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Schlagwort Archiv: Pizza

Kulinarisches Brevier: Dänemark, Schweden 1

Wie soll ich’s sagen. Die nordische Küche gilt für Gourmets als internationale Referenz in Sachen Kreativität und Geschmackserlebnis. Auf dem platten dänischen Land merkte ich davon wenig. In der Nebensaison sind die meisten Restaurants zu. Manchmal fand ich als einzige Nahrungsquelle nur noch (Gottseidank!) eine offene Pizzeria. In den Städten war es schwierig, Einheimisches/Regionales zu finden. Internationaler Standard dagegen: no problem. Es war aber auch eine Frage des Geldbeutels. Wirklich Gourmetrestaurants waren völlig außerhalb meines Reise-Budgets.
Zu den Preisen überhaupt: Hauptspeisen fingen bei 25 bis 30 Euro an. Ein Thekenbier: meist bis 9 Euro. Ebenso ein Glas (0,1l) Wein. Irre. Was ich aber nicht verstand: In den Supermärkten waren die Preise fast vergleichbar mit deutschen Einkaufszentren. Was also machten die Bars und Restaurants so teuer?

Bevor ich Dänemark kulinarisch erkundete, hielt ich mich noch einen Tag in Norddeutschland auf:

Niebüll 

Restaurant “Friesenhof”
Friesisches Traditionslokal.

Hummersuppe
Scholle FinkenwerderArt

Gute Hausmannskost.

Dänemark

Jetzt aber DÄNEMARK.

Ribe

Restaurant “Saelhundeneak” 
Stimmungsvolles Lokal – im Stil eines Bauerngasthofes. Am Ufer des Flusses Ribe gelegen. Etwas langsamer Service.

Steak af Oksefilet med fedtkant af kødkvæg fra Freygaard
(Steak von Rinderfilet mit sauce Bearnaise)
Sehr gute Fleischqualität. Aber fast noch mehr als das Hauptgericht überzeugte mich das vorher servierte selbst gebackene Brot mit köstlicher Butter – die einfache Variante des berühmten Smørrebrød.

Ringkobing

Pizzeria in der kleinen Altstadt
Ich war froh, dass überhaupt etwas aufhatte. Ich war völlig ausgehungert und hätte auch gegrillte Putzlappen gegessen.

Gemüsesuppe mit Ravioli
Pizza mit Meeresfrüchten

Trockene Supermarktravioli in der Suppe und aufgetaute und kaum wirklich durchgegarte Tiefkühltruhe-Muscheln auf der Pizza

Kitmoeller

Pizzeria
Wie schon den Tag vorher: Im Ort hatte zu später Stunde nur 1 Lokal auf. Ich war dankbar.

Pizza mit Ruccola
Schmeckte so wie sie aussah. Nach nichts.

Lonstrup

Restaurant “Daddy’s”
Nette Tresenbedienung, die auch den (ziemlich leeren) Gastraum flott bediente. Der Saal etwas steril und leicht bieder eingerichtet.(Nix hygge.)

Scholle Finkenwerder Art
Gab’s also auch in Dänemark. War ja klar, gibt auch dort Friesen. Essen war reichlich. Scholle aber nicht so gut wie in Niebüll (siehe oben.)

Skagen

Restaurant “Jakob’s Café, in Fußgängerzone
Lokal eher im Stil eines sehr rustikalen Brauhauses. Um so überraschender die feine Qualität der servierten Speisen.

Tagesfang
(mit Krabben, Gurken und Dill) 
Zum ersten Mal wirklich begeistert. Obwohl ich nicht herausbekam, um welchen (festen) Weißfisch es sich handelte. Er war zart und köstlich. Die aufgeschäumt Krustentiersoße klasse. Dill und Gurke – klassisch – rundeten das Ganze mit frischen Aromen ab.

Aalborg

Restaurant Søgaards Bryghus
Brauhaus an lauschigem Platz. Riesig, überlaufen – mit sehr gutem Bier. Aber leider mit furchtbarem Essen.

Hummersuppe mit Ravioli
Spareribs
 
Suppe gut. Fleisch vollständig ausgetrocknet.

Aalborg

Restaurant “Fellini
Schön gelegenes Lokal in der Altstadt. Aufmerksame Bedienung. Gemütlicher Innenhof.

Hummersuppe
Fettucine mit Lachs und Parmesan 

Beides anständig, aber doch ambitionslos.

Aarhus

Restaurant “Oli Bistrot”
Tolle bretonische Atmosphäre. Kleines Lokal.

Hummersuppe
Moules Frites
 
Suppe Standard. Venusmuscheln mit Pommes auch. 

Kopenhagen

Restaurant “Madclubben”
Großes Restaurant mit mehreren Theken. Super durchorganisiert und trotz Größe sehr gemütlich. Tolles Konzept: Man zahlt Festpreis für 2 oder 3 Gänge und stellt sich dann aus großer Speisekarte das eigene Menü zusammen. Funktioniert prächtig. 

Gebratener Ziegenkäse
Gegrilltes Hähnchen
Bondepige

Sehr abwechslungsreich und toller Geschmack: ALLES! Vor allem das Dessert mit dem Namen “Bauernmädchen” (Bondepige).

