegien (Klippen) spazieren gegangen. Rilke Weg nachgewandert. Blick auf das Schloß Duino, in dem Rilke die Gräfin Marie von Thurn und Taxis-Hohenlohe mit Versen beglückte.

“Ein jeder Engel ist schrecklich.”

Duino

Duino

Dann weiter gen Süden; immer gegen die Sonne angeradelt.

Duineser Elegien

Duineser Elegien

Triest schnell durchquert. Sonntagsmassen auf den Plätzen. Jede Familie führte die Mama und Großmutter spazieren.

Triest 01

Triest 01

Triest 02

Triest 02

Kleine Fischerdörfer gab es auch. Muggia besonders schön.

Muggia

Muggia

Muggia

Muggia

Nicht lang gebraucht, um Italien zu verlassen. Mit Wehmut. Der eine Tag im Friaul hatte mir Lust gemacht. Außerordentlich zuvorkommende und hilfsbereite Menschen. Mit Herz. Und mit Verstand. Klasse Service erlebt. Köstliches Essen. Italien hat sich in nur 24 Stunden für mich rehabilitiert. No Berlusconi Country! No country for old man!

Slowenische Grenze ohne Grenzkontrolle: Schengen eben.
Welch ein Glück in Europa zu leben. Slowenien jetzt schon über 10 Jahre dabei. Ja: dabei!

So frei ist Europa

So frei ist Europa

Immer mehr wird mir klar, dass Russland/Putin nicht die NATO fürchtet, sondern die Demokratie. Eine demokratische Ukraine als Nachbar ist für die Oligarchen-und-KGB-Herrschaft in Moskau tausend Mal gefährlicher als eine flügellahme NATO.

Slowenien: ziemlich italienisch.

Koper

Koper

Izola:

Izola

Izola

Bunt, sonnenabgewandt die Straßen. Selten beugen sie sich dem Winter.

Izola

Izola

Izola

Izola

Häuser wie auf alte Leinwände gemalt.

Izola

Izola

Tag 3 (15.9.2014) / Spanien: Santander -> San Vicente

Strecke: 57 km (10:15-18:00)

Santander -> San Vicente

Zum ersten Mal das Gefühl, dass ich mein Fahrrad lenke und nicht umgekehrt. Zum ersten Mal auch die Abfahrten genossen und meist die Bremse losgelassen. Wenn auch mein Gefährt immer noch befremdlich schlingerte. Aber das ist wohl die Beladung und irgendwann auch die Geschwindigkeit.
Bin unvernünftig, trage keinen Helm. Es ist heiß. Ich brauche Pausen.

Postkartenort: Santillana del Mar.

Erinnerungsfotograf

Die ganze Strecke bisher sehr touristisch. Von der spanischen Krise kaum etwas zu spüren. Die Menschen sitzen in Restaurants und Cafés. Tummeln sich an den Stränden. Fast alles Einheimische.

Schöne Strände als Wegbegleiter:

Comillas
Oyambre
San Vicente

Schließlich San Vicente de la Barquera erreicht. Eher ein Dorf als eine Kleinstadt. Mit beeindruckender Betongalerie und freiem Blick auf den mittelalterlichen Kern der Siedlung …

… und auf den fast schon industriellen Fischereihafen.

Dort mit einigen Fischern gesprochen. Sie klagen, dass die küstennahen kantabrischen Gewässer leergefischt seien.

Nicht von ihnen, vor allem von Koreanern. Schuld seien aber “die in Brüssel”, die das erlauben würden. Die nichts verstünden von den lokalen Problemen. Die so weit weg seien von jedem Alltag der Menschen in Europa. Sie meckerten ziemlich viel. Und doch eigentlich freundliche Kerle.

Unterkunft: Hotel “Luzon”. Im Zentrum. Fast edel. Kolonialstil. Sehr geschmackvoll und gut geführt. 35 Euro. Fahrrad in einer Hotelkammer gesichert.