Meer Europa

Schlagwort Archiv: Rentner

Tag 269 (20.9.2018)/ Niederlande: Alkmaar -> Den Burg

Strecke: 65 km (09:15 – 16:00 Uhr)

Welche Wohltat, in den Niederlanden Fahrrad überland zu fahren. Mir scheint, die Radwege werden noch besser gepflegt als die Straßen.
Heute sogar lange Stücke durch einen friesischen Dünenwald geradelt. Außer mir war dort niemand unterwegs.

Waldeinsamkeit

Von den Dünenspitzen: Aussicht mit Sturm.

Gerichteter Blick

An den Stränden: Einiges los, trotz schlechter Sicht.

Dunstig ist überhaupt keine Beschreibung

Das Wetter in Nordholland wechselte im Minutentakt.

Verschleiert, geschliert

Mal verhalten strahlend.

Spätsommersonnig

Mal überraschend nicht völlig suppig.

Herbstsonnig

Für morgen war ein Temperatursturz angesagt, samt Regen und heftigen Windböen.

Spätsommerherbstsonnig

Ich nutzte die letzten warmen Stunden und setzte mit der Fähre von Den Helder auf die westfriesische Insel Texel über.

Doppelgriffig

Die Insel bestand im Prinzip nur aus Vieh- und Schafsweiden. Mit ein paar eingesprengten Dörfern.
Überraschend groß allerdings die Fischfangflotte, die in Oudeschild im  Hafen liegt.

Ausladend
Eingerastet

Die Dörfer schmuck, die Häuser frisch getüncht, die Vorgärten akkurat. Ich fühlte mich wie in einer Lego-Welt für Erwachsene.
Ich hatte das “S”-Wort eigentlich vermeiden wollen. Aber ich entkam ihm nicht. Trotz überhaupt nicht aufgesetzter Gastfreundschaft, trotz guter Laune, die Kellner und Ladenbesitzer warmherzig verströmten:
Es war spießig hier in Nordholland.
Wo waren die bärbeißigen Walfänger und Seefahrer, die tätowierten Rocker und amsterdamschen Rumhänger, wo die Flippigen und jungen Straßenkiffer oder Tunixe?

“Gepflegt” war hier alles, von der Straße über den Radweg bis zu den Häusern, den Stränden und sogar das Verhalten der Menschen.

Die größte Extravaganz, die sich Einheimische, Urlauber und zugereiste Rentner erlaubten, war der eigene Hund: gestriegelt, gekämmt, “gepflegt” und immer an der Leine.
Jeder hier führte einen Köter mit sich.

Meine Kamera weigerte sich, dieses Elend zu fotografieren. Also begnügte ich mich mit Fassaden …

Windkreuz

…und Straßenansichten.

Leergefegt

Irgendwann würde sich auch wieder die Lust einstellen,

Gereiht

Menschen zu fotografieren.

Begrünt

Vielleicht morgen.

Unterkunft: Hotel De Smulpot. Feines und sehr schönes Boutique-Hotel im Zentrum von Den Burg. Wie alle Unterkünfte sehr hochpreisig. 100 Euro (mit Frühstück). Fahrrad draußen angekettet.

Tag 267 (18.9.2018)/ Niederlande: Zoutelande -> Den Haag

Strecke: 124 km (11:15 – 20:15 Uhr)

Drei Dinge habe ich heute über mein Gastland gelernt:
1) Beim Fahrradfahren kann ich träumen. Das Velo-Netz ist so irre gut, dass ich mich weder auf die Straße noch auf Autos konzentrieren muss.
2) Im Einwanderungsland Niederlande sehe ich jetzt schon 200 Kilometer lang nur Weiße: am Strand, in den Straßen, in den hochpreisigen Restaurants. Nicht mal als Servicekraft ein Gesicht, aus dem der Migrationshintergrund lächelt. Offenbar sind all die Indonesier, Surinamer, Türken und Curaçaoer in den großen Städten.
3) Es gibt Rückenwind. Zum ersten Mal auf meiner Europa-Tour.

Der Tag begann mit einem Besuch in einem Fahrradladen. Meine Schaltung zickte, ich wollte sie reparieren lassen. Ging aber nicht. Eine Gruppe deutscher Rentner bevölkerte den Shop und ließ sich ausführlich in Sachen E-Bike beraten.

