Meer Europa

Schlagwort Archiv: Promenade

Tag 228 (11.03.2018) / Griechenland: Athen -> Chalkida (Euböa)

Hab die 8. Etappe meiner Europa-Umradlung in Angriff genommen. In 6 Wochen von Athen über (Türkei?) Bulgarien und Rumänien (Ukraine?) bis nach Moldawien.
Letzte Tour am Mittelmeer entlang.

Mal gespannt, ob ich die zweieinhalbtausend Kilometer schaffe.

Die ersten 78 von Athen nach Chalkida waren schon Tortur genug.

Untrainiert fuhr ich hinter Athen in die Frühlingsberge rein.

20 Grad warme Blüte

Kam schnell ins Schwitzen und Krampfen.

Nach zwei Dritteln der Strecke brauchte mein Körper Benzin: Retsina. Der Tavernen-Wirt schenkte keine Gläser ein – nur (Original-Zitat:) “1/2 Kilo oder ganzes Kilo”.

Ich glaube nicht, dass ich einen halben Liter Weißwein serviert bekam, das Kännchen sah kleiner aus.

17 Grad Kalt Wein

Und kostete nur 1 Euro! (War gleichwohl trinkbar und erfrischend.)

1 Euro billigergeht nicht

Der Effekt: Aber ab jetzt wuchs jeder Winz-Hügel zum Mount Everest an. Ich verausgabte mich vollständig und war froh, als mein Tagesziel unter mir lag: die Ägäis mit der Insel Euböa.

Ägäis-Blau

Die alte Brücke vom Festland misst ca. 40 Meter.

Ist das noch ne Insel?

Das Trojanische Pferd wurde im schmalen Kanal zwischengeparkt.

Griechen-Trojaner

feindlicher Krieger

Auf der Hafenpromenade mächtig was los. Sonntagnachmittag.

Coole Twens sangen (orientalisch), tanzten (asiatisch) und freuten sich an sich selbst (griechisch).

Cool im heißen Sonnenlicht

Sonnenchoreographie

Sonnenuntergangs-Choreographie

Tag 198 (24.04.2017) / Frankreich: Cassis -> Le Lavandou

Strecke: 91 km (10:15 – 18:15 Uhr)

Cassis: Von mächtigen Bergen eingerahmt. Und von Wein. Ausgesprochen schöne Ausreise aus dem Städtchen.

Mighty

Wenig später durch den Weinberge des Bandol geradelt. Einen Weißen dann auch im gleichnamigen Städtchen getrunken. Extraklasse!

Schließlich einen weiteren Halt in Sanary gemacht. Pittoresker Hafen. Die Promenade hatte mondäne Anflüge.

Frontal

Ich hatte gelesen, dass während der Naziherrschaft in Deutschland große deutsche Schriftsteller wie Thomas Mann, Lion Feuchtwanger und Stefan Zweig in diesem ehemaligen Fischerdorf zeitweise Exil gefunden hatten. Als ich dann am Tourist-Office die Gedenktafel sah, war ich erstaunt wie viele Namen dort eingraviert waren. Es schien, als sei das halbe literarische Deutschland vor den Nazis an die Côte d’Azur geflohen. Beeindruckende Liste.

Who is who

Was ist von diesen Geistesolymp an diesem Ort noch geblieben?
Ich konnte dem nicht nachspüren. Auf den ersten Blick unterschied sich Savigny nicht von anderen touristischen Orten entlang der französischien Riviera.

Ins Herz

Der Rest des Tages ist schnell erzählt.
Es passierte nichts mehr.

Bis… bis auf die Tatsache, dass mir erst jetzt auffiel, dass fast alle Ortsschilder in zwei Sprachen geschrieben waren.
Französisch und Okzitanisch. Aber wer sprach das hier noch?

In beiden Sprachen wohlklingend

Unterkunft in Le Lavandou. Hotel “Le Terminus”. So langweilig wie der Ort selbst. Weniges wurde es langsam wieder ein wenig billiger. 50 Euro (ohne Frühstück). Fahrrad in Abstellkammer untergebracht.