Kopenhagen

Restaurant “Pigs”
Riesiges Braugasthaus. Innen: nur Biertische und -bänke. Wie ein riesiger überdachter Biergarten. Mittags auch viele Geschäftsleute, abends tobt der (alternative) Bär.

Chicken Wings mit Bier 
Superschmackhaftes Craft-Bier und höllisch scharfe gewürzte Hühnchenflügel

Schweden

Göteborg

Restaurant “Brewers Bier Bar”, im In-Viertel Haag
Von sympathischen Bier-Freaks betrieben. Eher kleines, intimes Lokal. Super Bier – Super Pizzen.

Grandiose Pizzen, mal  weiß, mal rot. Ausgefallene Kombis. Dazu tolle Craft-Biere. Riesenauswahl.

Kulinarisches Brevier: Moldawien 2

Deutliches Land-Stadt Gefälle. Auf dem Land ist es sehr schwer, überhaupt ein Restaurant zu finden. Selbst Bars, Gaststuben, einfache Kneipen sind selten. Oft haben kleine Minimärkte (Tante Emma Läden) einen Tisch auf dem Gehsteig. Dort kann man dann sein gekühltes Bier zu sich nehmen und irgendetwas Kaltes dazu essen. Brot. Wurst gibt es auch. Sie wird aber häufig nicht gramm-  oder scheibchenweise verkauft, sondern als ganzes Wurst.

Einmal hab’ ich ich mich eben nur von Bier und trocken Brot ernährt. Geht auch mal für einen Tag. Spottbillig zudem.

Das Frühstück in den Landhotels (wenn es überhaupt welche gibt) – äußerst schlicht: Kaffee, hart gekochte Eier, bisschen Wurst und Käse.

Moldawien ist noch weitgehend ein touristisches Entwicklungsland.

Ganz anders sieht es dagegen in der Hauptstadt aus. Dort gibt es fast schon ein Überangebot guter Restaurants und Cafés.
Die Küche dort mit allerlei mediterranen, kontinentalen und osteuropäischen Einflüssen. Die Preise aber (verglichen mit mitteleuropäischen Verhältnissen) sind immer noch sehr moderat.

Cahul

Es war schwierig, ein offenes Restaurant zu finden. Die zwei vom Reiseführer empfohlenen Lokale beherbergten geschlossene Gesellschaften.
In einer kleinen netten Bar bekam ich wenigstens einen Snack (mit Spinat gefüllte Teigtasche).

Später dann doch noch etwas entdeckt: “Andy’s Pizza”.
Wie ich erst danach feststellte, war dies eine sehr erfolgreiche Restaurant-Kette mit ettlichen Filialen in der Hauptstadt. Das Menü beinhaltete weit mehr als “nur” Pizza.

Bruschetta
(mit geräuchertem Lachs)
2,25 Euro
Rindfleischeintopf
(mit Auberginen, Zucchini, Paprika)
4 Euro
Mango-Käsekuchen
2 Euro

Alles sehr fein und köstlich.

Comrat

Auch hier wieder nichts anderes gefunden außer die o.g. Pizza-Kette: “Andy’s Pizza”.

Pizza
(mit Artischocken, Pilzen, Oliven und Schinken)
4 Euro
Gutes Niveau.

Chisinau

Restaurant “La Taifas”, Altstadt
Restaurant in historischem Gewölbekeller. Mit gutgelaunt aufspielender Folkloregruppe.

Borschtsch mit Entenfleisch
Geschmortes Kaninchen

Köstlich beides!

Chisinau

Restaurant “Cerbul de Aur”, Altstadt
Kleines Lokal mit 5 Tischen. Spezialisiert auf Wildgerichte. Sehr kompetenter Betreiber. Viele Wildschwein-, Hirsch- und sonstige präparierte Köpfe an der Wand.

Blinii
(mit geräuchertem Lachs und Butter)
5,50 Euro
Hirschgulasch
(mit exotischen Früchten)
7 Euro

Beides exzellent!
Vor allem das Hirschgulasch war sehr fein abgestimmt. Überraschende Aromen durch Orangen, Kiwi, Melone. Dazu selbstgemachtes Zwetschgenmus.
Und ebenfalls selbstgekelterter Rotwein!
Durchaus etwas rustikal. Passte aber sehr gut.

Chisinau

Restaurant “Cactus”, Altstadt
Eher eine Art Bistro. Fast schon kalifornisches Ambiente. Dazu passend auch die Speisekarte und die Preise. Für Chisinau: teuer.

Aal
(mit Avocado-Creme und Mozzarella)
12,50 Euro

Ungewöhnliche Kombination. Aber klasse.

Chisinau

Wine Bar “Q-Bar”, Altstadt
Nettes Lokal. Modern eingerichtet. Entsprach auch dem Stil der Küche.

Bruschetta klassisch
3 Euro
Scharfe Bohnensuppe
2,75 Euro
Gegrillte Forelle mit Kräutern
5,50 Euro

Sehr überzeugende Küche. Bohnensuppe eher fein als derb. Forelle klasse. Auf den Punkt gegart.

