Meer Europa

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Kulinarisches Brevier: Griechenland 2 (Ostküste)

Wie schon bei der ersten Griechenlandtour war ich auch diesmal erstaunt, wie vielfältig die regionale Küche ist und wie gut selbst die einfachen Lokale sind.
Essen lauwarm und in Öl schwimmend – das war vorgestern.

Athen

Restaurant “Yantes“, Stadtteil Exarchia
Schöner, ruhiger Innenhof und auf postmoden getrimmtes Restaurant – mit exzellenter Küche.

Lentil salad
“Bio” with sun-dried tomatoe
Tsatsiki
Fresh sardines

with potatoes, white whine and fresh thym 
Restina (0,25l)

Linsensalat mit getrockneten Tomaten. Dazu viel Petersilie, die wie ein Geschmacksverstärker wirkten. Richtig gute Kombi, wenn auch mit ein wenig zu viel Flüssigkeit. Die Sardinen auf Scheiben von gedämpften Kartoffeln. Aber auch hier eine Spur zu viel Öl dazu gegeben. Tsatsiki sehr fein püriert!

Chalkida

Restaurant “Delfinia
Eher rustikales Touristen-Lokal am Kai. Ausgesprochen nette und schnelle Bedienung.

Mediterraner Salat
(Tomaten, Frischkäse, Kapern, Ruccola)
Souflaki
(mit BB Sauce)

Salat klasse und reichlich. Souflaki fast zu üppig portioniert. BB-Sauce rauchig.

Rovies

Namenloses Restaurant am kleinen zentralen Platz

Gebratene Kartoffeln
Tsatsiki
Teigtasche mit Fleischfüllung

Deftig, rustikal, einigermaßen sättigend. Gut ist allerdings etwas anderes.

Agiokampes

Restaurant “Ouzeri the Dolphins”
Schön gelegen, direkt am Meeresufer. Machte allerdings extrem früh zu (gegen 18:30 Uhr) – so dass ich Glück hatte, überhaupt noch etwas zu bekommen. Ich wurde als einziger Gast schnell bedient und schnell wieder hinauskomplimentiert. Vorsaison!

Oktopus
Aufgetaut und schlecht gewärmt. Dazu Brot.

In einem der wenigen offenen Shops des Ortes kaufte ich mir danach einen heimischen Wein und ein Päckchen Walnüsse.
Der Wein war allerdings gekippt und ungenießbar.
Pechtag.

Volos

Restaurant “Tsipouradiko Dionysis
Am Hafen. Nettes, eher traditionell gestaltetes Restaurant.

Kartoffelsalat
War eher Kartoffelstampf
Shrimps
in pikanter Tomatensauce

Alles sehr konventionell. Okay, aber ohne besonderen Geschmack.

Platamonas

Restaurant ΨAPOTABEPNA TO ΛIMANAKI
Beliebtes Hafen-Lokal.

Knoblauchbrot
Brokkolisalat
Fangfischer Fisch (Fagri)
Pudding
und orientalisches Gebäck

Knofelbrot ausgezeichnet. Salat mit roten Paprikastreifen, Gurken und schwarzen Oliven verfeinert, lauwarm – ebenfalls gut. Fisch mit zartem und sehr intensivem Fleisch. Punktgenau gegart. Dazu eine feine Buttersauce mit Zitronenaroma und viel Peterle. Die Nachspeise eine Zuckerbombe. Zu viel Honig, Zucker und Sirup für meinen Gaumen.

Makrygialos

Restaurant ΓΕΥΣΕΙΣ ΤΗΣ ΘΑΛΑΣΣΑΣ
An Küstenpromenade. Schönes Restaurant, modern eingerichtet. Sehr gute Küche.

Auberginensalat
(mit Knoblauch, Feta, Zitrone und Petersilie aufgepeppt)
Miesmuscheln
(herausgelöst, zu kleinen Kugeln zusammengeklebt und dann frittiert)

Grandioses Essen.

Thessaloniki

Restaurant “Full tou Meze
Trendiges Restaurant im szenigen Kneipeniertel (in der Nähe des Jüdischen Museums). Spezialisiert auf griechische Tapas = Mezes.

