Meer Europa

Schlagwort Archiv: Promenade

Tag 289 (18.06.2019) / Finnland: Karuna -> Turku

Strecke: 44 km (10:15 – 13:30 Uhr)

Früh losfahren ging nicht. Meine Wirtin war immer noch mit Vorkochen beschäftigt. Sie hatte mich gewarnt: Frühstück frühestens um 9 Uhr. Und dann tischte sie alles auf, was die Küche so gebunkert hatte: Biojoghurt, Biowurst, Früchte (wohl eingeflogen), frischaufgebackene Brötchen, selbstgemachte Marmelade, Filterkaffee, O-Saft und und und … Und ich aß nur den Joghurt samt aller Früchte und trank literweise Kaffee. Damned.

Ich hatte beschlossen, eine kurze Etappe zu fahren. Noch muss ich mich schonen, die Nebenhöhlen knirschen und knarzen gewaltig. Also nach 3 Stunden Strampeln Turku angeschaut und gebucht.

Hippe Cafés, schicke Restaurantboote, Jazz for free in einem beliebten Fischrestaurant an der Uferpromenade des Aurajoki. An manchen Stellen wirkte das Ostsee-Städtchen mit seiner Holzbautenarchitektur und mit seinen mit mediterranen Farben ausgepinselten Fassaden fast italienisch heiter.

Schnurstracks

Nur die Kirchenbauer setzten konsequent auf Nordisch-Klinker.

Selbst die Städte und Städtchen in Finnland sind grün – als könne sogar ein Stadt-Finne nicht auf ein bisschen Vor-der-Tür-Wildnis verzichten.

Restaurantschiffe aufgereiht

Tag 228 (11.03.2018) / Griechenland: Athen -> Chalkida (Euböa)

Hab die 8. Etappe meiner Europa-Umradlung in Angriff genommen. In 6 Wochen von Athen über (Türkei?) Bulgarien und Rumänien (Ukraine?) bis nach Moldawien.
Letzte Tour am Mittelmeer entlang.

Mal gespannt, ob ich die zweieinhalbtausend Kilometer schaffe.

Die ersten 78 von Athen nach Chalkida waren schon Tortur genug.

Untrainiert fuhr ich hinter Athen in die Frühlingsberge rein.

20 Grad warme Blüte

Kam schnell ins Schwitzen und Krampfen.

Nach zwei Dritteln der Strecke brauchte mein Körper Benzin: Retsina. Der Tavernen-Wirt schenkte keine Gläser ein – nur (Original-Zitat:) “1/2 Kilo oder ganzes Kilo”.

Ich glaube nicht, dass ich einen halben Liter Weißwein serviert bekam, das Kännchen sah kleiner aus.

17-Grad-Kalt-Wein

Und kostete nur 1 Euro! (War gleichwohl trinkbar und erfrischend.)

1 Euro - billiger geht nicht

Der Effekt: Ab jetzt wuchs jeder Winz-Hügel zum Mount Everest an. Ich verausgabte mich vollständig und war froh, als mein Tagesziel unter mir und in Sichtweite lag: die Ägäis mit der Insel Euböa.

Ägäis-Blau

Die alte Brücke vom Festland zur Insel misst ca. 40 Meter.

Ist das dann noch ne Insel?

Das Trojanische Pferd wurde im schmalen Kanal zwischengeparkt.

Griechen-Trojaner

Auf der Hafenpromenade mächtig was los. Sonntagnachmittag.

Coole Twens sangen (orientalisch), tanzten (asiatisch) und freuten sich an sich selbst (griechisch).

Cool im warmen Abendsonnenlicht

Sonnenchoreographie:

Die Sonne verfärbte Haare, Gesichter, Körper zu skurrilen Mustern.

Tag 216 (04.10.2017) / Italien: Pozzuoli -> Sorrento

Strecke: 66 km (10:00 – 17:00 Uhr)

Vorm Verlassen Pozzuolis noch den Fischmarkt der Stadt besucht. Groß, rustikal, laut.
Das Mittelmeer beschenkte die Fischer großzügig mit einer enormen Artenvielfalt.

Silberfische?

Ich wunderte mich, was alles als eßbar galt.

Gut sortiert

Augenreich
Auch viele Augen

Gestern noch räuberte der Schwertfisch vor der Küste Kampaniens. Nun ist auch sein Stolz dahin. Gefährdeter Bestand – sagt Greenpeace. Also eher nicht verspeisen.

Scharfe Gosch

Der Weg aus Pozzuoli heraus: äußerst mühsam. Die Stadt ging in Vororte über, diese in Dörfer, jene wiederum hatten nur eine Durchgangsstraße und die waren völlig verstopft. Gehupe, Lärm, hektisches Gewusel. Viel Herumstehen und Warten.
Wenn ich mal zum Fahren kam, war auch das zermürbend. Die Straßen waren nicht asphaltiert, sondern mit sehr groben Pflastersteinen ausgelegt. Der absolute Reifenkiller. Es gab so gut wie kein Vorankommen.
Ab und zu Aussicht auf Mittelmeerinseln.