Kulinarisches Brevier: Griechenland 1

“Ein Ziel für Feinschmecker wird Griechenland wohl nicht mehr.” So steht es in fast jedem Reiseführer, den ich vor der Reise aufgeschlagen hatte. Ein Vorurteil, das sich für mich schnell erledigt hatte. Klar ist die ländliche Küche meist sehr deftig, fettig, rustikal. Das Essen soll satt machen. Fein ist etwas anderes. Doch selbst in  der Provinz habe ich immer wieder hervorragend gegessen, dann, wenn auf zu viel Öl verzichtet wurde und die Speisen nicht stundenlang vorgekocht und längst übergart waren. In größeren Städten war auffallend, wie viel Mühe sich die Köche mit der Verfeinerung der traditionellen griechischen Küche gaben.

Alles in allem war die Griechenlandtour auch eine Genussreise. (Dazu noch eine preisgünstige. Die Gerichte deutlich billiger als in Kroatien und erst recht in Deutschland.)

Das fing schon damit an, dass in den allermeisten Tavernen, Bars und Restaurants zu einem Bier oder Wein immer auch ein “Tapa” gereicht wird. Kleine Köstlichkeiten. Mal aufwändig, mal auch simple Chips oder gesalzene Nüsse. Mir ist dabei nicht klar, wie sich das rechnet. Okay. Ein kleines Bier kostet etwa 2,50 Euro. Aber das Tapa muss nicht nur für die Ware, sondern auch für die Zubereitungszeit kalkuliert werden. Das sieht nicht nach einem Geschäft aus.

T0055-Essen-01

Tapa: Bohnensalat.
Einfach aber sehr schmackhaft zubereitet.

T0057-Essen-01

Tapa: Mixed Grill.
Nahrhaft.Würstchen, Krokette, Weichkäse, Pommes.

T0061-Essen-01

Tapa: Wurst/Käse/Ringel-Zwieback. Gute Regionalprodukte.

 

Olivenöl – Brot – Wasser

T0064-Essen-01

Wer glaubt, dass nur in Deutschland richtig gut Brot gebacken wird, der sollte einmal nach Griechenland gehen. Keine Essen, zu dem nicht Brot gereicht wird. In den anspruchsvolleren Lokalen oft selbst gebackenes. Ob weiß, schwarz, Vollkorn: Es gibt viele Varianten.
Dazu wird meist hervorragendes lokales Olivenöl gereicht. Und so gut wie immer eine Karaffe Wasser. Um kaum etwas machen die Griechen mehr Kult als um frisches Wasser in geschmackvollen Karaffen serviert.

Gerichte:

T0055-Essen-02

Gebratene Pilze.
Exzellent gewürzt und auf den Punkt gegart. Respekt. (5 Euro).

T0055-Essen-03

“Sardines married”
( Gebratene Sardinenfilets. Gefüllt mit geschmorten Tomaten, Knoblauch und Petersilie). Dazu ein kleiner Kartoffelsalat. Verdammt gute Variante. (8 Euro).

Beide Gerichte: Restaurant in der Straße Venzelou 6  in Igoumenitsa. In der Fußgängerzone. (Name leider vergessen). Scheint absolutes In-Lokal unter den Einheimischen zu sein. Supervoll den ganzen Tag und die ganze Nacht. Schneller Service, der allerdings kaum mehr als zwei Sekunden am Tisch verweilt. Trotzdem sympathischer Laden. Auch die Speisen an den anderen Tischen sahen gut und raffiniert aus.

T0056-Essen-01

Auberginensalat.
War eher eine verkochte Auberginenpaste mit groben geschmacklosen Tomaten serviert. 4 Euro.

T0056-Essen-02

“Steamed Mussels”
(Gedämpfte Muscheln). Fettige Marinade, mit Knoblauchbomben und völlig versalzen. 8,50 Euro.

Beide Gerichte: Fischlokal “Bacchos” an der Hafenpromenade in Parga. Touristenfalle. Abzuraten.

T0057-Essen-04

Tsatsiki.
Ein wenig ölig. Viel Knoblauch. Passabel. 4 Euro.