Mehr Regale als Tische

Hühnchenleber
mit roten Zwiebeln und wenig Essig
Shrimps
in Tomaten-Feta-Sauce
Gefüllte Champignons
mit Feta, Parmesan und gehackten Champignons

Alles tadellos, vor allem die Leber exzellent. Toll saftig gebraten.

Am nächsten Tag gleich ein zweites Mal ins gleiche Lokal gegangen.

Linguine mit Garnelen
Gemüselasagne

Diesmal nicht so begeistert wie beim ersten Mal. Auch Köche haben Tagesform.

Thessaloniki

Restaurant “Aristotélous
Sehr traditionelles Lokal. Ouzeria. Old fashioned im besten Sinne. Hier geht alles ein wenig langsamer, entspannter. Kellner sind sehr gut ausgebildet und verstehen ihren Job. Freundlich und distanziert zugleich.
Sehr gute Küche!
Restaurant ist ein wenig schwer zu finden. Es liegt in einem stillen Innenhof.

Good old times

Anchovis
in lauwarmem Sud.
Gebratene rote Paprika

Klasse!

Und auch hier bin ich ein zweites Mal eingekehrt.

Risotto
in Oktopus-Tinte
Mit Feta gefüllter gebratener Tintenfisch
Hausgemachter Kuchen

Alle Mezes (Vorspeisen / Tapas) wirklich hervorragend. Lokal ist sehr zu empfehlen.

Nea Moudania

Restaurant “Erodius
An der Hafenpromenade. Modern. Sieht von außen nach “nobel” aus. Löst den Anspruch aber (außer bei den Preisen) nicht ganz ein.

Tsatsiki
Mediterraner Salat
Frittierte Sardinen

Das Beste war noch das hausgemachte (sehr “grobe”) Tsatsiki. Die Sardinen waren verschenkt.

Neos Marmaras

Restaurant “Taverna Christos
Sehr sympathisches Lokal direkt am Meer.

Auberginensalat
Anchovis-Suppe
Hausgemachter Kuchen

Anchovis Suppe fantastisch (Basis: Fischsuppe); Anchovis gaben der Suppe den speziellen Geschmack. Mit Peperoni-Scheiben, Zitronenscheiben und Feta gewürzt. Klasse

Sarti

Restaurant “Alexandros
(Bin mir über den Restaurant-Namen nicht mehr so sicher. Hab vergessen, ihn aufzuschreiben.)
Sehr klassisches Lokal – mit viel griechischem Holz. Strandnah. Sehr angenehmer Betreiber und aufmerksamer Gastgeber.

Kartoffelauflauf
mit Speck und viel Käse
Frittierte Garnelen
(aus Tiefkühltruhe)

Ging so. Über die Qualität der Küche lässt sich nicht viel sagen. Ich war einziger Gast. Kam sehr spät. Es war nichts vorbereitet. Die Mutter des Wirtes improvisierte etwas. Ich wurde satt und war sehr zufrieden.

Ierissos

Restaurant “Mouragio
An Strandpromenade. Sehr gute Küche. Flotter, gut ausgebildeter Kellner.

Fischsuppe
Fangfischer Fisch in Zitronensud
auf Gemüse
Kandierte Orange

Sehr schmackhafte Suppe. Richtig guter Platt-Fisch (habe den Namen allerdings nicht verstanden). Etwas gewöhnungsbedürftig die Nachspeise.

Asprovalta

Restaurant “Votsalakia”
An Strandpromenade. Klassischer Grieche. Auf Meeresfrüchte spezialisiert. (Was auch sonst.)

Tsatsiki/Auberginensalat
Teller Halbe/Halbe
Gebratener Tintenfisch

Sehr sehr zarter Tintenfisch. Trotz der Menge: Habe alles verschlungen – mit Freude.

Drama

Restaurant “Ellinikon Gefsipoleion
Schickes Restaurant im Zentrum. Fast alles in Weiß gehalten – selbst Holz-Tische und Holz-Stühle.
Junges Publikum und junge Bedienung – vor und hinter der Theke. Küche hat wohl Gourmet-Anspruch. Speisekarte nur auf Griechisch. Offenbar ist man in Drama nicht auf ausländischen Tourismus eingestellt.

Kartoffel-Paprika Eintopf
Miesmuscheln in Weißweinsud

Eher durchschnittliche Kost.

Drama

Restaurant “Meating”
Restaurant mit coolem ins ziemlich Schwarz gehendem Look. Ambitionierte Bistro-Küche.