Little big fisherman

Auf einmal spülte mich die Straße nach Neapel rein. Und plötzlich – ein Wunder – wurde alles besser. Der Verkehr floß. Entlang der malerischen Meerpromenade ein großzügig angelegter Fahrradweg. Easy going. Und immer wieder kleine Buchten, in denen lokale Kleinfischer ihre Ware schuppten, ausnahmen und gleich verkauften. Die Millionenstadt wirkte urplötzlich sympathisch provinziell.

You need sharp knifes

Mit einem Messer in der Hand lässt sich wirkungsvoll argumentieren!

Hat er auch eine scharfe Zunge?
Coole Typen

Da ich Neapel erst vor 2 Jahren schon einmal einige Tage bereist hatte, hielt ich mich nicht lange auf, fand sogar überraschend schnell hinaus.
Der Vesuv warf auch nicht mit Feuer nach mir.

Pufff

Aber ab jetzt ging’s zur Sache: will sagen – hoch!

Nah am Abgrund

Postkartenschöne sorrentinische Küste. Grandiose Halbinsel.

Deep down

Grandioses Städtchen Sorrento.

Tag 198 (24.04.2017) / Frankreich: Cassis -> Le Lavandou

Strecke: 91 km (10:15 – 18:15 Uhr)

Cassis: Von mächtigen Bergen eingerahmt. Und von Wein. Ausgesprochen schöne Ausreise aus dem Städtchen.

Mighty

Wenig später durch den Weinberge des Bandol geradelt. Einen Weißen dann auch im gleichnamigen Städtchen getrunken. Extraklasse!

Schließlich einen weiteren Halt in Sanary gemacht. Pittoresker Hafen. Die Promenade hatte mondäne Anflüge.

Frontal

Ich hatte gelesen, dass während der Naziherrschaft in Deutschland große deutsche Schriftsteller wie Thomas Mann, Lion Feuchtwanger und Stefan Zweig in diesem ehemaligen Fischerdorf zeitweise Exil gefunden hatten. Als ich dann am Tourist-Office die Gedenktafel sah, war ich erstaunt wie viele Namen dort eingraviert waren. Es schien, als sei das halbe literarische Deutschland vor den Nazis an die Côte d’Azur geflohen. Beeindruckende Liste.

Who is who

Was ist von diesen Geistesolymp an diesem Ort noch geblieben?
Ich konnte dem nicht nachspüren. Auf den ersten Blick unterschied sich Savigny nicht von anderen touristischen Orten entlang der französischien Riviera.

Ins Herz

Der Rest des Tages ist schnell erzählt.
Es passierte nichts mehr.

Bis… bis auf die Tatsache, dass mir erst jetzt auffiel, dass fast alle Ortsschilder in zwei Sprachen geschrieben waren.
Französisch und Okzitanisch. Aber wer sprach das hier noch?

In beiden Sprachen wohlklingend

Unterkunft in Le Lavandou. Hotel “Le Terminus”. So langweilig wie der Ort selbst. Weniges wurde es langsam wieder ein wenig billiger. 50 Euro (ohne Frühstück). Fahrrad in Abstellkammer untergebracht.

Tag 125 (15.04.2016) / Italien: Campomarino -> Lido di Policoro

Strecke: 169 km (09:30 – 21:45)

Horror-Tag. Dabei fing er so schön an.
Ich fuhr gemütlich die salentische Küste entlang. Die nicht aufregend war, aber immer wieder nette Ausblicke bot.
Zum ersten Mal über einer längere Strecke Dünen in Italien gesehen.

Grünbucklige Sanddünen

Irgendwo ein Rock-Liebhaber-Strand-Café (das noch nicht aufhatte).

Who is the best?

Nach etwas mehr als zwei Stunden Tarent erreicht. Eine Stadt mit großem Hafen …

Gestutzte Promenadenbäume

… mit noch größerem geschichtlichen Hintergrund,

mit einer einladenden Neustadt …

Wer liebt wen?

… und einer absolut kaputten Altstadt (Insel), die über eine Brücke zu erreichen war.

Flickerei

Hier lebt das ärmste Italien. (Laut Reiseführer ist das historische Zentrum weitgehend entvölkert.)
Aber Armut ist wie immer auch pittoresk.

Er nimmt's gelassen

Ich schlenderte ein wenig (Fahrrad schiebend) durch die schmutzigen Altstadtgassen. Und fluchte, dass meine gute Kamera schon am ersten Tag kaputtgegangen war. Es gab kaum einen besseren Ort für optische Sozialstudien.

An der Uferpromenade die Anlegestelle für Muschelfischer. Die frische Ware wurde gleich verarbeitet.
Nur junge, fixe, flotte Halbstarke im Einsatz.

No bad guys!
Good guys! Mit Fußballerfrisuren

Einer bot mir eine frisch ausgelöste Miesmuschel an.

Fingerfertig

Ich schluckte sie roh und frisch und war überrascht über den guten Geschmack.
(Warum müssen es sonst immer Austern sein?)

Trug er eine Seeigelfrisur?

Ich staunte auf meiner Reise schon eine ganze Weile, wie viele begabte, gut aussehende, intelligente und sehr tatendurstige junge Männer den Service in Italien schmissen. In Restaurants und Hotels. In den Häfen und Fischereibuden.
Alles sehr ehrenwert. Aber gering verdienend. Ohne Chance auf sozialen Aufstieg. Wer konnte ihn – wenn überhaupt – bieten? Mafia? Kartelle?