T0057-Essen-03

Bruschetta.
Gute Variante. Kaum Tomate, vielmehr Paprika, auch scharfer. Geröstet. Sehr gut. 2,50 Euro.

T0057-Essen-02

“Geschmortes Lamm”.
Absolut klasse. Ohne Schischi. Super Lammgeschmack. 9,50 Euro.

Alle 3 Speisen in der “Taverna O Kaixis” in Preveza. Nahe der Hafenpromenade. Bekanntes Stadtlokal. Gute Qualität. Schneller und ein wenig deutschsprachiger Service.

T0058-Essen-01

“Meat balls in red Sauce”.
Fleischbällchen in undefinierbarer Tomaten-Soße. Lauwarm serviert. Zu viel Öl in der Soße. Sättigend. Mehr nicht.

Restaurant direkt am Hafen von Paleros. Ist lokaler Treffpunkt und serviert klassische griechische Gerichte. Überforderter Service.

T0058-Essen-02

“Greek Salad”.
Naja. Alle Zutaten ziemlich grob geschnitzelt. Die über den Fettkäse gestreuten getrockneten Kräuter machten das Ganze auch nicht feiner. 5 Euro.

T0058-Essen-03

“Fried Red Mullets.”
(Frittierte Rotbarben). Oh je, was könnte man aus diesem köstlichen Fisch alles machen. Aber frittiert geht der ganze intensive Geschmack dieses Luxusfisches verloren. Schade. 10 Euro.

T0059-Essen-02

Tsatsiki.
Kein überflüssiges Fett, keine Knoblauchbombe. Viel Gurke. Klasse! 3 Euro.

T0059-Essen-03

“Schrimps roasted.”
Sehr sehr gute Shrimps. Müssen vom Tag sein. Feinster Geschmack. Gut und zurückhaltend gegrillt. Zitrone reicht völlig als kleiner Geschmacksverstärker. Sehr zufrieden. 10 Euro.

Alle vier Gerichte: Restaurant “Olympic Pegasus” in Astakos. Waren zwei grundverschiedene Tage. Am ersten war der Koch außer Form. Am zweiten richtig gut. Restaurant ist an der Hafenmeile, unterscheidet sich äußerlich kaum von den anderen. Im Ort aber heißt es, es sei das beste der Hafenlokale.

T0059-Essen-01

“Stuffed tomatoes.”
(Gefüllte Tomaten (mit Reis)). So war einmal das griechische Essen: von allem zuviel: zuviel Öl, zu lang geschmort. Und dann auch noch lauwarm serviert. 6 Euro.

Restaurant “O Tiriodae”. Ebenfalls an der Hafenmeile Astakos’. Mittelmäßig.

T0060-Essen-01

T0060-Essen-02

Bohneneintopf.
Dazu eine Scheibe Feta-Käse mit Olivenöl und Kräutern. Zusammen mit einem großen Bier: 8 Euro.

Namenlose Taverne auf der Strecke nach Patras. Die Großmutter kochte auf zwei Feuern. Es gab nur zwei Mittagsgerichte: Bohneneintopf und Eintopf mit Lammfleisch.

T0060-Essen-03

“Gegrillter Aal.”
Äußerst gut! Erneut (wie schon in Albanien) fettarm. Zitrone reicht völlig als Würze. 9 Euro

T0060-Essen-04

“Kartoffelbrei mit Knoblauch gewürzt.”
Lecker. Starker Knofelgeschmack gibt dem Püree eine eigene Note. Passte auch gut zum Fisch. 3 Euro.

Beide Gerichte in einer Taverne im Zentrum von Messolonghi gegessen. Geschmackvolles Lokal mit Außenbewirtung in ruhiger Fußgängerzone.Sehr sympathischer Wirt, der auch schon einmal ein paar Jahre in Deutschland gearbeitet hat. Spendierte mir am Schluss einen köstlichen Schokoladenkuchen.

T0061-Essen-02

“Greek Salad”.
Unterschied sich kaum vom ersten gegessenen Griechischen Salat. Alles sehr grob gewürfelt. Nur der Käse schien mir ein wenig feiner, zarter im Geschmack. 5 Euro.

