Meer Europa

Schlagwort Archiv: Honig

Tag 261 (13.04.2018) / Rumänien: Tulcea -> Galati

Strecke: 83 km (10:30 – 18:00 Uhr)

Beim Losfahren blockierte wiedermal mein Hinterrad. Das Schutzblech war auf den Reifen abgesunken und bremste ihn. Ich hatte Mühe, das wieder zu richten. Das Blech ließ sich nicht richtig fixieren. Mit Ach und Krach ging’s dann doch.
Die Strecke Richtung moldawischer Grenze unspektakulär. Nur selten kam ich der Donau spucknah.

Gedoppelt

Die Donau-Ortschaften einfach.

Dorfbild mit Esel


Die drei Damen, die an einem Dorfeingang Honig, Selbsteingemachtes und selbstgebraute Getränke verkauften, ließen sich erst fotografieren, nachdem sie sich hübsch gemacht hatten.
“Zieh dein Kopftuch aus dem Gesicht” – hatte die eine zur andern gerufen. Und alle drei haben gelacht und sich nach dem “Fotoshooting” bekreuzigt.

Die drei Damen von der Schankstelle

Kurz bevor ich die Fähre zur Donauhafenstadt Galati erreichte, passierte es.
Ein Schlag – und wieder blockierte mein Hinterrad.
Jetzt war ich gezwungen, genauer hinschauen.
Der Gepäckträger war gebrochen. Die Aufhängung des Schutzbleches hinten ebenfalls. Das Lichtkabel gerissen.
So war kein Weiterkommen.
(Schon vor 2 Tagen hatte ich das Schutzblech über der Kette verloren und noch ein paar andere Wehwehchen am Rad entdeckt. Offensichtlich war es den Belastungen der Tour nicht mehr gewachsen. Ich musste hoffen, die Etappe noch irgendwie zu Ende bringen zu können.)

Ich hatte dennoch Glück im Unglück, dass das Ganze kurz vor der Fähre passiert war. Ich schob das havarierte Gerät bis zum Fluss. Löste das Ticket und setzte über.

So fern, so nah

Auf der anderen Seite der Donau sattelte ich die Gepäcktaschen ab. Lud alles in die Reisetasche um.

Schulterte das gesamte Gepäck, fixierte den Gepäckträger mit 2 Spannseilen, so dass ich wenigstens fahren konnte, und strampelte die letzten 4 Kilometer bis zu meinem Hotel in Galati.

18 Uhr – alle Geschäfte zu – ich musste hoffen, morgen (Samstag) eine offene Werkstatt zu finden.

Der Blick aus meinem Hotelfenster auf das Donauufer gegenüber entschädigte mich ein wenig.

Am andern Ufer
Am andern Ufer 2

Galati interessant, jung, voll. Ich war aber zu müde, um den Trubel zu genießen.

Unterkunft: Hotel Falezza. Toll am Donauufer gelegen. Grandioser Blick auf das Donautal. Modernisierter Plattenbau. Etwas schwierig die Kommunikation mit der Rezeption (kein Englisch). Fahrrad draußen angekettet. 45 Euro (mit Frühstück).

Tag 64 (19.04.2015) / Griechenland: Kalamata > Githio

Strecke: 98 km. (8:45 – 18:15)

Brutal anstrengende Strecke. Es ging ins Gebirge. Mit Abstand landschaftlich die bisher schönste Route in Griechenland. Einziges Manko: Eklatant schlechte Sicht. Enorm diesig. Keine Kontraste. Das was mein Auge sah, konnte die Kamera nicht abbilden. Wie schade.

Der Reihe nach.

Gleich hinter Kalamata schlängelte sich die Straße in Serpentinen in den Himmel hinein. Von dort aus wunderbare Aussichten über das noch hügelige Land, das mir immer mehr wie die schönere Toskana erschien.

Licht - es werde Licht!
Und zum Licht auch noch etwas Schatten, bitte!

Schon bald wurden aus Hügeln Berge.

Man könnte hier Western drehen

Fruchtbares Land. Oben …

Oliventerrassen

… wie unten (=Hochebene).

Filmkulisse

Die Küste zackig.

Fingerberge

Halbe Stunde Abfahrt. Im Schuss. Meine Wangen von aufgeprallten Mücken, Schmetterlingen und Geschmeiß so verdreckt wie eine Auto-Windschutzscheibe. (Können diese Viecher eigentlich nicht navigieren?)
By the way: Habe noch kein Land gesehen, wo so viele totgefahrene Hunde und Katzen (manchmal auch Schildkröten) am Wegrand lagen.

Unten angekommen: gestaunt über pittoreske Fischerdörfer. Der Massentourismus hat noch keinen Weg hierher gefunden.

Eine halbe Stunde Pause eingelegt und mich ein wenig aufgepäppelt.

Alt-Herren-Mütze in Kalamata gekauft

Mit Käse gefüllte Paprika gegessen. Dazu klasse lokales Olivenöl.

Beste Produkte

Schließlich wieder den Weg nach oben eingeschlagen. Kam mir noch steiler vor als der erste Aufstieg. Es tat weh.

Dorf kann nicht schöner werden
Dorf kann auch nicht noch schöner werden

Dann nur noch selten Dörfer. Dafür wurden sie immer malerischer.

Hochgebirgsdorf

Auf dem Weg ins Hochgebirge eine Schildkröte gerettet. Ich holte sie von der Straße runter und setzte sie ins Gebüsch.

Panzer schützt nicht vor Autoreifen

Winzorte. Mit Winzkirchen.

Wie alt sie wohl ist?
Duster im Altarraum

Ein paar Bauern boten (wem eigentlich?) ihre Ernte an. Honig, Oliven, getrocknete Kräuter – vor allem Oregano. Ich kaufte ein Glas (4 Euro).

Blickfang

Dann wieder Schussfahrt ans Meer.
Ausgepumpt und entkräftet im Hafenstädtchen Githio angekommen.

Sicherer Hafen

Herrlicher Tag!

Unterkunft in Githio: Hotel Aktaion an der Hafenpromenade. (Geschmackvolle Einrichtung. Balkon mit Meerblick. Hilfsbereiter Service.) 40 Euro mit Frühstück. Fahrrad zum ersten Mal draußen lassen müssen. Drinnen gab es tatsächlich keinen Platz. Nichts passiert.