Kulinarisches Brevier: Italien 2 (Adria)

In Deutschland gibt es kaum eine bekanntere ausländische Küche als die italienische. Und sie ist meistens auch noch original. Kein Tex-Mex (das für mexikanisch ausgegeben wird), kein entschärftes und an den deutschen Geschmack angepasstes Thai-Essen, kein Döner-Türkisch. Wo italienisch draufsteht, ist italienisch drin.
Der einzige Unterschied, wenn man in Italien selbst ist: Die Zutaten sind frischer, vor allem am Meer.
Fisch und Meeresfrüchte dominieren selbstverständlich entlang der Adria.
Eine schöne Angewohnheit: Bestellt man ein Bier oder ein Glas Wein, gibt’s häufig einen Happen dazu: mal ein paar Oliven, mal guten Aufschnitt, mal Pizzaschnittchen, mal aufwändigere Arrangements.

T-E-Tapas-Gesamt

Überhaupt Pizza: Dass Sie auch in Italien gegessen wird, war mir ja nicht unbekannt. Dass sie aber überall dermaßen dominiert – für den schnellen und für den richtigen Hunger -, war mir nicht klar gewesen. Auch hier gilt: Meist ist die Pizza nur mit ein paar Zutaten belegt, selten so überladen wie bei manchen deutschen Italienern.

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Für den schnellen Hunger gibt es aber auch noch weitere italienische Besonderheiten: Die Piadina z.B.. Eine Teigtaschen, die mit allem Möglichen gefüllt wird. Sie wird vor allem in der Emilia Romagna gegessen. Sehr lecker mit squacquarone (einem lokalen Weichkäse).

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Insgesamt also eine kulinarisch anspruchsvolle Reise. Wobei: Es gibt feine Unterschiede. Merkwürdigerweise: Je touristischer (etwa Venedig), um so leichter ist es, gute Restaurants zu finden. Je tiefer in der Provinz, umso mehr wird Hausmannskost serviert. Und die ist nicht selten fett (gerade auch bei Parmesan und Schinken!).

Die Weinbegleitung: Da gilt das gleiche! Je näher an Touristenhochburgen, um so qualitativ besser der Wein (einfach auch wegen der Anzahl der Entoceas). Je weiter weg: um so “grüner” (nicht ausgereift) der Wein. Manchmal ist es sogar Tetrapack-Fusel.

Noch ein Wort zu den Preisen. Habe fast nie ein überteuertes Lokal betreten. Selbst Spitzenprodukte waren erschwinglich. Egal ob Essen oder Wein! Das ganz im Gegensatz zu den “Edelitalienern” in Deutschland.

Udine

Restaurant “Altantide”, im Zentrum
Sehr von Einheimischen besucht. Aufmerksamer Service.

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“Gnocchi di stagione”
(Gnocchi mit Sahnesoße und gerebelten Walnusskernen)
8 Euro
“Tagliata Tonno”
(Gegrillte Thunfischscheiben samt gegrilltem Gemüse)
16 Euro
“Kuchen nach Art des Hauses”
(mit Mandeln)
5 Euro

Gnocchi fein, leicht zu cremig. Thunfisch: ganz einfach gewürzt und leicht angebraten. Gemüse hätte etwas mehr Raffinesse vertragen. Kuchen gut.

Venedig

Enoteca “Rio Marin”
Sehr schön am Kanal Rio Marin gelegen. Sitzgelegenheiten auch auf kleiner Terrasse. Professioneller und schneller Service.

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“Sarde en Saor ‘A la Veneziana'”
(Süß sauer eingelegte Sardinen)
10 Euro
“Seppie en Nero con Polenta”
(Tintenfisch in seiner schwarzen Tinte angemacht. Mit Polenta)
12 Euro
“Gebäck nach Art des Hauses”
(mit Mandeln)
4 Euro

Eingelegte Sardinen ein Gedicht.
Tintenfisch sensationell, vor allem auch die fast flüssige Polenta.
Sehr begabter Koch!

Venedig

Trattoria “Antica Cola”
In der Nähe des jüdischen Ghettos. Einige Tische am Kanal. Familiär geführt. Wirkt sehr einfach, ist aber eine absolute Empfehlung. Scheint noch nicht touristisch überlaufen zu sein. An den Tischen wurde fast nur italienisch gesprochen.

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“Caparozzoli (Vongole Veraci) in Zuppa'”
(Muschelsuppe)
13 Euro
“Fegato alla Venezia con Polenta”
(Leber süß sauer mit Polenta)
10 Euro

Muschelsuppe super frisch zubereitet. Exquisit!
Leber klasse.
Polenta diesmal fast weiß und gestockt. Ebenfalls sehr gut.
Beide Gerichte hatten etwas von sehr feiner Hausmannskost.

Porto Tolle

Hotelrestaurant Italiana”, an Hauptstraße gelegen

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“Cicheti'”
(Tapas im venezianischen Stil)
12 Euro
“Gegrillter Tintenfisch mit Zucchini” 
10 Euro

Das Essen bemüht, aber relativ simpel. Service freundlich, verstand jedoch außer Italienisch nichts. War etwas mühsam.

Ravenna

Restaurant “La Cà de Ven”, im Zentrum
Gewölbekeller. Gäste werden an langen Tischen untergebracht. Das Lokal ist in Ravenna eine Institution. Fixer Service.