T0061-Essen-03

“Geschmortes Lamm”.
Exzellenter Geschmack. Die Fritten hätte man sich sparen können (Werden aber in Griechenland geliebt). 8 Euro.

Beiden letzten Gerichte: Ein Restaurant in einer Seitenstraße im Zentrum von Pyrgos. (Name vergessen). Netter Laden mit flinkem Personal. Qualität der Produkte überwiegend gut. Die Taverne scheint lokal beliebt zu sein. Sie füllte sich.

T0062-Essen-01

“Gebratene Herzen von Wildartischocken.”
Köstlichkeit, die nicht mehr braucht, als ein wenig gutes Olivenöl, ein Spritzer Zitrone und etwas Meersalz. Klasse  4 Euro.

T0062-Essen-02

“Panierter Kabeljau.”
Die frischen Fische waren aus, das hatte mir die Wirtin gesagt und mir den Kabeljau (gefroren) vorgeschlagen – wenn ich unbedingt Fisch wolle. Er war gut zubereitet, nicht mehr.
Dafür aber war die Beilage sensationell gewürzt. Kartoffelpüree mit Knoblauch. Dieser war offenbar roh und verlieh dem Ganzen eine brillante Schärfe. 7 Euro.

T0063-Essen-01

“Moussakás”
Herausragend zubereitet. (Ohne Kartoffeln). Meisterlich gewürzt. Kein Tropfen Olivenöl zu viel. Sehr schön gestockt und geschmeidig im Mund. Eine Offenbarung. 5 Euro.

Alle drei Gerichte aus dem Lokal “Ta Rolla” in Kalamata. In Marktnähe. Gilt unter Einheimischen als das beste Restaurant für traditionelle griechische Küche. Die Großmutter kocht und führt wohl auch ein strenges Regiment. Die Tochter schmeißt den Laden und spricht ein wenig Deutsch.
Sehr zu empfehlen.

T0063-Essen-02

“Geschmortes Lamm in Wein/Zitronensauce.
Sehr zartes Fleisch. Ein wenig mit trockenen Kräutern gewürzt. Hier passten sie, bei den Fritten weniger. Ich hätte besser Reis oder Pasta gewählt. Lamm jedoch richtig gut. Große Portion. 8,50 Euro.

Lokal in der zweiten Reihe am Hafen von Kalamata. Stiller Ort. Freundliches Personal.

T0064-Essen-02

“Gefüllte Horn-Paprikas.”
Mit Kräuterkäse gefüllte Paprika, die selbst noch eine gewisse Schärfe hatten und sich gut mit Käse ergänzten. Einfaches aber wunderbares Gericht. Wiedermal kam es vor allem auf die Produkte an. Sie waren vorzüglich in dieser Region!

Hafenlokal in Agios Nikolaos. Zuvorkommender Service. Alle Speisen sahen verlockend aus.

T0064-Essen-04
“Rigonada”
Getoastetes Brot als Basis. Darüber geschmorte Tomaten mit Käse und vielen Kapern angereichert. Das Brot begann bereits aufzuweichen. Das Ganze schmeckte vorzüglich. 5,50 Euro.

T0064-Essen-03

“Gegrillte Dorado.”
Frischer Fisch. Fein zubereitet. Wenn auch etwas Salz fehlte. Es fehlte ein wenig Pfiff. Teuer. 22 Euro.

Beide Gerichte: Restaurant Saga in Githio. Wie die meisten Lokale verfügt das Restaurant auch über Tische direkt am Meer. Service und Einrichtung machen einen sehr guten Eindruck.

T0065-Essen-01

“Dolmades”.
(stuffed wine leaves with freshly ground beef, rice and spices in egglemon sauce.) Die Vorspeise war sättigend. Vor allem durch die Sauce. Sie hatte einen Hauch Meerettich als Gewürz. Gut. 5,50 Euro.

T0065-Essen-02

“Kouneli kokkonisto”.
“Rabbit with fresh tomatoes sauce garnished with pasta”.
Sehr zart gegartes Fleisch. Köstlich. Der Sauce fehlte ein wenig Esprit. Fleisch machte das aber wett. Als Beilage gab es selbstgemachte Nudeln. 7,50 Euro für eine gute Portion.