Keine einzige Frau am Muschel-Fließband

Hinter Tarent ging es fröhlich weiter.
Ich fuhr die SS106, die vierspurig die Küste begleitete, aber auch einen breiten abgetrennten Servicestreifen hatte, den ich sehr entspannt fahren konnte.

Freie Fahrt für freie Radbürger

Ich kam schnell voran, fraß Kilometer nach Kilometer, und vergaß auch nicht den berühmten Hera-Tempel am Straßenrand. Ein Denkmal für die Zeuss-Schwester.

Säulenreihen

Angeblich befand sich hier auch die Schule des (von allen Matheverweigerern verhassten) Pythagoras.

Dorisch?

Kurz hinter der griechischen Antike fingen aber meine Probleme an.
Mein Navi zeigte mir noch knapp 25-30 Kilometer bis zu meinem Ziel (Policoro) an.
Doch die Seitenstraße der SS106, die ich bisher befuhr, löste sich plötzlich in Luft auf.
Und die SS106 wurde einfach zur Autobahn erklärt. Große Schilder verboten ausdrücklich sie mit dem Fahrrad zu befahren.

Ich wusste nicht, was tun.
Also beschloss ich einen Umweg zu machen, rein ins Landesinnere. Das Problem war, dass alle paar Kilometer ein Bächlein Richtung Adria floss, es aber (außer der Autobahn) keine Brücken über sie gab. Nur weit im Hinterland, am Bergrand.

Also suchte ich eine Kreuzungsmöglichkeit für das erste Bächlein weit im Landesinnern.
Nur: Ich hatte nicht bedacht, dass es von nun an bergauf ging! Über 30 Kilometer fuhr ich rauf und runter. Durch eine – ohne Zweifel – schöne Hügellandschaft (die zur Berglandschaft wurde).

Hier hätte ich stoppen sollen

Ich mühte mich, trat in die Pedale, hechelte. Ich hatte schon weit über hundertzwanzig Kilometer hinter mir.

Keine Ahnung, wie ich hier hochkam

Aber ich entkam der Nacht nicht. Es war tief dunkel, als ich wieder zurück war an der SS106. Nur ein paar Kilometerchen weiter, wo ich vor Stunden den Umweg angetreten war.
Autobahn! Groß das Schild. Kein Fahrrad!

Also wie weiter?
Es gab hier nichts, keine Pension, kein Hotel. Mir fehlten nur 10 Kilometer Luftlinie (über zwei Flüsschen hinweg) bis in ein touristisches Zentrum am Meer.

Also fuhr ich nachts Autobahn (und es gab noch nicht einmal einen Standstreifen).
Ich wurde halb wahnsinnig. Ich hatte Angst. Autos, die hupend an mir vorbeirauschten.
Halbe Stunde – und ich hatte die Strecke geschafft.
Runter von der Autobahn und über finstere Landstraßen nach Lido di Policoro. In ein Hotel, das ich eine Stunde vorher über booking.com gebucht hatte.
Noch nie war mir so egal wie ich untergebracht war.
Aber ich wurde herzlich empfangen und sehr gut umsorgt.

Selten war ich so kurz davor gewesen zu verzweifeln.
Irgendein griechischer Gott (oder eine Göttin) hatte mich jedoch 169 Kilometer lang beschützt.
Danke.

Unterkunft in Policoro: “Hotel Heraclea”. Eigentlich eine unpersönliche Bettenburg. Ich war sehr spät gekommen (21:45 Uhr ). Empfangsduo tat alles, dass ich mich wohl fühlte. Es suchte Platz für mein Fahrrad. Es organisierte im Hotelrestaurant einen Tisch für mich (obwohl das eigentlich für Halbpension ausgelegt war und ich nichts dergleichen gebucht hatte). Mit  anderen Worten: Sehr sehr herzliche Servicekräfte. (50 Euro mit Frühstück.) 

Tag 97 (4.11.2015) / Frankreich: Granville -> Cherbourg

Strecke: 124 km (08:45 – 19:00)

Nettes Städtchen, Granville.
Relativ früh aufgebrochen.

Am Hafen noch einen Café getrunken, kurz in das leere Meeresschwimmbecken gespuckt und dann los.

Lack ab

Flach, der Weg oft direkt am Meer entlang. Kerzengerade Promenaden…

Mehr Sand als Meer

… ewiglange Sandstrände

Dunes, Dunes, Dunes

… groteske Strandzwergenhäuschen

Sandwittchen wohnt hier

… und ab und zu ein paar Fischer, die auch ohne Hafen auskamen.

Bauer oder Fischer oder beides ?
Der ganze Fang

Die Dörfchen nett, manche hatten Markttag. Zu solchen Anlässen merkte ich, dass tatsächlich Menschen in Frankreich lebten.

Kurzzeitig belebt

Ansonsten das gewohnte Bild: menschenleere Straßen, Dörfer, Landschaften.

Es nieselte, es regnete, es windete. Und es wurde langsam duster.