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“Insalata di prosciutto crudo con grana e aceto balsamico”
(Salat mit rohem Schinken und Grana Padano-Käse)
9 Euro
“Trofie al pesto”
(Nudeln mit Bohnen und Kartoffeln)
9 Euro

Salat leicht zu fett geraten.
Die Ligurische Spezialität aus Kartoffeln, Nudeln (Trofie) und Bohnen schmeckte überraschend fein.

Fano

Ristorante “Il Cantinone”, Zentrum
Kleines , aber feines Lokal. Wenige Tische. Sehr gemütlich.

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“Alici fresche marinate in casa all’ aceto di pere”
(In Birnenessig eingelegte Sardinen)
8 Euro
“Brodetto alla fanese”
(Fischsuppe)
15 Euro

Äußerst interessanter (fast süßlicher) Geschmack der Sardinen.
Fischsuppe ist eine Spezialität aus Fano. Kommt in dicker Tomatensoße. Sehr viel Fisch. Allerdings einen Tick zu lang gegart.

Pescara

Ristorante “Papille”, Zentrum
Burschikoses Lokal, das eher einer Lounge gleicht. Ein leicht alternativer Touch. Sehr entspannt.

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“Filetto di Vitellone Francese Charolaise”
(Steak vom Jungochsen)
18 Euro
“Chicorée Gemüse”
Gab’s dazu

Richtig klasse zubereitetes Steak. Superzart. Leicht mit Käse überbacken. Überraschend das Chicorée-Gemüse. (Zumindest als das wurde es mir angepriesen.) Feinherb und sehr schmackhaft. (War aber kein Chicorée – aber was dann?)

Ancona

Bistro “La Piazzetta”, Zentrum

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“Spaghetti alla Carbonara”
7 Euro

Klassische Zubereitung. Nichts falsch. Nichts überraschend.

Vasto (Marina)

Strandlokal, dessen Name ich vergessen habe

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“Lingiuine alla Scoglio”
12 Euro

Sensationelles Gericht.
Nudeln handgemacht. An sich schon eine Pracht.
Aber erst die Meeresfrüchte: Superfrisch. Superzart! Langustenschwanz, Gamba, verschiedene Muscheln, Tintenfisch. Und das Ganze in einer feinsten Brühe.
Absolut begeistert.

Kulinarisches Brevier: Frankreich 1 (Aquitaine)

Jetzt bin ich schon fast 2 Wochen in Frankreich unterwegs und habe noch kein einziges Mal in einem Hotel geschlafen, in dem sich die Bettmatratze beim Drauflegen gleich bis zum Boden durchbog.
Das war eine meiner bleibenden Frankreicherfahrungen von vor bald 30 Jahren. Solange war ich schon nicht mehr (länger) touristisch unterwegs in diesem schönen Land.

Frankreich hat sich modernisiert und das auch in der Küche. Kein Muff mehr. Kein Serviettenzwang (wie hasste ich damals die Spießer mit den Servietten vor ihrem Bauch, die sie mit kleinen Wäscheklammern am Hemd befestigten), kein steifes Obergehabe, kein ewiges Suppe, Fleisch/Fisch, Mousse.

Die Küche hat sich auch in den normalen Restaurants Freiheiten (vom eigenen Mythos) verschafft.

Und dennoch ist mein erster Eindruck zwiegespalten. Meist bekam ich handwerklich sehr gutes Essen serviert, nicht selten aber auch einfach schlechtes Zeug.

Es ist immer noch preiswerter, sich ein Menu zu bestellen. A la carte kostet deutlich mehr.
Sich jeden Tag in einem Restaurant zu ernähren, ist teuer. Außer man speist mittags. Dann gibt es die “plat de jour” oder “formule” – manchmal mit einer unfassbar guten Qualität. Und zu einem unglaublich günstigen Preis.
Eigentlich ist dieses Mittagessen ein vom Staat und der Wirtschaft subventioniertes. Viele Firmen leisten sich keine Kantine. Die Angestellten werden dafür von den Unternehmen mit Gutscheinen ausgestattet, die sie in zahlreichen Restaurants einlösen können. Das sorgt in Dörfern und Kleinstädten dafür, dass sich gute Brasserien und einfache Restaurants halten können.

Ich konnte aber kaum mittags essen gehen, ein dickgefressener Bauch animiert nicht, mit dem Fahrrad noch lange Strecken zu fahren.

Wie auch immer. Ich war auf die Abend-Küche angewiesen.

Natürlich hätte ich mich auch von französischem fastfood ernähren können. Crèpe, Pizza, Moules & frites, Croque etc. … Das gab es haufenweise. Wollte ich aber nicht. Blieb also nur die Menu-Lösung. Und die kostete im günstigsten Fall rund 20 – im normalen Fall ca. 30 – und manchmal sogar 40 Euro.
Mit Wein dazu – das wurde dann häufig teuer.

Da ich die Küste entlang fuhr, dominierten zwangsläufig Fisch und Meeresfrüchte.

Bayonne

Restaurant “Le Chistera”, Zentrum
Sehr nettes bürgerliches Lokal. War stark von Einheimischen frequentiert.