Draußen lärmte der pittoreske Wochenmarkt, rund um die Kirche von Zoutelande.

Marktkirche

Sogar einen großer Stand mit Fahrradartikeln gab es.

Typischer als Holzpantoffeln

Das Wegenetz: großartig. So gut wie immer mit getrennten Rad-Spuren. Mit Autos kam man nur selten in Kontakt. Mit verbissenen und durchgeknallten Radlern ebenso wenig.

Radlerparadies

Ich hatte viel Zeit, abzutauchen … in die Farben … ins strahlende Meer … in mich.

Dreikäsehoch

Die Dörfer herausgeputzt. Adrett. Fast klinisch sauber. Überfüllt von deutschen Rentnern aus dem Rheinland. Ich hörte mehr rheinischen Dialekt als holländisch.

Drei Seelen hoch

Die Strände wild. Rauschhaft. Heute auch stürmisch.

Geerdet

Jugend immer dort in der Überzahl, wo es Sportmöglichkeiten gab.

Gelüftet
Gewässert

Ich durchfuhr das Holländiche Delta. Die großen Flüsse mündeten hier: Rhein, Maas und Schelde. Ich befuhr die größten Sturmflutwehre der Welt. Gigantische Bauwerke, die das Meer bändigen sollen.

Weltwunder

Ich durchradelte Industrielandschaften, die so proper waren, dass sie fast etwas Idyllisches vorspiegelten.

Geputzt

Gewächshäuser wuchsen aus der Erde (statt Gerste, Weizen und Mais). Wie riesige Kunst-Pavillons für eine Dauerausstellung “Virtuelle Landwirtschaft”. Arbeiter, Bauern sah ich nicht. Vielleicht braucht man sie hier auch nicht.

Künstlich, kunstfertig

Ein imposantes Land.

Sehr spät in Den Haag eingefahren. Es dunkelte bereits.

Unterkunft: Hotel Excelsior. Wie alle Hotels in der Hauptstadt extrem überteuert. Für mein kleines (schönes) Zimmer berappte ich 90 Euro (mit Frühstück). Fahrrad auf der Straße gelassen. “Kein Risiko” sagte der Portier.

Tag 248 (31.03.2018) / Griechenland: Soufli -> Swilengrad (Bulgarien)

Strecke: 105 km (09:30 – 17:30 Uhr)

Für den langen Weg, der vor mir lag, kam ich ein wenig spät aus der schönen Unterkunft in Soufli weg.

Prächtig

Ich hatte zwischenzeitlich eine Entscheidung getroffen:
Ich werde meine Etappe nicht mit einem Abstecher in die Türkei fortsetzen. Es wäre eigentlich der direkte Weg zur Schwarzmeerküste gewesen.
Zwei Gründe waren ausschlaggebend:
Erstens: Ich hätte bei der Einreise verschweigen müssen, dass ich Journalist bin. Mein Beruf ist aber ein ehrenwerter Beruf. Nur um mir Ärger mit einem totalitären Erdogan-Regime zu ersparen, wollte ich mich nicht verleugnen.
Zweitens: Genau an der Grenze, die ich auf griechischer Seite gerade entlang fahre, gibt es in den letzten Wochen heftige Spannungen zwischen den (NATO!)-Nachbarländern. Zwei griechische Soldaten, die anscheinend irrtümlich auf türkisches Gebiet geraten waren, wurden verhaftet. Ein deutsches TV-Team, das im Grenzgebiet unterwegs war, wurde von griechischen Sicherheitskräften kurzzeitig festgesetzt. Die Nervosität war spürbar, die griechischen Militär- und Grenzschutz-Patrouillen bereits gestern auf der Route deutlich sichtbar.
Letztendlich ist mir das Risiko, beim Grenzübertritt in Schwierigkeiten zu geraten, zu groß.

Ich fuhr also auf griechischer Seite entlang dem Fluss, der mächtig über die Ufer getreten war …

Fluss mit Untiefen

… und der alles in einem Riesensee verschluckte: Hütten, Felder, Straßen, Strommasten.