Nur noch einmal riss die Wolkendecke auf, aber nicht über mir, über der britischen Insel Jersey draußen im Meer.

Where the sun shines

Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, heute noch bis Cherbourg zu kommen. Leider hatte ich die Entfernung unterschätzt. Es sammelten sich am Ende 124 Kilometer. Und wie immer – die Aufstiege kamen zum Schluss. Also: Es tat weh. Es stockfinsterte bereits und an mir jagten Auto nach Auto vorbei. Ich bekam manchmal Angst, so dicht streiften sie mich – so als ob sie mich nicht sehen würden. Aber ich hatte die Lichter an.
Es wurde elendig.
Um 19 Uhr dann schließlich angekommen.

In der Nacht die Hafengegend durchstreift. Der Reiseführer versprach “wildes Leben” und “trinkfeste Briten”. Das findet wohl nur in der Hochsaison statt. Es gab viele Pubs, die meisten leer. In einem zumindest etwas gefüllten schaute ich mir Championsleague und Arsenal an.
Ich passte mich an und zeigte mich trinkfest.

Unterkunft in Cherbourg: “Hotel du Louvre”. Zentrum. Okay. Sehr nette Empfangsdamen. Hilfsbereit. Sprachen Englisch. (55 Euro ohne Frühstück.) Fahrrad in Garage untergestellt.

Tag 73 (11.10.2015) / Frankreich: San Sebastían -> Bayonne

Strecke: 63 km (10:00 – 17:30)

Keine Berge mehr zu überwinden. Nur noch Ausläufer. Ich war überrascht, wie schnell ich den “Rest” Spaniens hinter mir gelassen hatte.
In Irún nahm ich mit einem Cortado und der “El País” Abschied von dem Land, das mir so sehr gefiel.

Ich

Die Basken würden allerdings bestreiten, eine Grenze überschritten zu haben. Für sie reicht das Baskenland tief nach Südwest-Frankreich hinein.

French Beach

Jedenfalls: Auf den Promenaden der ersten französischen Atlantikstrände hörte ich fast ausschließlich Spanisch.

Dabei fiel mir noch eine Analyse meiner Friseuse in San Sebastian ein. Ich hatte sie danach gefragt, ob es immer noch eine spürbare Wirtschaftskrise in Spanien gebe. Sie meinte: “Weniger als vor einem Jahr”. Auffallend viele Spanier hätten dieses Jahr ihren Urlaub nicht im Ausland verbracht, sondern (um Geld zu sparen) an den einheimischen Stränden. Das habe die Tourismus-Industrie deutlich angekurbelt.

Manche dachten wohl, dass das baskische Frankreich auch noch zum Inland dazugehörte.

Welch poetisch klingende Namen die französischen Atlantik-Orte hatten: “Saint-Jean-de-Luz”. Der Name einer französisch/spanischen Schimäre.
Wie klänge ein deutscher Städtename: “Heiliger Johann des Lichts”?

Wo läge dieser Ort?

Französische Basken

“Saint-Jean-de-Luz” nicht nur eine phonetische Schönheit. Der überaus pittoreske Ortskern bevölkert von – was wohl? – Spaniern.

I love Europe!

Der weitere Weg: anstrengend. Ich hätte nicht gedacht, dass so wenige Höhenmeter mich derart ans Limit bringen könnten. Es ging ständig auf und ab. Und wenn auf, dann steil. Nie ohne Gegenwind. Der blies nicht aus Nord, Süd, West oder Ost: Er kam immer frontal.

Am Nachmittag Biarritz erreicht.

Eigentlich nicht anders als Baden-Baden. Ziemlich aus der Zeit gefallen. Nur eben mit Atlantik.

Mondäner Sand

Würde Brenners Park Hotel (für die Nicht-Orts-Kundigen: Nobelhotel in Baden-Baden) nicht auch ein wenig blaues Meer vertragen?

Mondäner Stein

Ich hatte kurz überlegt, mir eine Unterkunft in Biarritz zu suchen. Doch nach 3,70 Euro für ein Null-Komma-Zweier-Bier am Stadtstrand nahm ich davon Abstand.

Ich radelte 10 Kilometer weiter ins benachbarte Bayonne.

Bildschöner (aber wettertrüber) Bachstrand

Wunderschöner Ortskern.

Häusermuster

Beim Abendessen in einem gut besuchten Restaurant lud mich ein junges Pärchen, das neben mir am Tisch saß, ein, mit ihm in Biarritz die Nacht zu feiern. Wir diskutierten lange (weiß nicht mehr in welcher Sprache, sicher nicht auf französisch). Das Paar fuhr alleine los. Ein wenig enttäuscht.

Süden! Frankreich!

Unterkunft in Bayonne: Hotel Le Port Neuf. Altes Haus in noch älterer Altstadt. Rezeption nicht besetzt. Musste Besitzerin anrufen, kam sofort.  Kleines Zimmer, aber liebevoll eingerichtet. Modernes Bad. Weil keine Saison, auch kein wirklicher Service. Fahrrad in Abstellkammer untergestellt. 60 Euro (ohne Frühstück).