Salat mit Jungem Spinat
und marinierten Pilzen
Wolfsbarsch auf Karottenpüree
mit Zitronensauce

Sehr sehr feiner Geschmack.

Xanthi

Restaurant “Palia Poli”
Restaurant in historischem Gewölbekeller. Ambitionierte Regionalküche. Viel Fleisch. Auch Wild.

Fischsuppe
Geschmortes Lamm
mit Honig und Thymian mariniert

Köstlich. Beides.

Komotini

Restaurant “Sultan Tepe
Restaurant im Zentrum, das gleichzeitig Feinkostladen ist oder umgekehrt. Sehr nette Atmosphäre. Familienbetrieb (wie fast alle kleineren Restaurants.)

Gekochtes Kraut mit Speck
Rippchen mit Senf
Selbstgemachte Fritten

Deftiges, gleichwohl gutes Essen. Aber definitiv zu viel.

Alexandroupolis

Restaurant “Nisiotiko
Seafood-Restaurant. Exzellent. Etwas kühles, modernistisches Interieur.

Auberginensalat
Aal im Weinsud
Zitroneneis

Unglaublich zart der Aal. Und überhaupt nicht fett. Manchmal zweifelte ich, dass ich die Speisekarte richtig gelesen hatte. Ich stöberte noch mal im Menü. Es war Aal. Chapeau!

Souflil

Namenloser Schnellimbiss

Fleischspieß & Bratwurst & Fritten

Ich war froh, überhaupt eine offene Lokalität gefunden zu haben. Gab mich mit wenig Essen und viel Bier zufrieden.

Tag 64 (19.04.2015) / Griechenland: Kalamata > Githio

Strecke: 98 km. (8:45 – 18:15)

Brutal anstrengende Strecke. Es ging ins Gebirge. Mit Abstand landschaftlich die bisher schönste Route in Griechenland. Einziges Manko: Eklatant schlechte Sicht. Enorm diesig. Keine Kontraste. Das was mein Auge sah, konnte die Kamera nicht abbilden. Wie schade.

Der Reihe nach.

Gleich hinter Kalamata schlängelte sich die Straße in Serpentinen in den Himmel hinein. Von dort aus wunderbare Aussichten über das noch hügelige Land, das mir immer mehr wie die schönere Toskana erschien.

Licht - es werde Licht!
Und zum Licht auch noch etwas Schatten, bitte!

Schon bald wurden aus Hügeln Berge.

Man könnte hier Western drehen

Fruchtbares Land. Oben …

Oliventerrassen

… wie unten (=Hochebene).

Filmkulisse

Die Küste zackig.

Fingerberge

Halbe Stunde Abfahrt. Im Schuss. Meine Wangen von aufgeprallten Mücken, Schmetterlingen und Geschmeiß so verdreckt wie eine Auto-Windschutzscheibe. (Können diese Viecher eigentlich nicht navigieren?)
By the way: Habe noch kein Land gesehen, wo so viele totgefahrene Hunde und Katzen (manchmal auch Schildkröten) am Wegrand lagen.

Unten angekommen: gestaunt über pittoreske Fischerdörfer. Der Massentourismus hat noch keinen Weg hierher gefunden.

Eine halbe Stunde Pause eingelegt und mich ein wenig aufgepäppelt.

Alt-Herren-Mütze in Kalamata gekauft

Mit Käse gefüllte Paprika gegessen. Dazu klasse lokales Olivenöl.

Beste Produkte

Schließlich wieder den Weg nach oben eingeschlagen. Kam mir noch steiler vor als der erste Aufstieg. Es tat weh.

Dorf kann nicht schöner werden
Dorf kann auch nicht noch schöner werden

Dann nur noch selten Dörfer. Dafür wurden sie immer malerischer.

Hochgebirgsdorf

Auf dem Weg ins Hochgebirge eine Schildkröte gerettet. Ich holte sie von der Straße runter und setzte sie ins Gebüsch.

Panzer schützt nicht vor Autoreifen

Winzorte. Mit Winzkirchen.

Wie alt sie wohl ist?
Duster im Altarraum

Ein paar Bauern boten (wem eigentlich?) ihre Ernte an. Honig, Oliven, getrocknete Kräuter – vor allem Oregano. Ich kaufte ein Glas (4 Euro).