“Assiette de Jambon de Bayonne
(Schinken aus Bayonne)
7,50 Euro
Moules de Bouchot”
(Miesmuscheln)
11,90 Euro

Bayonne-Schinken ist eine einheimische Spezialität. Hat Serrano Qualität.
Miesmuscheln waren in einem sehr feinen Sud zubereitet. Deutliche Knoblauchnote und viel Petersilie. Habe Sud fast wie eine Suppe ausgelöffelt.

Mimizan

Hotelrestaurant “Chez Paul”, Zentrum
Bemühter Service. Für den Schnellhunger.

“Pizza Fruits des mer”
(Pizza mit Meeresfrüchten)
12,50 Euro

Gab im Ort leider keine  Alternative. Wg. Herbst alles geschlossen. Solide Pizza. Leicht versalzen. Ziemlich überladen. Koch ist definitv nicht bei Italienern in Schule gegangen.

Parentis En Born

Restaurant “Cousseau”, Zentrum 
Sehr nette Aussenterrasse.

“Formule du jour”
(Tagesplatte)
11,50 Euro
“Accras de Morue”
(Frittierte Kabeljaubällchen mit “Sauce tartare”)
“Pièce de boeuf brillé”
(Rindfleisch)
“Tarte Tatin”
(Apfelkuchen)

Frankreich at its best. Keine kreative Küche. Aber sehr sehr solide. Für diesen Preis sogar überragend.
Kabeljaubällchen noch etwas geschmacksneutral. Fleisch sehr zart und mit exzellenter Sauce. Dessert schlicht köstlich.

Arcachon

Restaurant “Le Grand Bleu”, in Hafennähe
Im Stil einer Taverne eingerichtet. Sehr gemütlich mit einem überaus freundlichen älteren Patron. Habe mich sehr wohl gefühlt.

“Soupe de Poissons et sa Rouille”
(Fischsuppe)
8,50 Euro
“6 Huitre gratinées au bloc de foie gras”
(Gratinierte Austern mit Gänseleber)
15 Euro
“Crêpe flambée au Rhum”
8 Euro

Fischsuppe echte Hausmacherart. Sehr schmackhaft. Austern richtig klasse. Harmonierten exzellent mit der Leberpastete. Crêpe mit feinem Rum. Da war nix falsch zu machen.

Dazu ein selbstgemixtes Hausgetränk

Arcachon

Restaurant “La Loubine”, Hafennähe
Gleiche Stadt, gleiche Straße und doch zwei Welten. Anders als gestern war dies ein Totalreinfall. Gesichtsloses Restaurant ohne jede Ambition.

Menu
18,90 Euro
Frische Austern
Gebratene Dorade
Gateau basque

Versalzene Austern, Dorade begleitet von geschmacklosem und total verkochtem Ratatouille, Kuchen mit Billighonig übersüßt.

Le Temple

Restaurant “Le Petit Temple”
Wohl einziges Gasthaus in dem kleinen Ort. Treffpunkt der Einheimischen.

Champignonsuppe
6,00 Euro

Suppe war gerade erst aufgefroren und noch teilweise kalt. Zu dick geraten.

Margaux

Restaurant “Savoie”
Schön gelegen mit großer Terrasse. Gemütliche Inneneinrichtung. An diesem Tag war ich der einzige Gast – Bedienung wollte nur schnell fertig werden. War also eher ungemütlich.

Menü
41,00 Euro “Carpaccio de maigre fumé maison glace et truffe fraîche
(Speck-Carpaccio mit Trüffel)
Tournedos de filet de boeuf, sauce Bordelaise
(Rindsfilet mit Rotweinsauce)
Tarte fine aux pommes chaudes, glace vanille
(Apfelkuchen mit Vanille Eis)

Essen große Klasse. Speck-Carpaccio sehr fein. Trüffel bräuchte ich dazu nicht.
Sauce zum auf den Punkt gebratenen Fleisch richtig gut.
Und Apfelkuchen eine absolute Köstlichkeit. Hohe Kunst.

Dazu natürlich einen guten Bordeaux getrunken.

Saint Estèphe

Boutique-Café “L’atelier de k’tea”
Sehr liebevoll geführte kleine Boutique mit angeschlossenem Café. Kleinigkeiten zu Essen.

Petite fromage
8,00 Euro

Sehr gute Käseauswahl.

Soulac-Sur-Mer

Tapas-Bar “Le Comptoir Du Vin”, Zentrum
Schöne Abhängbar mit ein paar Kleinigkeiten zum Essen. Nette Leute.

Croque
(Französisches Sandwich)
8,00 Euro
Käse-Wurst-Platte
15,00 Euro

Croques. So genau hab ich nicht verstanden aus was diese französischen Sandwiches gemacht sind. Jedenfalls geröstetes Brot gefüllt mit Gänseleber, Apfel, Schinken, Speck. Sehr feiner Geschmack.
Käse und Wurst Platte gut. Und reichlich.

La Rochelle

Restaurant “La Petite Auberge”, Zentrum
Angenehmes Restaurant. Wenn auch Bedienung sich weigerte, auch nur ein Wort Englisch zu sprechen. War wohl eher Verlegenheit denn Arroganz. Modernes Interieur.