Tag 70 (8.10.2015) / Spanien: Bakio -> Lekeitio

Strecke: 52 km (10:00 – 17:30)

Musste mich noch einfahren. Die Beine waren schwer. Das Küstengebirge anstrengend. Tosende Aussichten.

Baskische Blicke

Kirchen, Kapellen, Klöster. Immer “best place” fürs Heilige.

Gottes Thron
Herbst
Wer warf den Stein ins Meer?
Tosender Dunst

Belebte Küstenorte. Fischfang, Tourismus.

Bunt bunt bunt sind alle meine Häuser

Geputzte Strandpromenaden.

Da schaust!

Kurzer Abstecher ins Landesinnere. Nach Gernika. Die heilige Stadt der Basken.
Ich stärkte mich mit zwei Gläsern Albariño und einem Thunfisch-Tartar. Noch nirgends in Spanien so gut gegessen wie in einem netten Straßenlokal namens “1.000 Azules”. Mit Sicht auf wiederaufgebaute stattliche Paläste.

Altstadt wie neu

Lustlos weitergeradelt. Noch fehlte einiges bis zum Tagesziel.

Die Meeresbrandung stark. Überall Wellenreiter, die sich im kalten Wasser tummelten. Aber zu weit weg, um vernünftige Bilder zu schießen.
Mehr als ein paar verspielte Punkte konnten sie wohl auch nicht aufs digitale Zelluloid bannen.

Fotoshooting

Oder doch?

Wie gemalt!

Müde in Lekeitio angekommen.

Unterkunft in Lekeitio: Hotel Asia. Verblichener Kurbad-Charme. Zimmer mit Strandblick. Fahrrad in Abstellkammer untergestellt. 65 Euro (ohne Frühstück). Überteuert.

Kulinarisches Brevier: Griechenland 1 (West- und Südküste)

“Ein Ziel für Feinschmecker wird Griechenland wohl nicht mehr.” So steht es in fast jedem Reiseführer, den ich vor der Reise aufgeschlagen hatte. Ein Vorurteil, das sich für mich schnell erledigt hatte. Klar ist die ländliche Küche meist sehr deftig, fettig, rustikal. Das Essen soll satt machen. Fein ist etwas anderes. Doch selbst in  der Provinz habe ich immer wieder hervorragend gegessen, dann, wenn auf zu viel Öl verzichtet wurde und die Speisen nicht stundenlang vorgekocht und längst übergart waren. In größeren Städten war auffallend, wie viel Mühe sich die Köche mit der Verfeinerung der traditionellen griechischen Küche gaben.

Alles in allem war die Griechenlandtour auch eine Genussreise. (Dazu noch eine preisgünstige. Die Gerichte deutlich billiger als in Kroatien und erst recht als in Deutschland.)

Das fing schon damit an, dass in den allermeisten Tavernen, Bars und Restaurants zu einem Bier oder Wein immer auch ein “Tapa” gereicht wird. Kleine Köstlichkeiten. Mal aufwändig, mal auch simple Chips oder gesalzene Nüsse. Mir ist dabei nicht klar, wie sich das rechnet. Okay. Ein kleines Bier kostet etwa 2,50 Euro. Aber das Tapa muss nicht nur für die Ware, sondern auch mit der Zubereitungszeit kalkuliert werden. Das sieht nicht nach einem Geschäft aus.

Tapa: Bohnensalat
Einfach aber sehr schmackhaft zubereitet.

Tapa: Mixed Grill
Nahrhaft. Würstchen, Krokette, Weichkäse, Pommes.

Tapa: Wurst/Käse/Ringel-Zwieback
Gute Regionalprodukte.

Olivenöl – Brot – Wasser

Wer glaubt, dass nur in Deutschland richtig gut Brot gebacken wird, der sollte einmal nach Griechenland gehen. Keine Essen, zu dem nicht Brot gereicht wird. In den anspruchsvolleren Lokalen oft selbst gebackenes. Ob weiß, schwarz, Vollkorn: Es gibt viele Varianten.
Dazu wird meist hervorragendes lokales Olivenöl gereicht. Und so gut wie immer eine Karaffe Wasser. Um kaum etwas machen die Griechen mehr Kult als um frisches Wasser in geschmackvollen Karaffen serviert.

Igoumenitsa

Restaurant in der Straße Venzelou 6 – in der Fußgängerzone
(Name hatte ich leider vergessen aufzuschreiben). Scheint absolutes In-Lokal unter den Einheimischen zu sein. Supervoll den ganzen Tag und die ganze Nacht. Schneller Service, der allerdings kaum mehr als zwei Sekunden am Tisch verweilt. Trotzdem sympathischer Laden. Auch die Speisen an den anderen Tischen sahen gut und raffiniert
aus.

Gebratene Pilze
5 Euro
Exzellent gewürzt und auf den Punkt gegart. Respekt.

“Sardines married”
Gebratene Sardinenfilets
8 Euro
Gefüllt mit geschmorten Tomaten, Knoblauch und Petersilie. Dazu ein kleiner Kartoffelsalat. Verdammt gute Variante.

Parga

Fischlokal “Bacchos” an der Hafenpromenade
Touristenfalle. Abzuraten.

Auberginensalat
4 Euro
War eher eine verkochte Auberginenpaste mit groben, geschmacklosen Tomaten serviert.