Beide Gerichte in der Taverne “Klimataria Piteros” in Tripoli. Schöne Location mit großem Sommergarten. Eigenartig langsamer Service. Dennoch insgesamt feundlich und besuchenswert.

T066-Essen-01

“Souvlaki”.

Einmal musste das sein. Während der Fahrradtour am Mittag in eine der vielen Souvlaki-Tavernen in Argus gegangen und mir diesen griechischen Fast-Food reingezogen. Kann man nicht viel falsch machen. Man muss aber  Fleischspieße mögen. Mir reicht es, wenn ich sie einmal im Jahr verschlinge. 4 Euro.

T066-Essen-02

“Bohnencreme mit süßlich geschmälzten Zwiebeln.”
Begeisternd. Kaltes Püree mit lauwarmen Zwiebeln. 3,50 Euro.

T066-Essen-03

“Sardinen mit Pesto und Tomaten gefüllt.”
Sehr stimmiges Gericht. Zwei Sardinenfilets werden sandwichartig zusammengelegt und mit einer Füllung entweder aus grobem Pesto oder mit geschmorten Tomaten gefüllt. Das Ganze wird dann in der Pfanne gebraten oder gegrillt.
Richtig gut. 6,50 Euro.

T066-Essen-04

“Schrimps in Zitronensauce.”
Wirtin gab mir halbe Portion. Exzellente Zubereitung. Schrimps ein wenig mit Käse überbacken. Gab  ihnen einen besonderen Kick. Fantastisch. 5,50 Euro.


Alle drei Gerichte: Restaurant “Londou” (Fischtaverne) am Hafen von Korinth. Nur zu empfehlen. Geschmackvoll und zurückhaltend eingerichtet. Sehr nette Betreiber und Servicekräfte. Lokal füllte sich schnell mit Lokaprominenz (offenbar der Gemeinderat). Die aß das Lokal leer. (Wer zahlt das?)

T0068-Essen-01

“Hähnchenbrust in Tomatensauce mit Pasta aus Kreta”
Füllige Pasta. Sehr gut. Tomatensauce exquisit und Hähnchenbrust-Stücke geschmackvoll.

Resaturant Melilotos im Zentrum Athens. Sehr geschmackvolle Einrichtung fast schon designermäßig). Das Menü war eher international, Koch legte aber Wert auf einheimische bzw. lokale Produkte. Sehr zu empfehlen.

T0068-Essen-02

“Fava: cappers preserved in lemon oil, wild sea fennel and herb oil”
Als ich das Gericht bestellte, hatte ich ein wenig Bammel die vielen Kapern könnten zu dominant sein. Waren sie aber nicht. Passten exzellent zu dem Kartoffel- Fenchelpüree. Alles hervorragend gewürzt. 4 Euro.

T0068-Essen-03

“Chicken Bites: fried rice from Thessaloniki with black sesame seeds and fresh herbs, chicken filet marinaded in black beer and honey, tapped by homemade sun dried tomato mayonnaise”
Auch hier war wieder jede Zutat ein Mosaiksteinchen in einem Gesamtgenuß. Muss ein guter Koch zubereitet haben. 6 Euro. Beide Gerichte: Rakor im Stadtteil Keramikos. Auch eher ein Designerokal, das aber Anklänge an den Tavernenstil pflegt.

T0068-Essen-04

“smoked beef roll with ‘stamnagathi’ (spiny chicory), roasted red pepper, xinomyzithra cheese from Crete and a green pepper sauce”
Exzellente kalte Vorspeise. 7 Euro.

T0068-Essen-05

“fish of the day stifado (baby onion stew) in a lemon sauce with parisienne potatoes and spinach, scented with saffron”
Basis ist eine Bouillabaise. Darin ein sanft gegarter Frischer Fisch, Spinat und kleine Kartöffelchen. Sehr gut abgeschmeckt. Fantastisch! 17 Euro.