Blickfang

Dann wieder Schussfahrt ans Meer.
Ausgepumpt und entkräftet im Hafenstädtchen Githio angekommen.

Sicherer Hafen

Herrlicher Tag!

Unterkunft in Githio: Hotel Aktaion an der Hafenpromenade. (Geschmackvolle Einrichtung. Balkon mit Meerblick. Hilfsbereiter Service.) 40 Euro mit Frühstück. Fahrrad zum ersten Mal draußen lassen müssen. Drinnen gab es tatsächlich keinen Platz. Nichts passiert.

Tag 58 (13.04.2015) / Griechenland: Preveza > Astakos

Strecke: 87 km. (09:15 – 17:45)

Eine Tour, die wieder mal richtig in die Knochen ging. Gerade am Schluss lange steile Anstiege. Auch der Anfang hatte es in sich. Preveza wird mit dem gegenüberliegenden Meeresufer nicht mittels einer Fähre verbunden, sondern seit über 10 Jahren mit einem Unterwassertunnel. Für Fußgänger und Fahrradfahrer strikt verboten. Kein Vorbeikommen an der Mautstelle.

Selfie im Fahrradtransport

Ich hätte also zurückgemusst und einen Umweg über Land von ca. 100 km in Kauf nehmen müssen.
Stattdessen trampte ich, hielt einen freundlichen Pickup-Fahrer an und hievte das Fahrrad samt Gepäck auf die Ladefläche. Und ließ mich durch den eineinhalb Kilometer-Tunnel unter dem Meer kutschieren.

Danach die Strecke bis Vonitsa flach. Der kleine Hafenort liegt zu Fuß einer großen Burg.

Meerburg

Sehr beschaulich das Leben.

Das lange Warten

Noch 10 Kilometer durchs Landesinnere und wieder der Küste entlang, die immer schöner und schroffer wurde. Dort, wo es nicht ganz so steil war: Olivenanbau und unzählige Schaf- und Ziegenherden.

Wachsen Berge aus dem Meer?

Vor der Küste ein halbes Dutzend großer und kleiner Eiländer.

Werden Inseln ins Meer geworfen?

Dieser Teil Nordgriechenlands (oder ist das schon Mitte?) scheint ziemlich strukturschwach zu sein. Die Touristenströme laufen hier vorbei. Die Orte nur von weitem attraktiv. So wie Mitikas.

Optische Täuschung

In der Nahsicht vieles ziemlich vernachlässigt und heruntergekommen.

In den engen Gassen immer wieder Schwarze Witwen gesehen. Ich hätte sie eher in Albanien vermutet, dort hatten sie sich aber rar gemacht.

Der Frühling hatte endgültig Einzug gehalten. Die Wiesen blühten. Die Schafe fraßen sattes Grün und Hellgelb.

Idylle mit Schaf

Es begannen die längeren Steigungen.

Ins Meer gefingert

Bedrohlich hoch die Bergketten vor mir.

Musste ich da rüber?

Die Straße wenig befahren. Sogar eine Rotte Wildschweine benutzte den asphaltierten Weg.

Wildschweinweg?

Kurz vor dem Ziel (nach einem erschöpfenden und ellenlangen Aufstieg) wieder eine Weltenbummlerin getroffen. Sie war im September letzten Jahres von England über die Türkei bis nach Palästina geradelt. Hatte dort drei Monate einen Freiwilligen Dienst erledigt und war nur auf dem Rückweg. Ich wünschte ihr Glück.

Und war froh, endlich im Hafenort Astakos angekommen zu sein.
Die meerzugewandte Seite attraktiv

Hafen mit Goldrand

Dahinter aber wieder ein eher vergessenes Städtchen mit teilweise schmuddeligen Gassen und Häusern.
Ab Astakos legt eine Fähre ab und zu zu den vorgelagerten Inseln ab. Dann füllt sich die herausgeputzte Promenade mit Touristen, um wenige Stunden später wieder in Tiefschlaf zu verfallen.

Unterkunft in Astakos: Hotel Stratos. (Älterer Bau, ein wenig heruntergekommen. Aber Zimmer gehen zum Meer, haben alle Bequemlichkeiten und vor allem einen großen Balkon.) Pförtner weitgehend unsichtbar. 30 Euro ohne Frühstück. Fahrrad in Nebenraum untergebracht.