Menü
31,50 Euro
“Bruschetta de rouget a la tapenade de pesto”
(Toast mit Rouget und Pesto)
“Carré d’agneau rôti au thym, gratiny a la patate douce”
(Lammkarree)
“Saufe de fraises á la menthe fraiche, sorbet fraise”
(Erdbeersorbet)

Ich liebe “Rouget”. Toast war gut zubereitet. Rouget lag auf einer Creme, die ich nicht identifizieren konnte. Der Fisch mit  eine Pesto Sauce drapiert, die einen Tick zu salzig war.
Lamm extraklasse. Und viel. Dazu gab es Süßkartoffeln (Püree). Die scheinen ziemlich in Mode zu sein. Hab sie schon mehrmals serviert bekommen.
Nachspeise sehr delikat.

La Rochelle

Restaurant “L’Etoile Berbère” 
Modernes und trotzdem heimeliges Restaurant. Wirt ist ein Tausendsassa. Sehr souverän. Sah, dass ich mich nicht auskannte und erklärte mir sehr genau, wie das Couscous zu essen ist.

“Couscous maison (poulet, boeuf, merguez)”
(Couscous mit Hähnchen, Rindfleisch und Merguez)

Couscous mehr als reichlich. Mit der gereichten Würze auch ausreichend scharf. Gelungene Abwechslung zur sonstigen Atlantikküche.

Saint Gilles Croix De Vie

Resaturant “Le Casier”, Nähe Alter Hafen
Sehr angenehm. Stark frequentiert von Einheimischen. Ich war früh gekommen und hatte Glück einen Platz zu bekommen. Ist wohl die 1. Adresse im Ort. Sehr schnelle und professionelle Bedienungen.

Soupe de poissons maison”
Croûtons, Fromage, Ail Rouille
(Fischsuppe)
7,50 Euro
Pavé de thon rouge”
(Filet von Roten Thunfisch)
18,50 Euro
Mousse au chocolat”
5,60 Euro

Suppe exzellent.
Thunfisch fangfrisch und klasse zubereitet. Ratatouille tadellos.
Mousse ein Genuss!

Weinkarte normal. Mit guten Alltagstropfen.

Saint-Brevin-les-Pins

Restaurant “Rose-Marie”, strandnah
Traumlage. Supernetter Wirt, einfache Einrichtung, sehr gemütlich. Klasse und preiswertes Restaurant.

Menü
21,50 Euro
“Gratinée de moules” 
(Gratinierte Venusmuscheln)
Colin a la Normande
(Seelachs)
“Tarte de pommes

Muscheln gut und reichlich.
Fisch superb zubereitet.
Kuchen klasse Hausmannskost.

Insgesamt kein Schischi. Dafür gute Qualität. Obendrein noch einen guten Hauscocktail bekommen.

Kulinarisches Brevier: Kroatien

Nach allem, was ich gegessen habe: Die kroatische Küche ist eher rustikal. Ein wenig feiner im Norden (Istrien), deutlich derber weiter südlich (Dalmatien). Ähnlich bei den Weinen. Die besseren aus dem Norden, die weniger filigranen aus dem Süden. Insgesamt aber – für eine Tourismus-Gegend – eine erstaunlich gute und auch abwechslungsreiche Küche.

Porec

Restaurant “Istra”
Ein bisschen miefig. Aber netter Service.

“Manestra”
(Gemüsesuppe)
50 Kuna (6,50 Euro)
Ich fragte zweimal nach, ob dies wirklich eine “manestra” sei. Die Suppe war gut, kräftig. Aber die Hauptzutaten waren Bohnen, Nudeln und geschnetzelte scharfe Wurst. Der Kellner bestand darauf, dass das die traditionelle Gemüsesuppe sei. Ich hatte meine Zweifel. Es ging sehr in Richtung “pasta e fasoi” (ein kroatischer Bauerneintopf aus Saubohnen und Nudeln). Egal wie: Mir schmeckte es.

“Spaghetti con scampi a la buzara”
(Spaghetti mit Shrimps)
110 Kuna (14 Euro)
Die Shrimps werden dabei mit Olivenöl, Knoblauch und Kräutern mariniert (a la buzara)). Shrimps außerordentlich schmackhaft. Nudeln verkocht. Tomatensoße undefinierbar. Nur wegen der Shrimps gutes Hauptgericht.

Rovinj

Restaurant “Pastrik”
Schlichtes Lokal in Hafennähe

“Rible Pasirana Juha”
(Fischsuppe)
35 Kuna (4,50 Euro)
Sehr fettig. Hatte das Gefühl eine Fleischsuppe zu essen mit Meeresfrüchte-Einlagen. War absolut undefinierbar.

“Ćevapčići”
(Gegrillte Hackfleischröllchen)
42 Kuna (5,50 Euro)
Schlecht. Erinnerung an Balkangrillzeiten in den 70ern in Deutschland. Hatte dam Mittag einfach Pech mit dem Restaurant, in der Innenstadt war aber sowieso nichts anderes offen.