T0068-Essen-06

“lemon cream in a butter biscuit, with yoghurt-honey foam and citron syrup”
Wunderbar lockere Nachspeise aus einem dünnen Biskuit-Boden, darauf ein Zitronen-Creme. Das Ganze bedeckt mit Honig-Yoghurt. Dazu einen aufgeschlagenen Zitronensyrup. Hätte am liebsten nachbestellt. 6 Euro.

Beide Gerichte: Restaurant Athiri im Stadtteil Keramikos. Wie die beiden anderen Lokale vorher verkörpert das Athiri den neuen griechischen Kochstil. Traditionelle Gerichte werden mit viel Raffinesse verfeinert. Die Zutaten kommen meist aus dem lokalen Umfeld.

Tag 62 (17.04.2015) / Griechenland: Pyrgos > Kalamata

Strecke: 126 km. (9:00 – 17:30)

Unterkunft in Kalamata: Hotel Plaza an der Strandpromenade. (Gutes und günstiges Hotel. Schöner Meerblick. Hilfsbereite Betreiberfamilie) 45 Euro mit Frühstück. Fahrrad in Garage untergebracht.

Strecke 0062-Griechenland-Pyrgos-Kalamata

Dieser Tag ist schnell erzählt. Zum dritten Mal hintereinander mehr als 100 Kilometer gefahren. Dieses Mal sogar 126 Kilometer.
Der Westpeloponnes in Küstennähe flunderhaft. Nicht enden wollende Sandstrände.

Flachküste

Flachküste

Erst das letzte Drittel der Strecke wieder hügelig, teilweise bergig.

Toskanisch 1

Toskanisch 1

Manchmal wähnte ich mich in der Toskana.

Toskanisch 2

Toskanisch 2

Die Dörfer verschlafen, langsam, gemütlich, die wenigen Menschen, die ich zu Gesicht bekam, saßen in schattigen Tavernen. Noch weniger Worte, die manche mit mir wechselten: Woher? Wohin? Mit dem Fahrrad? Verrückt!

Nicht mehr ganz toskanisch

Nicht mehr ganz toskanisch

Schließlich den Messinischen Golf erreicht. An dessen Ostende liegt die Stadt Kalamata.

Die Stadt versteckt sich

Die Stadt versteckt sich

Das Zentrum weit weg vom Strand. Obwohl Kalamata in den 80erJahren des letzten Jahrhunderts durch ein Erdbeben fast völlig zerstört wurde, ist die Wiederauferstandene auf meiner Tour die bisher schönste Stadt Griechenlands, mit hübschen Altstadtstraßen, guten Tavernen und hippen Bars.

Die Stadt zeigt sich

Die Stadt zeigt sich

Ich werde Kalamata morgen näher erkunden.

Tag 54 (09.04.2015) / Albanien: Himare -> Saranda

Strecke: 53 km (09:30- 15:30)

Unterkunft: Hotel Porto Eda. Direkt über dem Fischereihafen von Saranda. Geniale Lage. Modern ausgestattetes Hotel. Service okay. Gutes Frühstück. (45 Euro.) Fahrrad im Foyer untergestellt.

Strecke 0055-Griechenland-Saranda-Igoumenitsa

Der Frühling hat begonnen. Stabile Sonne. Wenn auch die Luft noch kühl ist. Weiter die Küste entlang. Berg hoch, Hang runter. Jede Bucht ausgefahren.

T0054-Küste-01-imp

weiß, grün, blau

Wie lange brauchen Wind, Sturm, Regen, Hitze um Stahlbeton zu zerbröseln? Um  diese Hodscha-Bunker in Nichts aufzulösen? Sie begleiten mich schon durch ganz Albanien.

T0054-Küste-02-imp

Verteidigung des Misthügels

Je höher, umso spektakulärer die Küstenblicke.

T0054-Küste-03-imp

Endlosstrand

Erstaunlich grün die Berge – fast alle mit Olivenhainen bestückt.

T0054-Küste-04-imp

Olivenberge

Noch ein Weltenbummler: Guanto Yang aus Taiwan. Er will sich Europa anschauen und hat sich ausgerechnet den Balkan ausgewählt. Weiß der Teufel warum. Griechenland hat er hinter sich, er reist die Küste hoch. Bis Slowenien. Er möchte unbedingt die Alpen sehen. Ich riet ihm, dann doch noch etwas weiter nach Norden zu fahren, nach Österreich oder Italien. Seine Antwort: “I’m not in a hurry”.