Tag 54 (09.04.2015) / Albanien: Himare -> Saranda

Strecke: 53 km (09:30- 15:30)

Der Frühling hat begonnen. Stabile Sonne. Wenn auch die Luft noch kühl ist. Weiter die Küste entlang. Berg hoch, Hang runter. Jede Bucht ausgefahren.

Weiß,grün,blau

Wie lange brauchen Wind, Sturm, Regen, Hitze um Stahlbeton zu zerbröseln? Um  diese Hodscha-Bunker in Nichts aufzulösen? Sie begleiten mich schon durch ganz Albanien.

Verteidigung des Misthügels

Je höher, umso spektakulärer die Küstenblicke.

Endlosstrand

Erstaunlich grün die Berge – fast alle mit Olivenhainen bestückt.

Olivenberge

Noch ein Weltenbummler: Guanto Yang aus Taiwan. Er will sich Europa anschauen und hat sich ausgerechnet den Balkan ausgewählt. Weiß der Teufel warum. Griechenland hat er hinter sich, er reist die Küste hoch. Bis Slowenien. Er möchte unbedingt die Alpen sehen. Ich riet ihm, dann doch noch etwas weiter nach Norden zu fahren, nach Österreich oder Italien. Seine Antwort: “I’m not in a hurry”.

Noch einer

Gar nicht so spät in Saranda eingetroffen. Sehenswertes Städtchen. Trotzdem es eigentlich nur aus seelenlosen Hochhäusern besteht.

Mehr Hochhäuser als Palmen

Aber es besitzt eine wunderschön belebte Strandpromenade. Gute Restaurants. Und einen kleinen Fischereihafen.

Mein Fensterblick

Machte Spaß, den Abend auf der Promenade rumzustrolchen.

Ufo-Kiosk

Schon auf der ganzen Reise habe ich kaum etwas von muslimischer Prüderie gespürt. Am allerwenigsten in Saranda.
Kellnerinnen, kaum Frauen mit Kopftuch, kaum Bärtige. Nachtclubs mit barbusigen Nixen.
Überraschend für ein überwiegend muslimisches Land.

Gewagt

Unterkunft: Hotel Porto Eda. Direkt über dem Fischereihafen von Saranda. Geniale Lage. Modern ausgestattetes Hotel. Service okay. Gutes Frühstück. (45 Euro.) Fahrrad im Foyer untergestellt.

Tag 52 (07.04.2015) / Albanien: Vore -> Vlore

Strecke: 144 km (09:15- 19:15)

Ich fuhr weitgehend Autobahn. Ich ignorierte alle Schilder, die signalisierten, dass hier keine Fahrräder fahren dürfen. Ich war Albaner. Was kümmerten mich Vorschriften. Zweispurig, dreispurig. So viel war nicht los. Gefährlich wurde es nie. Und ein kleiner Streifen am rechten Straßenrand war immer als Ausweichmöglichkeit da.

Ich kam voran wie nie.

Zuerst Durres. Wichtigste Hafenstadt Albaniens.

Nicht prominente Promenade


Zum ersten Mal sah ich im Land der Skipetaren das Meer.

Klar ist das trister Ex-Sozialismus. Kein Malecón, eher eine leicht versiffte Promenade. Noch etwas von den Unwettern der letzten Tage versaut.
Aber überaus nette Promenadencafés – mit zuvorkommendem Service. Hier wird auf die Zukunft gebaut, nicht die Gegenwart bejammert.

Helden-Promenade

Traurige Palmen,  Jubelstatuen …. vieles wirkt noch ein wenig wie aus dem letzten Diktatorenjahrhundert.

Seaside

Der Stadtstrand superlang. Ein wenig ärmlich.

Sea aside

Der Sprung in die Jetzt-Zeit – er wird gelingen!

Old times
Modern times

Kaffeepause in Durres nach einer Viertel-Stunde beendet. Bei der Rausfahrt aus der Hafenstadt einen Rom gesehen, der einen Tanz-Bären an einer Kette durch eine dicht bevölkerte Straße führte. Nicht mal einen Maulkorb hatte das Ungetüm an. Bevor ich die Kamera zücken konnte, war der Bärenbändiger schon in der Menge verschwunden. Mist!