Fluss-See

Auf der Höhe des Dörfchens Lavara gesellte sich plötzlich ein Radfahrer zu mir.
Es stellte sich heraus, dass er ein deutscher Rentner war, der seit 10 Jahren hier am Evros seinen Ruhestand verbrachte.
Ich fragte ihn eine wenig aus und er antwortete bereitwillig.
Es sei eine Tragödie, was hier passiere – und Europa schaue leider weg. Immer wieder würden Flüchtlinge im Fluss ertrinken. Erst vor ein paar Wochen etwa 10 Menschen – in einer Nacht!
Der Fluss sei unberechenbar, entwickle starke Wirbel. Boote würden kentern. Nicht mal geübte Schwimmer könnten dem Sog entkommen.
Das Problem sei: Sowohl auf türkischer wie auf griechischer Seite würde viel Geld mit Menschenschmuggel verdient.
Auf Nachfrage betonte er: “Ja, auch auf griechischer Seite! Mein halbes Dorf lebt vom Schmuggel.”
Schon seit Jahrzehnten sei der Evros eine Schmugglergegend. Das Preisgefälle zwischen den Nachbarländern sei enorm, da rentiere es sich, illegal Waren aller Art aus der Türkei nach Griechenland zu schmuggeln. Auch Drogen. Und mittlerweile eben auch Menschen.
Der Rentner redete sich in Rage: Hier würden Menschen verrecken und die Deutschen zu Hause führten Gespensterdebatten über “Heimat”. Mit Zornesröte im Gesicht verabschiedete er sich und strampelte Richtung Berge weiter.

Ich begleitete noch eine Weile den Evros, bog dann (kurz vor dem türkischen Edirne) Richtung Bulgarien ab.

Leicht wellige Gegend, immer wieder mir eingesprengten kleinen Baumwollfeldern.

Zart

“Baum-Wolle”. Schönes deutsches Kombi-Wort. 

Zottelig

Nach 1.250 Kilometern (in knapp 3 Wochen) ging nun die Griechenlandreise zu Ende.

Bulgarien lag vor mir. Die Passformalitäten an der Grenze (kein Schengenraum!) waren schnell erledigt, Swilengrad, das erste bulgarische Städtchen, über eine Stein-Brücke aus dem 16.Jahrhundert schnell erreicht.

Historisch

Dutzende Spiel-Casinos und Hotels prägten die kleine Innenstadt, die gesichtlsos, etwas kalt und noch ziemlich gestrig wirkte.

Unterkunft: Hotel George. Stadtzentrum. Hatte viel ex-sozialistischen Charme. Die Verständigung war reichlich schwierig, klappte aber. 29 Euro (mit Frühstück).

Tag 236 (19.03.2018) / Griechenland: Weiterer Pausentag in Thessaloniki

Fast nur ältere Herren. Ich fragte mich, welcher Schicht sie angehören – oder angehörten. Feine Gesichter.

Gespiegelt

Die Männer bevölkerten morgens ab 9 Uhr ein uriges Kneipenkarree im Bazarviertel. Solange die Cafés und Restaurants noch nicht öffneten, konnten sie hier ihren kleinen Flohmarkt betreiben.

Dieser Herr überpinselte mit Filzstift Farbflecken auf weggeworfenen Sportschuhen und nähte Sohlen wieder an. Kleinkram zu seinen Füßen. Zeug, das man normalerweise in Mülleimern entsorgt.

Genäht

Dieser Herr war etwas professioneller, konnte offenbar Uhren und Schmuck reparieren.

Geschraubt

Dieser Herr hielt mich für einen Russen und wollte mit gleich in ein Gespräch verwickeln. Ich verstand aber nichts

Gequalmt

Ein anderer Herr, der nicht fotografiert werden wollte, verkaufte ausrangierte Uralt-Fernbedienungen. Einen ganzen Koffer voll hatte er mitgebracht.
Er sprach sehr gut Deutsch, obwohl er – nach eigenen Angaben – nur 1 Jahr in Berlin gelebt hatte. Er habe als Hotelier gearbeitet. Lange habe er sogar eine kleines Hotel auf der griechischen Halbinsel Chalkidiki betrieben. Vor 10 Jahren sei es von einem Waldfeuer erfasst worden, die Feuerwalze habe alles zerstört. 80 Tausend Euro habe er verloren. Niemand habe ihm eine Entschädigung bezahlt. Ich fragte ihn, ob er denn keine Versicherung gehabt habe. Er verneinte. Das habe sich nicht rentiert. Er habe das Hotel ja nur in der Hauptsaison betrieben.
Er sagte, dass er hier an manchen Tagen mit weniger als 1 Euro Verdienst rausgehe. Nur die Samstage seien gut. Dann verdiene er auch schon mal 30 Euro mit dem Kram, den er sich besorge. Von der griechischen Regierung hielt er nichts, von Europa noch weniger.