Rovinj

Hotelrestaurant “Eden”
Großer Saal für Busladungen von Gästen. Außer mir waren nur noch ein halbes Dutzend Österreicher da. Ich war ja froh, überhaupt eine Unterkunft und am Abend etwas zum Essen gefunden zu haben. Von daher: alles gut.

“Salata od Hobotnice”
(Octopussalat)
50 Kuna (6,50 Euro)
Ein bisschen sehr durcheinander mit allem. Nicht wirklich gut – aber auch nicht wirklich schlecht. Und Zitrone zum Abschmecken gab es ja auch.

“Saltimboca à la Romana”
(Kalbsschnitzel mit Schinken in Salbeisauce)
85 Kuna (12 Euro)
Es gilt das gleiche wie oben. Nicht gut, nicht schlecht.

Pula

Restaurant “Amphitheater”
Anspruchsvolle Küche. Netter und aufmerksamer Service

“Salata od Hobotnice”
(Octopussalat)
Köstlich. Sehr fein angemacht. Lauwarm.

“Pljukanci s boškarinom, rukulom i grana padanom”
(Hausgemachte Nudeln mit istrichem Rindfleisch, Rukola und Gran Padano)
80 Kuna (10,50 Euro)
Ausgesprochen gut.

Plomin

Hotel-Restaurant “Flanona”
War trotzdem ein schöner Abend.

“Putenschnitzel auf selbstgemachten Nudeln in Salbeisoße”
Naja. War das einzige offene Restaurant in der Gegend. Konnte meinen Hunger stillen. Schwamm drüber.

Zadar

Restaurant “2Riberas”
Moderne Einrichtung, modern angehauchte Traditionsküche. Aufmerksamer Service, gute Weine.

“Paški sir”
(Schafskäse von der Insel Pag)
55 Kuna (7 Euro)
Sehr guter Käse! Geht ein wenig in die Pecorino Richtung. Ist anscheinend eine weltbekannte kroatische Spezialität. Ich aß ihn zum ersten Mal und war begeistert. Würzig und doch mild. Mit sehr gutem kroatischen Olivenöl beträufelt.

Merkwürdigerweise ißt man Käse in Kroatien immer als Vorspeise, niemals als letzten Gang.

“Brancin na zaru”
(Gegrillter Seebarsch)
95 Kuna (12,50 Euro)
Sehr gut zubereitet. Auf den Punkt gegrillt. Frisch. Als Beilage gab es Kartoffelbrei gemischt mit Mangold. Toll.

“Ravioli s prsutom i tartufima”
(Ravioli mit Schinken und Trüffeln)
75 Kuna (10 Euro)
Nicht wirklich überzeugend. Ein wenig klebrig und kein eindeutiger Geschmack.

“Dagnje na buzaru”
(Muscheln in Weißweinsauce)
50 Kuna (6,50 Euro)
Mittelmeerfeeling! Richtig gut.

Sibenik

Konoba “Penkal”, in der Nähe des Gemüsemarktes
War eine Reiseführerempfehlung und war gut. Einfaches Lokal, einfache Küche – und alles andere als simpler Geschmack. Sympathische Bedienung (kaum Englisch), nette Leute im Lokal.

“Sarme”
(Kohlrouladen)
35 Kuna (4,50 Euro)
Mit Kartoffelbrei. Kohlrouladen sehr gut. Füllung aus Hackfleisch und Reis. Kohl schmeckte ein wenig nach Sauerkraut, was dem Gericht einen besonderen Pfiff gab. Klasse traditionelles Gericht.

“Calamari” mit Fritten
Kleine Portion: 35 Kuna (4,50 Euro)
Okay, geht aber auch besser.

Trogir

Konoba “TRS”
Hat den Anspruch, traditionelle Küche zu verfeinern. Das gelingt vollkommen. Sehr zu empfehlen. Dazu eine herausragende Weinbegleitung der sehr kompetenten Kellnerin.

“Riblje Pasirana Juha”
(Pürierte Fischsuppe)
30 Kuna (4 Euro)
Fein! Mit Reiseinlage. Fischsuppe wird in Kroatien offenbar immer wie eine “klare” Brühe zubereitet. Auf keinen Fall sämig. Schmeckt mir.

Pastikada od Janje
(Geschmorter Lammbraten)
140 Kuna (18,50 Euro)
Normalerweise wird eine Pasticada in Kroatien aus Rindfleisch gemacht. Dieses Lokal probierte es mit Lamm. Und es schmeckte exzellent. Dazu eine Strudel mit Mangoldfüllung. Himmlisch! Sehr exquisite Küche.

Split

Pizzeria “Galija”
Gilt als beste Pizzeria der Stadt. Glaub ich sofort. Am Rande der Altstadt gelegen. Viele Geschäftsleute. Viel zu gucken. Schnelle, freundliche Bedienung.

“Pizza Galija”
(Pizza mit Shrimps, Oliven, Kapern, Zwiebeln, Tomaten)
Einfach gut.

Makarska

Konoba “Kalalarga”
Sehr zu empfehlen. Kleines Gasthaus mit etwa 30 Sitzplätzen an 5 Tischen. Stimmungsvoll. Klasse Betreiber.

“Rible Pasirana Juha”
(Fischsuppe)
20 Kuna (2,60 Euro)
Die beste bisher. Leicht scharf gewürzt. Das gab der Suppe aber noch einen besonderen Pfiff. Außerordentlich gut – außerordentlich billig.