Many rivers to cross

Dann weiter Kilometer gemacht. Den einen nach dem anderen. Das Tretlager strapaziert. Die Strecke war flach, kein Wind, kein Regen. Grau der Himmel, das Meer nicht zu sehen, eher langweilig die Landschaft: Ich wollte wissen, wie weit ich es an so einem Tag schaffen könnte.

Sehr spät, hinter der Kleinstadt Fier, dann plötzlich doch Berge. Ich wählte wieder eine Seitenstraße. Schön die Landschaft. Gebändigte Flüsse …

Weinkulturen …

Too much wine to drink it all

… und immer wieder Olivenhaine, Olivenplantagen, Olivenfelder und Olivenberge.

Unter dem Olivenbaum

Dazwischen albanische Geschichtsfolklore.

Albanian pride

144 Kilometer sollte ich heute schaffen. So viel, wie ich noch nie gestrampelt habe. Ich war am Ende erschöpft – aber ich wurde belohnt:

Mit einer langen Abfahrt und einem unbeschreiblichen Rosa-Sonnenuntergang-Abend-Blick auf das Küstenstädtchen Vlore, das aus einem Olivenhain ins Meer hinauswuchs.

Stadt in der Olivenplantage

Unterkunft: Hotel Martini im Zentrum von Vlore. Außerordentlich nettes Etablissement. Älterer Besitzer (?) spricht etwas Englisch. Sehr sympathisch. Sehr bemüht. 20 Euro mit Frühstück, das richtig gut war. Fahrrad im Foyer untergestellt.

Kulinarisches Brevier: Portugal 1 (Nordküste)

Zumindest das, was ich bisher gegessen habe, deutet darauf hin, dass in den meisten Restaurants in Portugal eher eine deftige, bisweilen auch rustikale Küche gepflegt wird. Habe jedenfalls in der Regel nicht ganz so “fein” gegessen wie zuvor in Spanien.
Fisch ist so gut wie immer fangfrisch.
Eine schöne Angewohnheit ist, die Ware in einem durchsichtigen Kühlfach im Fenster auszustellen. Man kann dabei zuschauen, wie sich das Fenster leert und was von der Speisekarte verschwindet.

Typisch für Portugals Restaurants sind die Gedecke. Meist wird Käse, Oliven, Brot und Butter mitgereicht. Wer etwas davon isst, zahlt dann auch das Gedeck.

Dieses (aus dem Strandlokal “Marés Vivas” am “Praia do Pedrogao”) kostete 2,50 Euro. Hatte auch noch ein paar Schrimps dabei.

Viano do Castelo

Restaurant “O Laranjeira”
Ein gut geführter Familienbetrieb
.

“Queijo de Cabra”
(Ziegenkäse Mariniert)
Köstlicher Appetizer

“Sopa de sarrabulho”
(Suppe aus Schweineblut)
2,50 Euro
Exzellent zubereitete Suppe aus püriertem Schweinefleisch und -blut. Gewürzt mit einer kräftigen Brise Kreuzkümmel. Gab dem Ganzen einen Kick.

“Bacalhau à Laranjeira”
(Kabeljau nach Art des Hauses (O Laranjeira))
13,50 Euro
Traf nicht ganz meinen Geschmack. Bacalhau ist ein Nationalgericht. War mir aber zu salzig und auch zu zäh (eben Trockenfisch). Gleichwohl gut angerichtet.

Espinho

Restaurant “O Golfinho”, Touristenfalle

Arroz de marisco
(Reis mit Meeresfrüchten)
19 Euro
Als ich das Gericht in Espinho bestellte, dachte ich eher an eine Art Risotto. Bekam aber mehr oder weniger eine geschmacklose Reissuppe mit allerlei Resten aus dem Meer. Lieblos und völlig überteuert.

Torres Vedras

Restaurant “Polo Norte”
Im netten Stadtzentrum gelegen. Zur Mittagszeit sehr frequentiert. Gute Qualität zu niedrigen Preisen.

Arroz de marisco
(Reis mit Meeresfrüchten)
6,10 Euro
Hab das Gericht aus Trotz noch einmal probiert, diesmal in Torres Vedras, in einem Lokal, das nur von Einheimischen besucht wurde. War zwar auch kein Risotto, schmeckte aber hervorragend. Gut gewürzt, liebevoll zubereitet und frische Ware!