“Steamed Mussels”
(Gedämpfte Muscheln)
8,50 Euro
Fettige Marinade, mit Knoblauchbomben und völlig versalzen.

Preveza

“Taverna O Kaixis”, nahe der Hafenpromenade
Bekanntes Stadtlokal. Gute Qualität. Schneller und ein wenig deutschsprachiger Service.

Tsatsiki
4 Euro
Ein wenig ölig. Viel Knoblauch. Passabel.

Bruschetta
2,50 Euro
Gute Variante. Kaum Tomate, vielmehr Paprika, auch scharfer. Geröstet. Sehr gut.

Geschmortes Lamm
9,50 Euro
Absolut klasse. Ohne Schischi. Super Lammgeschmack.

Paleros

Restaurant direkt am Hafen
Ist lokaler Treffpunkt und serviert klassische griechische Gerichte. Überforderter Service.

“Meat balls in red Sauce”
Fleischbällchen in undefinierbarer Tomaten-Soße. Lauwarm serviert. Zu viel Öl in der Soße. Sättigend. Mehr nicht.

Astakos

Restaurant “Olympic Pegasus” , Hafenmeile
Zweimal habe ich hier gegessen und es waren zwei grundverschiedene Tage. Am ersten war der Koch außer Form. Am zweiten richtig gut. Das Restaurant unterscheidet sich äußerlich kaum von den anderen Hafentavernen. Im Ort aber heißt es, es sei das beste der Lokale.

“Greek Salad”
5 Euro
Naja. Alle Zutaten ziemlich grob geschnitzelt. Die über den Fetakäse gestreuten getrockneten Kräuter machten das Ganze auch nicht feiner.

“Fried Red Mullets”
Frittierte Rotbarben
10 Euro
Oh je, was könnte man aus diesem köstlichen Fisch alles machen. Aber frittiert geht der ganze intensive Geschmack dieses Luxusfisches verloren. Schade.

Tsatsiki
3 Euro
Kein überflüssiges Fett, keine Knoblauchbombe. Viel Gurke. Klasse!

“Schrimps roasted”
10 Euro
Sehr sehr gute Shrimps. Müssen vom Tag sein. Feinster Geschmack. Gut und zurückhaltend gegrillt. Zitrone reicht völlig als kleiner Geschmacksverstärker. Sehr zufrieden.

Restaurant “O Tiriodae”, ebenfalls an der Hafenmeile Astakos’
Mittelmäßig.

“Stuffed tomatoes”
(Gefüllte Tomaten (mit Reis))
6 Euro
So war einmal das griechische Essen: von allem zu viel. Zu viel Öl, zu lang geschmort. Und dann auch noch lauwarm serviert.

Namenlose Taverne

Auf der Strecke nach Patras. Die Großmutter kochte auf zwei Feuern. Es gab nur zwei Mittagsgerichte: Bohneneintopf und Eintopf mit Lammfleisch.

Bohneneintopf
Dazu eine Scheibe Feta-Käse mit Olivenöl und Kräutern. Zusammen mit einem großen Bier: 8 Euro

Messolonghi

Taverne im Zentrum
Geschmackvolles Lokal mit Außenbewirtung in ruhiger Fußgängerzone. Sehr sympathischer Wirt, der auch schon einmal ein paar Jahre in Deutschland gearbeitet hat. Spendierte mir am Schluss einen köstlichen Schokoladenkuchen

Gegrillter Aal
9 Euro
Äußerst gut! Erneut (wie schon in Albanien) fettarm. Zitrone reicht völlig als Würze.

Kartoffelbrei mit Knoblauch gewürzt
3 Euro
Lecker. Starker Knofelgeschmack gibt dem Püree eine eigene Note. Passte auch gut zum Fisch.

Pyrgos

Restaurant in einer Seitenstraße im Zentrum (Name vergessen).
Netter Laden mit flinkem Personal. Qualität der Produkte überwiegend gut. Die Taverne scheint lokal beliebt zu sein. Sie füllte sich.

Greek Salad
5 Euro
Unterschied sich kaum vom ersten gegessenen Griechischen Salat. Alles sehr grob gewürfelt. Nur der Käse schien mir ein wenig feiner, zarter im Geschmack.

Geschmortes Lamm
8 Euro
Exzellenter Geschmack. Die Fritten hätte man sich sparen können. (Werden aber in Griechenland geliebt.)

Kalamata

Lokal “Ta Rolla”, in Marktnähe.
Gilt unter Einheimischen als das beste Restaurant für traditionelle griechische Küche. Die Großmutter kocht und führt wohl auch ein strenges Regiment. Die Tochter schmeißt den Laden und spricht ein wenig Deutsch.

Sehr zu empfehlen.

Gebratene Herzen von Wildartischocken
4 Euro
Köstlichkeit, die nicht mehr braucht, als ein wenig gutes Olivenöl, ein Spritzer Zitrone und etwas Meersalz. Klasse.

