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Tag 63 (18.04.2015) / Griechenland: Pause in Kalamata

Mousakás-Tag!

Deswegen hatte ich heute eine Pause eingeschoben.
“Moussaka”, “Musaka” – egal wie geschrieben, wie betont. Heute war ein Festtag.

Ein Traum

Meine Europareise ist ja auch eine kulinarische. Und ohne diesen Auberginenauflauf ist das gastronomische Programm in Griechenland nicht komplett.
Nur: Bisher war es auf meiner Radtour faktisch unmöglich dieses klassische Gericht zu bekommen. Egal wo ich fragte: immer die gleiche Antwort: heute gerade nicht.

So war es auch gestern Abend. Ich hatte im Internet recherchiert und ein Lokal in Kalamata ausgeguckt, das berühmt für traditionelle griechische Küche ist. Also war ich spät Abends hinmarschiert. Nur: Das  Mousakás war bereits aus. (Dafür aß ich verdammt gute Wild-Artischocken). Die junge Wirtin sprach ein wenig Deutsch und meinte: Das Mousakás sei eigentlich immer am frühen Nachmittag schon ausverkauft. Ich beschloss sofort, einen Tag in Kalamata dranzuhängen.
Die Wirtin beruhigte mich und versprach, mir auf jeden Fall ein Stück zu reservieren. Ich müsste morgen nicht so früh erscheinen. Ihre Mama regiere im übrigen die Restaurant-Küche, und sie sei die beste Köchin weit und breit. (Die Mama zupfte derweil in einer Ecke Berge von Spinat klein.)

So kam ich also wieder an diesem Mittag und speiste wie Zeus in Griechenland. Götterspeise!
(Wer immer auch nach Kalamata kommt, er darf die Küstenstadt nicht verlassen, ohne in der Taverne “Ta Rolla” (kurz vor der Markthalle) eingekehrt zu sein.)

Was für ein Tag.
Er hatte eh sehr angenehm begonnen.

Meerbaum

Früh war ich vom Strand in das rund 4 Kilometer entfernte Zentrum der Hafenstadt gelaufen.
Die Altstadt: einfach liebenswert.

Flair
Mediterranes Flair
Guck!
Velo

Viele kleine Kaffeeröstereien. Die Gassen dufteten.

Wer ist die Schönste?
Wer ist die Lauteste?

Im Viertel ging es beinahe arabisch zu.

Souk

An einer Kneipentür: Geschichtsunterricht!

Mit wenigen Worten

Den quirligsten Markt seit langem besucht.

Heiliger Fisch
Gefangener Fisch

Fische werden im Akkord ausgeweidet.

Schnelle Hände
Das Meer ist fruchtbar

Auf dem Gemüsemarkt.

Ich liebe Artischocken

Die Bäuerinnen haben alles schon erlebt. Krieg, Diktatur, Demokratie, Eurokrise. Ihre Gesichter ausdrucksstark, aber erschöpft.

Erschöpfte Marktfrauen

Auch ihre Familien haben alles schon erlebt.

Good Music

Ästhetisch die Gewänder.

beggar & beggar

Verhärmt die Gesichter.

beggar

Ich sagte es bereits: Welch ein Tag.

Kulinarisches Brevier: Italien 1 & Slowenien

Italien

Hatte nur einen Tag Aufenthalt in Italien und nur kurz Gelegenheit, die original italienische Küche zu beschnüffeln.
Das aber hat Lust auf (viel viel) mehr gemacht.

Sistiana

Restaurant “Vanilija à la carte” (Hotel Eden)
Exzellenter Koch.
Für die servierte Qualität war das Essen richtig billig. Auch Weinbegleitung klasse durch sehr aufmerksamen Kellner.

Am Nachbartisch saßen 2 italienische Paare, die sich vor dem Essen gemeinschaftlich bekreuzigten. Habe das zum ersten Mal überhaupt in einem Restaurant gesehen.

“Lonza affumicata (Kaiser) con Pere e Rabiola”
(Geräucherter Südtiroler Schinken (von der Lende) mit Birne und Frischkäse)
12 Euro
Aromen ergänzten sich ausgezeichnet.

“Spaghetti à la Carbonara e Tartufo Nero”
(Spaghetti alla Carbonara mit Schwarzem Trüffel)
12 Euro
Klasse. Nicht so eine nasse Pampe wie in den meisten Lokalen. Und auch nicht mit Rohem Schinken, sondern mit angebratenem Speck. Auf den Punkt. Trüffel gut. Insgesamt überragender Geschmack.

“Torta al cioccolato”
(Schokoladenkuchen)
4 Euro
Bin nicht wirklich ein Süßesser. War jetzt aber begeistert. Lauwarmer Kuchen mit Merenguehäubchen, die nicht fest und bröselig, sondern fast flüssig waren. Sehr sehr gut.

Slowenien

Auch die slowenische Küche nur im Vorbeigehen mitbekommen. Scheint sehr italienisch orientiert zu sein.

Izola

Restaurant “Gostilnica Gust”
Eigentlich eine Pizzeria. Hat aber weit mehr auf der Karte. Netter und schneller Service.

“Bruschette češnjev paradižnik, bivolja mocarela,bazilika,origano”
(Tomaten, Büffelmozzarella, Basilikum, Oregano)
4,40 Euro
Gut gemacht, leicht angewärmt serviert.

“Domači fuži z gamberi, škampi in mlado špinačo”
(Hausgemachte Pasta mit Garnelen, Scampi und Spinat)
12,90 Euro
Ebenfalls ordentlich zubereitet. Fehlte ein wenig die Finesse.