Gepackt

Dieser eher “private” Teil des Bazars schien mir heute (Montag) fast voller …

Geschaut

… als der “offizielle” Markt.
Montag hatten nicht viele Läden offen. Ganze Bazar-Straßen unbelebt.

Geleert

Ein wenig Leben immerhin bei Fisch und Fleisch.

Geputzt

Am Nachmittag schließlich die gute Nachricht: Der Fahrradladen, in dem ich meinen Drahtesel reparieren ließ, rief mich an und berichtete, dass sie das Ersatzteil besorgen konnten und ich am Abend das gut Stück abholen könnte.
(Super netter Laden mit extrem hilfsbereiten jungen Kerls!)
Es kann morgen also weitergehen.

Tag 232 (15.03.2018) / Griechenland: Volos -> Platamonas

Strecke: 111 km (09:15 – 18:15 Uhr)

Und über allem thront …

Götterthron

Stundenlang fuhr ich auf den Olymp zu. Wenig Menschen in den Dörfern, kaum Autos auf den Straßen. Fast tibetanisch karg die Landschaft. Am Straßenrand eine Eule (?), die es sich im Müll bequem gemacht hatte. Offenbar kann sie beide Augen getrennt steuern. Ich wusste nicht, ob sie mich anschaute, schielte oder einfach die Ruhe weghatte. Oder war sie – wie es der antike Aberglaube nahelegte – eine Unglücksbotin? Tagsüber soll sie ja selten zu sehen sein und wenn – dann soll sie Seuchen und Unglück ankündigen. Und wenn es gar keine Eule war, sondern ein Kauz?

Bierkastenthron

Ich machte in einem unscheinbaren Dorf einen Zwischenstopp: schnelles Bier. Unterhielt mich mit einigen Rentnern, die gebrochen Deutsch sprachen. Alle kannten Stuttgart, alle hatten Jahre bei Bosch, Daimler und Autozuliefererfirmen gearbeitet. Sie freuten sich, einige deutsche Wortbrocken wieder aus ihrer Erinnerung meißeln zu können.

Schafsweg zum Thron

Endlos die Schlussstunde.

No game of throne

Ich durchquerte einen Gebirgszug, entlang eines spektakulären Flüsschens, das sich tief in den Berg hineingegraben hatte. Die Sonne packte es nicht bis auf den Grund. Es war kalt und dunkel.

Unterkunft: Hotel Dias in Platamonas. Schön strandnah gelegen und modern. Wie häufig auf dieser Tour war ich der einzige Gast. Fahrrad in Abstellkammer untergebracht. (45 Euro. Frühstück kostete 7 Euro extra. War ausgezeichnet. Specially made for me!)

Tag 109 (30.03.2016) / Italien: Mestre -> Porto Tolle

Strecke: 98 km. (08:30 – 16:00)

Die Kanäle laufen schnurstracks. Manche über 50, 60 Kilometer. Keine Biegung, keine Kurve. Direkt in den Horizont.

Die meiste Zeit fuhr ich auf der lärmigen Landstraße, manchmal auf dem Damm selbst. Die vielen versteckten Erdlöcher bremsten mich jedoch gewaltig.

Dammlich geht’s zum Horizont

So wählte ich also wieder Asphalt.

Gut ausgebaut das Straßennetz. Die Züge fahren überpünktlich (das konnte ich in Venedig feststellen). Busse gibt es zuhauf und verbinden noch die kleinsten Ortschaften untereinander.
Das Einzige, was bisher nicht in Italien funktioniert: Die Straßenpfosten halten nichts aus.
Einer brach unter der Last meines abgestellten Fahrrads regelrecht ab.

Ausgebremst

Anyway. Ich schoß mein Selfie.