Panierter Kabeljau
7 Euro
Die frischen Fische waren aus, das hatte mir die Wirtin gesagt und mir den Kabeljau (gefroren) vorgeschlagen – wenn ich unbedingt Fisch wolle. Er war gut zubereitet, nicht mehr.
Dafür aber war die Beilage sensationell gewürzt. Kartoffelpüree mit Knoblauch. Dieser war offenbar roh und verlieh dem Ganzen eine brillante Schärfe. 

Am nächsten Tag nochmal ins gleiche Lokal gegangen.

Moussakás
5 Euro
Herausragend zubereitet. (Ohne Kartoffeln). Meisterlich gewürzt. Kein Tropfen Olivenöl zu viel. Sehr schön gestockt und geschmeidig im Mund. Eine Offenbarung.

Kalamata

Lokal in der zweiten Reihe am Hafen von Kalamata. (Leider schon wieder den Namen vergessen.) Stiller Ort. Freundliches Personal.

Geschmortes Lamm in Wein/Zitronensauce
8,50 Euro
Sehr zartes Fleisch. Ein wenig mit trockenen Kräutern gewürzt. Hier passten sie, bei den Fritten weniger. Ich hätte besser Reis oder Pasta gewählt. Lamm jedoch richtig gut. Große Portion.

Agios Nikolaos

Hafenlokal
Zuvorkommender Service. Alle Speisen sahen verlockend aus.

Gefüllte Horn-Paprikas
Mit Kräuterkäse gefüllte Paprikas, die selbst noch eine gewisse Schärfe hatten und sich gut mit dem Käse ergänzten. Einfaches aber wunderbares Gericht. Wiedermal kam es vor allem auf die Produkte an. Sie waren vorzüglich in dieser Region!

Githio

Restaurant “Saga”
Wie die meisten Lokale hier verfügt das Restaurant auch über Tische direkt am Meer. Service und Einrichtung machen einen sehr guten Eindruck.

“Rigonada”
5,50 Euro
Getoastetes Brot als Basis. Darüber geschmorte Tomaten mit Käse und vielen Kapern angereichert. Das Brot begann bereits aufzuweichen. Das Ganze schmeckte vorzüglich.

Gegrillte Dorade
22 Euro
Frischer Fisch. Fein zubereitet. Wenn auch etwas Salz fehlte. Es fehlte ein wenig Pfiff. Teuer.

Tripoli

Taverne “Klimataria Piteros”
Schöne Location mit großem Sommergarten. Eigenartig langsamer Service. Dennoch insgesamt feundlich und besuchenswert.

“Dolmades”
(“Stuffed wine leaves with freshly ground beef, rice and spices in egglemon sauce”)
5,50 Euro
Die Vorspeise war sättigend. Vor allem durch die Sauce. Sie hatte einen Hauch Meerettich als Gewürz. Gut.

“Kouneli kokkonisto”
(“Rabbit with fresh tomatoes sauce garnished with pasta”)
7,50 Euro für eine gute Portion
Sehr zart gegartes Fleisch. Köstlich. Der Sauce fehlte ein wenig Esprit. Fleisch machte das aber wett. Als Beilage gab es selbstgemachte Nudeln.

Argus

Einmal musste das sein. Während der Fahrradtour am Mittag in eine der vielen Souvlaki-Tavernen in Argus gegangen und mir diesen griechischen Fast-Food reingezogen. Kann man nicht viel falsch machen. Man muss aber  Fleischspieße mögen. Mir reicht es, wenn ich sie einmal im Jahr verschlinge.

Souvlaki
4 Euro

Korinth

Restaurant “Londou”
Fischtaverne am Hafen von Korinth. Nur zu empfehlen. Geschmackvoll und zurückhaltend eingerichtet. Sehr nette Betreiber und Servicekräfte. Lokal füllte sich schnell mit Lokalprominenz (offenbar der Gemeinderat). Die aß das Lokal leer. (Wer zahlt das?)

Bohnencreme mit süßlich geschmälzten Zwiebeln
3,50 Euro
Begeisternd. Kaltes Püree mit lauwarmen Zwiebeln.

Sardinen mit Pesto und Tomaten gefüllt
6,50 Euro
Sehr stimmiges Gericht. Zwei Sardinenfilets werden sandwichartig zusammengelegt und mit einer Füllung entweder aus grobem Pesto oder mit geschmorten Tomaten gefüllt. Das Ganze wird dann in der Pfanne gebraten oder gegrillt.
Richtig gut.

Schrimps in Zitronensauce
5,50 Euro
Wirtin gab mir halbe Portion. Exzellente Zubereitung. Schrimps ein wenig mit Käse überbacken. Gab  ihnen einen besonderen Kick. Fantastisch.

Athen

Restaurant “Melilotos”, im Zentrum
Sehr geschmackvolle Einrichtung fast schon designermäßig. Das Menü war eher international, Koch legte aber Wert auf einheimische bzw. lokale Produkte. Sehr zu empfehlen.

“Hähnchenbrust in Tomatensauce mit Pasta aus Kreta”
Füllige Pasta. Sehr gut. Tomatensauce exquisit und Hähnchenbrust-Stücke geschmackvoll.

Athen

Taverne “Rakor”, im Stadtteil Keramikos
Auch eher ein Designerokal, das aber Anklänge an den Tavernenstil pflegt.