“Tuna”
(Gegrillter Thunfisch)
97 Kuna (12,50 Euro)
Mit einheimischen Bergkräutern gewürzt. Phantastisch! Gute Portion aus (so sagte mir der Fischer, der das Restaurant beliefert und sich im Gastraum aufhielt) dem besten Stück – unten am Bauch.

“Morski Pas”
(Haifisch)
75 Kuna (10 Euro)
In einer Weißweinsauce zubereitet. Wie eine Art Eintopf- zusammen mit Kartoffeln. Der Haifisch zart, die Brühe schmackhaft. Hab sie bis auf den letzten Tropfen ausgelöffelt.

Dubrovnik

Konoba “Lokanda Pescarija”
Direkt am Altstadthafen gelegen. Reisebuchempfehlung. Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Urig eingerichtet, schneller Service.

“Kamenice”
(Austern)
4 Stück: 60 Kuna (7,85 Euro)
Köstlich.

“Rižot od Morskih Plodova”
(Meeresfrüchte Risotto)
88 Kuna (11,50 Euro)

Sehr heiß im Topf serviert. Ich hatte Mühe, die Portionen unfallfrei auf den Teller zu bekommen. In Kroatien scheint Risotto immer eine Art Eintopf zu sein. Viel viel Brühe. Meeresfrüchte z.T. ein wenig verkocht. Insgesamt aber gut gewürzt.

Dubrovnik

Konoba “Dundo Maroje”, Altstadt
Etwas spießig eingerichtet, aber sehr gute Köchin. Empfehlenswert.

“Janjetina na zaru”
(Gegrilltes Lamm)
109 Kuna (14,20 Euro)
Köstlich zubereitet. Ein Hauch Orange gibt dem Gericht etwas Besonderes. Dazu ausgezeichnetes Gemüse – ebenfalls gebraten.

“Palacinke Sato”
(Palatschinken mit Weinschaumcreme)
49 Kuna (6,50 Euro)
Herrlich. Palatschinken gibt es in Kroatien überall. Alte habsburgerische Tradition.

Tag 43 (29.03.2015) / Bosnien-Herzegowina: Makarska -> Neum

Strecke: 84 km (09:15- 16:45)

Der Tag flutschte richtig. Kein Hauch von Wind. Das Rad rollte leicht – selbst die Steigungen hoch.
Die Küste immer noch schön.

Berge, die ins Meer abfielen, kleine an die Hänge geworfene Dörfer, Straßen, die mal rauf mal runter schlängelten.

Irgendwann führte der Weg ins Landesinnere. Von den Bergen aus schöne Blicke auf Binnenseen.

Das Neretva-Delta gequert.

Stracks ins Meer

Die Neretva ist ein recht breiter Fluss, der im Mündungsgebiet sehr sumpfig ist. Besser war. Inzwischen ist viel Land in einer Art Poldersystem gewonnen und fruchtbar gemacht worden.

Begradigte Sümpfe

Reiche Ernte für die Bauern.

Es geht ums Eingemachte
Natur-Feinkost

Aus dem Tal erneut in die Berge. Steiler, langer Anstieg.
Emil wiedergetroffen. Ich war ihm schon am Tag zuvor in Makarska begegnet.
Emil ist ein 22jähriger Mechaniker aus der Tuttlinger Gegend und hat sich mit seinem Rad auf eine Weltreise begeben. In seinen Satteltaschen alles drin, was man sich nur denken kann: Zelt, Schlafsack, Notfall-Apotheke, Ersatzteile, Kochgeschirr, Mehl, Zucker, Gewürze, Wurst und Brot. 40 kg Gepäck. Keine Ahnung wie er es macht, aber selbst an einem steilen Aufstieg zieht er mit dieser Last an mir vorbei. (Ich schlepp’ etwa 15 kg Zeugs mit mir.)
Ein überaus sympathischer Kerl. Im Sommer will er China erreicht haben.
Emil ist kein Weltenbummler, er ist ein Weltenraser!

Auch er schreibt einen Blog. http://www.impressions-of-travelling.com

Nach ein paar Kilometern verlor ich ihn aus den Augen.

Nicht Weltenbummler: Weltenraser

Am Nachmittag Bosnien-Herzegowina erreicht. Ein 9 km kurzer Küstenstreifen verbindet Bosnien mit dem Meer und der Großen Weiten Welt.

Schmaler Grenzstreifen

Der Hafenort Neum: ein gesichtsloses Wesen, das im Wesentlichen aus Supermärkten besteht. Die Preise etwa ein Drittel niedriger als in Kroatien. Reger Grenzverkehr.

Den spanischen Weißen Dörfern nachgemacht

Am Abend kein interessantes Restaurant gefunden. Daher im Motel gegessen. Pizza. Dabei Fußball geschaut (Georgien-Deutschland).

Unterkunft: “Motel More” in Neum (Bosnien-Herzegowina). Von außen okay – von innen ein wenig schäbig. Aber superbillig. (15 Euro ohne Frühstück.) Sehr nettes Personal. Fahrrad im eigenen Zimmer untergebracht.