T0054-Taiwan-01-imp

Noch einer

Gar nicht so spät in Saranda eingetroffen. Sehenswertes Städtchen. Trotzdem es eigentlich nur aus seelenlosen Hochhäusern besteht.

T0054-Saranda-03-imp

Mehr Hochhäuser als Palmen

Aber es besitzt eine wunderschön belebte Strandpromenade. Gute Restaurants. Und einen kleinen Fischereihafen.

T0054-Saranda-01-imp

Mein Fensterblick

Machte Spaß den Abend auf der Promenade rumzustrolchen.

T0054-Saranda-02-imp

Ufo-Kiosk

Schon auf der ganzen Reise habe ich kaum etwas von muslimischer Prüderie gespürt. Am allerwenigsten in Saranda.
Kellnerinnen, kaum Frauen mit Kopftuch, kaum Bärtige. Nachtclubs mit barbusigen Nixen.
Überraschend für ein überwiegend muslimisches Land.

T0054-Saranda-04-imp

Gewagt

Tag 52 (07.04.2015) / Albanien: Vore -> Vlore

Strecke: 144 km (09:15- 19:15)

Unterkunft: Hotel Martini im Zentrum von Vlore. Außerordentlich nettes Etablissement. Älterer Besitzer (?) spricht etwas englisch. Sehr sympathisch. Sehr bemüht. 20 Euro mit Frühstück, das richtig gut war. Fahrrad im Foyer untergestellt.

Strecke 0052-Albanien-Vore-Vlore

Ich fuhr weitgehend Autobahn. Ich ignorierte alle Schilder, die signalisierten, dass hier keine Fahrräder fahren dürfen. Ich war Albaner. Was kümmerten mich Vorschriften. Zweispurig, dreispurig. So viel war nicht los. Gefährlich wurde es nie. Und ein kleiner Streifen am rechten Straßenrand war immer als Ausweichmöglichkeit da.

Ich kam voran wie nie.

T0052-Durres-01-imp

Meerpromenade

Zuerst Durres. Wichtigste Hafenstadt Albaniens.
Zum ersten Mal sah ich im Land der Skipetaren das Meer.

Klar ist das trister Ex-Sozialismus. Kein Malecón, eher eine leicht versiffte Promenade. Noch etwas von den Unwettern der letzten Tage versaut.
Aber überaus nette Promenadencafés – mit zuvorkommendem Service. Hier wird auf die Zukunft gebaut, nicht die Gegenwart bejammert.

T0052-Durres-02-imp

Mehr Promenade

Traurige Palmen,  Jubelstatuen …. vieles wirkt noch ein wenig wie aus dem letzten Diktatorenjahrhundert.

T0052-Durres-03-imp

Seaside

Der Stadtstrand superlang. Ein wenig ärmlich.

T0052-Durres-04-imp

See aside

Der Sprung in die Jetzt-Zeit – er wird gelingen!

T0052-Durres-05-imp

Old times

T0052-Durres-06-imp

Modern times

Kaffeepause in Durres nach einer Viertel-Stunde beendet. Bei der Rausfahrt aus der Hafenstadt einen Roma gesehen, der einen Tanz-Bären an einer Kette durch eine dicht bevölkerte Straße führte. Nicht mal einen Maulkorb hatte das Ungetüm an. Bevor ich die Kamera zücken konnte, war der Bärenbändiger schon in der Menge verschwunden. Mist!

T0052-Landschaft-01-imp

many rivers to cross

Dann weiter Kilometer gemacht. Den einen nach dem anderen. Das Tretlager strapaziert. Die Strecke war flach, kein Wind, kein Regen. Grau der Himmel, das Meer nicht zu sehen, eher langweilig die Landschaft: Ich wollte wissen, wie weit ich es an so einem Tag schaffen könnte.