“Fava: cappers preserved in lemon oil, wild sea fennel and herb oil”
4 Euro
Als ich das Gericht bestellte, hatte ich ein wenig Bammel die vielen Kapern könnten zu dominant sein. Waren sie aber nicht. Passten exzellent zu dem Kartoffel- Fenchelpüree. Alles hervorragend gewürzt.

“Chicken Bites: fried rice from Thessaloniki with black sesame seeds and fresh herbs, chicken filet marinaded in black beer and honey, tapped by homemade sun dried tomato mayonnaise”
6 Euro
Auch hier war wieder jede Zutat ein Mosaiksteinchen in einem Gesamtgenuß. Muss ein guter Koch zubereitet haben.

Athen

Restaurant “Athiri”, im Stadtteil Keramikos.
Wie die beiden anderen Lokale vorher verkörpert das Athiri den neuen griechischen Kochstil. Traditionelle Gerichte werden mit viel Raffinesse verfeinert. Die Zutaten kommen meist aus dem lokalen Umfeld.

“Smoked beef roll with ‘stamnagathi’ (spiny chicory), roasted red pepper, xinomyzithra cheese from Crete and a green pepper sauce”
7 Euro
Exzellente kalte Vorspeise.

“Fish of the day stifado (baby onion stew) in a lemon sauce with parisienne potatoes and spinach, scented with saffron”
17 Euro
Basis ist eine Bouillabaise. Darin ein sanft gegarter frischer Fisch, Spinat und kleine Kartöffelchen. Sehr gut abgeschmeckt. Fantastisch!

“Lemon cream in a butter biscuit, with yoghurt-honey foam and citron syrup”
6 Euro
Wunderbar lockere Nachspeise aus einem dünnen Biskuit-Boden, darauf ein Zitronen-Creme. Das Ganze bedeckt mit Honig-Yoghurt. Dazu einen aufgeschlagenen Zitronensyrup. Hätte am liebsten nachbestellt.

 

 

 

 

 

 

 

Tag 64 (19.04.2015) / Griechenland: Kalamata > Githio

Strecke: 98 km. (8:45 – 18:15)

Brutal anstrengende Strecke. Es ging ins Gebirge. Mit Abstand landschaftlich die bisher schönste Route in Griechenland. Einziges Manko: Eklatant schlechte Sicht. Enorm diesig. Keine Kontraste. Das was mein Auge sah, konnte die Kamera nicht abbilden. Wie schade.

Der Reihe nach.

Gleich hinter Kalamata schlängelte sich die Straße in Serpentinen in den Himmel hinein. Von dort aus wunderbare Aussichten über das noch hügelige Land, das mir immer mehr wie die schönere Toskana erschien.

Licht - es werde Licht!
Und zum Licht auch noch etwas Schatten, bitte!

Schon bald wurden aus Hügeln Berge.

Man könnte hier Western drehen

Fruchtbares Land. Oben …

Oliventerrassen

… wie unten (=Hochebene).

Filmkulisse

Die Küste zackig.

Fingerberge

Halbe Stunde Abfahrt. Im Schuss. Meine Wangen von aufgeprallten Mücken, Schmetterlingen und Geschmeiß so verdreckt wie eine Auto-Windschutzscheibe. (Können diese Viecher eigentlich nicht navigieren?)
By the way: Habe noch kein Land gesehen, wo so viele totgefahrene Hunde und Katzen (manchmal auch Schildkröten) am Wegrand lagen.

Unten angekommen: gestaunt über pittoreske Fischerdörfer. Der Massentourismus hat noch keinen Weg hierher gefunden.

Eine halbe Stunde Pause eingelegt und mich ein wenig aufgepäppelt.

Alt-Herren-Mütze in Kalamata gekauft

Mit Käse gefüllte Paprika gegessen. Dazu klasse lokales Olivenöl.

Beste Produkte

Schließlich wieder den Weg nach oben eingeschlagen. Kam mir noch steiler vor als der erste Aufstieg. Es tat weh.

Dorf kann nicht schöner werden
Dorf kann auch nicht noch schöner werden

Dann nur noch selten Dörfer. Dafür wurden sie immer malerischer.

Hochgebirgsdorf

Auf dem Weg ins Hochgebirge eine Schildkröte gerettet. Ich holte sie von der Straße runter und setzte sie ins Gebüsch.

Panzer schützt nicht vor Autoreifen

Winzorte. Mit Winzkirchen.

Wie alt sie wohl ist?
Duster im Altarraum

Ein paar Bauern boten (wem eigentlich?) ihre Ernte an. Honig, Oliven, getrocknete Kräuter – vor allem Oregano. Ich kaufte ein Glas (4 Euro).

Blickfang

Dann wieder Schussfahrt ans Meer.
Ausgepumpt und entkräftet im Hafenstädtchen Githio angekommen.

Sicherer Hafen

Herrlicher Tag!

Unterkunft in Githio: Hotel Aktaion an der Hafenpromenade. (Geschmackvolle Einrichtung. Balkon mit Meerblick. Hilfsbereiter Service.) 40 Euro mit Frühstück. Fahrrad zum ersten Mal draußen lassen müssen. Drinnen gab es tatsächlich keinen Platz. Nichts passiert.