Figueira da Foz

Restaurant “Caravela Wine House”
Sehr nette Bedienung. Reichhaltige Weinkarte.

“Amêijoa”
(Venusmuscheln)
Absolut köstlich zubereitet. Nicht im Sud gekocht, sondern in Öl gegart.

“Pastéis”
(Frittierte Teigtaschen)
Wenn ich es richtig herausgeschmeckt habe, war das etwas Vegetarisches. Mit Bohnen und Karotten. Feiner Geschmack und sättigend.

Beide Gerichte waren Teil eines 5-gängigen “Tertúlia de Sabores” (Kulinarischer Zirkel). Kein Menü, sondern 5 typische Tapas. Neben den beiden genannten kamen noch frittierte Sardellen im Teigmantel, eine “Tarte” und eine “Chouriço de sangue” (Blutwurst) dazu. Das Ganze für 19 Euro.

“Tarte”
(Frittierte Teigtaschen)
Habe nicht wirklich herausgefunden, was ich da gegessen habe. Vermute, es war eine Spinat-Tarte. Schmeckte mir.

“Anchova”
(Sardelle)
In Teigmantel frittiert. Gut.

Praia do Pedrogao

Restaurant “Marés Vivas
Absolut gemütliches Strandlokal. Guter Service. Tolle Gerichte.

Sardinhas

“Sardinhas”
(Gegrillte Sardinen)
9,25 Euro
So wie sie sein müssen! Über Holzkohle gegrillt. Haut schon leicht angeschwärzt. Das grobe Meersalz ebenfalls. Und 6 Stück sind eine Menge. Klasse!

Caldas da Rainha

Restaurant “Pacha”
Richtige Entdeckung. In kleiner Sackgasse am Rande der Altstadt versteckt. Treffpunkt der Einheimischen. Exzellente Küche zu unfassbar günstigen Preisen. Dazu herrliche Weine!

“Mexilhão de escabeche”
(Marinierte Miesmuscheln)
2,50 Euro
Absolute Köstlichkeit. Mit gutem Öl, Zwiebeln und rotem Paprika mariniert.

“Orelhas de porco”
(Schweinsohren)
2 Euro
Zum ersten Mal gegessen. Ausgezeichneter Geschmack. Allerdings muß man immer wieder etwas Knorpel in Kauf nehmen. Auch die kleingehackten Schweinsohren in gutem Öl eingelegt zusammen mit Karotten und Blumenkohl.

“Bife chevre”
(Steak in Soße aus Ziegenkäse)
Wiederum exzellenter Geschmack. Hätte die ganze Speisekarte durchprobieren wollen.

Lissabon

Restaurant “O Cartaxinho”
Kleines Fischlokal in der Rua Santa Marta. Stimmungsvoll (zumindest an diesem Abend). Nur Portugiesen im Lokal. Eine Gruppe junger Burschen traktierte an ihrem Tisch eine Gitarre. Sang Rock-Adaptionen
.

Dorade

“Dourada”
(Goldbrasse)
7,50 Euro
Gegrillt. Ohne Schnickschnack. Intensiver Geschmack.

Lissabon

Restaurant “Bota Alta”
Sympathisches Lokal, das einfache Speisen aus dem Alentejo auf der Karte hat.

“Sopa Alentejana”
3,25 Euro
(Suppe nach Art der Region Alentejo)
Überraschend kräftiger und guter Geschmack. Grundlage eine Hühnerbrühe (?). Darin dünne Brotscheiben, die kräftig mit Knoblauch gewürzt sind und viel Petersilie. Sehr sättigend.

“Robalinho”
(Wolfsbarsch)
9,50 Euro
Gegrillt. Klassisch, einfach, frisch, gut.

Lissabon

Restaurant “Maria Catita
Hier wird ausdrücklich nur mit regionalen Produkten gekocht. Teuer, aber empfehlenswert. Gute Weinauswahl.

“Cataplana de Marsico. Com Langosta, mexilhão e amêijoa”
23 Euro
Cataplana ist eine Art verschließbarer Wok, oft aus Kupfer, in dem wunderbar aromatische Gerichte gegart werden. In meinem Fall wurden in einer sehr würzigen Tomatensoße Languste, Venus- und Miesmuscheln gebrutzelt. Herrlicher Geschmack.