Spieglein Spieglein an der Straß’ ...

Nach zwei Stunden die Provinz Venezia verlassen und die Po-Ebene erreicht. Brettflach. Kanäle, Flussarme, Felder, Moore. Ab und zu ein Gehöft oder eine Winzsiedlung.

Einöd mit Zweibaum

Jetzt bin ich schon 3 Tage unterwegs und habe immer noch nicht dass offene Meer zu sehen bekommen.
Lagunen, Flüsse, Bäche, Binnenseen. Viel Wasser.

Ausgebootet

Immer wieder Fliegenschwärme, die über mich herfielen. Oder waren es Mücken? Winzkäfer? Stachen jedenfalls nicht.
Die Landschaft eintönig, mit nur wenig Farbkraft. Nur ab und zu lauschige Winkel.

Kreuchtierparadies

Eigentlich wirkte vieles verlassen oder zumindest eher ärmlich. Doch dann immer wieder kleine Feudalgrundstücke mit ansehnlichen Bauernhäusern.

Sogar das Wasser schimmert klar

Die Fischerbehausungen dagegen eher ärmlich. Die Bootsschuppen aus Wellblech. Improvisierte Kleinsthäfen.

Sogar das Wasser dümpelt faulig
Armut ist pittoresker als Reichtum

Ein altes Fischerpaar näherte sich.

Immer zu zweit!
Eine Hand hilft der anderen

Der Fang: Krebse satt und dazwischen/darunter/darüber: ein Aal.

Hölleneimer
Sic!

Kaum war der Fang entladen, stiefelte das Fischerpaar über die Straße die nächste Böschung runter, bestieg ein Kleinstboot und kontrollierte geduldig die ausgelegten Reusen im nächsten Gewässer.

Warum finden Krebse und Aale nicht mehr aus der Reuse raus?

Lange dachte ich, während ich weiterfuhr, ich würde mich einem Leuchtturm nähern. Doch als ich davor stand, entpuppte sich der Turm als ein Taubenhaus(?).

Taubenschornstein

Merkwürdige Dinge gab es in der Po-Ebene. Auch museumsreife Traktoren, deren Motoren liefen, ohne dass sich ein Fahrer in der Nähe befand. Irgendetwas wurde gepumpt. Es erschloss sich mir aber nicht, was!

Pumpstation

Einige Kilometer vor meinem Tagesziel kam mir ein Fahrradwanderer entgegen, der sich offensichtlich verirrt hatte. Ein 76jähriger Schweizer, der in der Poebene Vögel spotten wollte und in genau das gleiche Dorf zu radeln gedachte wie ich auch. Nur: Er fuhr in die entgegengesetzte Richtung. Es kostete mich einige Minuten, ihm klar zu machen, dass er sich irrte. Er sagte, er habe schon 60 Kilometer auf dem Buckel. Ich lotste ihn (mein HandyNavi überzeugte ihn!) auf den richtigen Weg.

Good country for old man

Wir fuhren Seit an Seit weiter. Baten unterwegs eine Dame am Wegrand, ein Foto von uns beiden Italienbummlern zu schießen. Es gelang ihr nur mit Mühe, uns unsere Beine nicht vollständig abzuschneiden. Auch nachschärfen (am Abend) konnte das Foto nicht wirklich retten.

Peter & Stefan

Unterwegs erzählte mir “Peter”, so hatte er sich mir vorgestellt, dass er vor kurzem von seinen Ärzten MS diagnostiziert bekommen habe. Jetzt wolle er noch so lange Fahrrad fahrend die Welt erleben wie er noch strampeln/gehen könne. Er hatte kein Hotel vorbestellt, nichts. Mit 76!
Ich führte ihn zu meiner Unterkunft, die ich schon am Morgen per Internet gebucht hatte. Und dachte: Wow!

This is the end

In Porto Tolle, dem Zentrum der Po-Ebene, nahmen wir noch zusammen das Abendbrot ein. Peter erzählte von einem langen Leben. Good man!

Unterkunft in Porto Tolle: “Hotel Italia”. An der Hauptstraße gelegen. Modern. Zweckmäßig. Sehr netter Empfang. (45 Euro mit Frühstück.) Fahrrad in Garage abgestellt.