Sehr spät, hinter der Kleinstadt Fier, dann plötzlich doch Berge. Ich wählte wieder eine Seitenstraße. Schön die Landschaft. Gebändigte Flüsse …

Weinkulturen …

T0052-Landschaft-02-imp

much wine to drink

… und immer wieder Olivenhaine, Olivenplantagen, Olivenfelder und Olivenberge.

T0052-Landschaft-03-imp

Unter dem Olivenbaum

Dazwischen albanische Geschichtsfolklore.

T0052-Tradition-01-imp

Albanian pride

144 Kilometer sollte ich heute schaffen. So viel, wie ich noch nie gestrampelt habe. Ich war am Ende erschöpft – aber ich wurde belohnt:

Mit einer langen Abfahrt und einem unbeschreiblichen Rosa-Sonnenuntergang-Abend-Blick auf das Küstenstädtchen Vlore, das aus einem Olivenhain ins Meer hinauswuchs.

T0052-Vlore-01-imp

Stadt in der Olivenplantage

 

Tag 23 (5.10.2014) / Portugal: Espinho -> Figueira da Foz

Strecke: 116 km (9:45 – 21:15)

Espinho -> Figueira

Was für ein Morgen. Das heruntergekommene Espinho verlassen und in das noch schmuddligere Silvalde geradelt. Und dann diese Strandsichten!

Fischerboote wie aus einer anderen Welt. Mehr Schmuckstücke als Arbeitsgeräte

Der Strand übersät mit zum Trocknen ausgelegten Fischnetzen.

Auf der Promenade einige Stände, in denen Fischersfrauen den frischen Fisch feilboten.

Danach wurde es hart für mich. Eigentlich wollte ich direkt nach Aveiro wieder zum Meer. Aber ein Marathon verhinderte meine Pläne. Die gesamte Strecke war abgesperrt. Niemand konnte mir sagen für wie lange. Ich versuchte über Umwege mein Glück, musste aber nach einer Stunde passen. Kein Durchkommen.

Also weiter im Landesinnern, relativ weit weg von der Küste. Ziemlich wellig die Gegend.
Irgendwann gelang es mir dann wieder in Meernähe zu radeln. Bei Ganfanha do Carmo ging’s eine Lagune entlang. Kilometerlange Straßendörfer. Alles andere als eine reiche Bauerngegend. Die meisten Häuser eher ärmlich. Und trotzdem mit viel Geschmack. Viele Fassaden waren gekachelt.

Es schien, als gäbe es in den Dörfern einen Wettbewerb um die schönste Front.

Jede Schmuckkachel erzählte etwas aus der portugiesischen Tradition.

Spät, schon sehr spät das Meer nicht nur gerochen, sondern auch wieder gesehen. Praia de Mira.

Nur portugiesischer Wochenendtourismus. Das Meer tobte und warf Welle über Welle an den Strand. Gleißend das Licht. Meine Fotos überwiegend überbelichtet. Nur wenige rettbar, verwendbar.

Ich suchte mir einen ruhigeren Strandabschnitt und genoß noch einmal das milchige diesige dunstige schlierige Nachmittagslicht.

Irgendwann habe ich das letzte Hotel auf der Strecke verpasst. Es graute bereits. Und ich musste immer weiter, obwohl die Beine schon lange wehtaten. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, nicht mehr in die Nacht hinein zu fahren. Diesmal aber war es unvermeidlich. Es gab einfach keine Unterkünfte. Es wurde furchtbar. Ab und zu angehalten, um ein Bier zu trinken. Und weiter. Wenigstens fuhren kaum Lastwagen (Sonntag). Dann noch ein grauenhaft langer Aufstieg – und schließlich runter im Schuß (Wie doof! Nachts! Bei den Schlaglöchern!) nach Figueira da Foz (“Feigenanlage in der Mündung”).
Schnell ein saugutes Hotel gefunden. Und noch schneller eine exzellente Weinbar.

116 Kilometer lagen hinter mir.

Hotel in Figueira: “Lazza”. 3 Sterne. Außerordentlich geschmackvoll eingerichtetes Haus. Modern und ansprechend. Nettes Empfangspersonal. Zimmer groß. 35 Euro. Eigentlich unvorstellbar der Preis. (Fahrrad in einem Nebenraum untergebracht.)