Meer Europa

Schlagwort Archiv: Taverne

Tag 228 (11.03.2018) / Griechenland: Athen -> Chalkida (Euböa)

Hab die 8. Etappe meiner Europa-Umradlung in Angriff genommen. In 6 Wochen von Athen über (Türkei?) Bulgarien und Rumänien (Ukraine?) bis nach Moldawien.
Letzte Tour am Mittelmeer entlang.

Mal gespannt, ob ich die zweieinhalbtausend Kilometer schaffe.

Die ersten 78 von Athen nach Chalkida waren schon Tortur genug.

Untrainiert fuhr ich hinter Athen in die Frühlingsberge rein.

20 Grad warme Blüte

Kam schnell ins Schwitzen und Krampfen.

Nach zwei Dritteln der Strecke brauchte mein Körper Benzin: Retsina. Der Tavernen-Wirt schenkte keine Gläser ein – nur (Original-Zitat:) “1/2 Kilo oder ganzes Kilo”.

Ich glaube nicht, dass ich einen halben Liter Weißwein serviert bekam, das Kännchen sah kleiner aus.

17 Grad Kalt Wein

Und kostete nur 1 Euro! (War gleichwohl trinkbar und erfrischend.)

1 Euro billigergeht nicht

Der Effekt: Aber ab jetzt wuchs jeder Winz-Hügel zum Mount Everest an. Ich verausgabte mich vollständig und war froh, als mein Tagesziel unter mir lag: die Ägäis mit der Insel Euböa.

Ägäis-Blau

Die alte Brücke vom Festland misst ca. 40 Meter.

Ist das noch ne Insel?

Das Trojanische Pferd wurde im schmalen Kanal zwischengeparkt.

Griechen-Trojaner

feindlicher Krieger

Auf der Hafenpromenade mächtig was los. Sonntagnachmittag.

Coole Twens sangen (orientalisch), tanzten (asiatisch) und freuten sich an sich selbst (griechisch).

Cool im heißen Sonnenlicht

Sonnenchoreographie

Sonnenuntergangs-Choreographie

Kulinarisches Brevier: Frankreich / Teil 2 (Bretagne)

Die “Küsten-Küche” in der Bretagne unterscheidet sich kaum von der des Aquitaines. Fast alle Restaurants haben ähnliche Angebote. Der Unterschied liegt in der Qualität des Kochs und des Einkaufs (Billigware oder Gute-Lebensmittel-Erzeuger). Typisch Regionales spürte ich kaum. Dafür muss man wahrscheinlich ins Landesinnere oder in Gourmet-Lokale. Das Angebot der Restaurants, die ich fand, richtete sich an den Binnen-Touristen, der hochwertige Meeresfrüchte verlangte. Insgesamt ist die Qualität in vielen Lokalen klasse (auch wenn es deutliche Ausreißer nach unten gibt). Die Restaurants haben den Fischmarkt meist vor der Nase.

Vannes

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Menü (20 E)

1) “Aumônière de chèvre aux pommes” (Gebratener Ziegenkäse auf Äpfeln mit Salat)
2) “Brochette de Sain-Jacques et saumon fumé, crème de carottes à l’estragon” (Jakobsmuscheln mit geräuchertem Lachs am Spieß )
3) Gebratener Apfel mit Karameleis

Restaurant “Le Gavroche” (Zentrum). Auf Tradition gebürstetes Lokal. Schnelle Abfertigung. Dabei nicht unfreundlich, aber bestimmt. Schnelles Durchschleusen im Vordergrund. Also ziemlich touristisch. Auch wenn der Raum zu dieser Jahreszeit, in der ich unterwegs war, nicht wirklich gefüllt war.

Ziegenkäse gut, harmonierte aromatisch mit saurem Apfel. Jakobsmuscheln geschmack- und lieblos zubereitet.  Desert überladen.

Quiberon

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1) “Anchois marine” (Salat mit marinierten Anchovis) (6 E)
2) “Brochette de Sain-Jacques” (Gebratene Jakobsmuscheln auf Reis) (25 E)
3) “Far Breton” (Bretonischer Backpflaumen-Kuchen) (7 E)

Restaurant “La Criée” (Hafennähe). Sehr bemühtes Traditionslokal. Ein Tick übersteuert. Zu teuer für das Gebotene. Dennoch gut.

Sehr gute Vorspeise. Als Hauptgericht erneut Jakobsmuscheln – ich wollte es nach dem gestrigen Reinfall noch einmal wissen und wurde nicht enttäuscht – fein. Frisch, gut gebraten und mit den Beilagen (Reis, Süßkartoffelpüree u.a.) sicher ausbalanciert. Desert voluminös.

Quiberon

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1) “Assiette fruits de mer” (Meeresfrüchte) (29,50 E)
2) “Mousse au chocolat” (5,50 E)

 

Restaurant “La Vivier” (Außerhalb).Lokal, das sehr einfach eingerichtet ist, fast im Stil einer normalen Fischerkneipe am Hafen. Dabei liegt es nicht dort, sondern fast 2 Kilometer außerhalb Quiberons. Das Meer aber immer im Blick. Extrem gutes Fischrestaurant. Unglaublich schneller und korrekter Service. Und trotz vollem Lokal sehr freundlich und entspannt.

Beste Meeresfrüchte, die ich bisher gegessen habe. Sehr sehr gute Qualität. Es machte richtig Spass, sich durch diesen Teller durchzuarbeiten.
Mousse war Hausmacherart und klasse einfach.

Concarneau

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1) “Pizza mit Meeresfrüchten” (12,50 E)

Die wirklich guten Restaurants waren als besetzt. Concarneau war völlig mit einheimischen Touristen überlaufen. Was blieb, war eine Pizzeria, deren Namen ich vergessen habe und die man sich auch nicht merken müsste.
Ich wurde satt, das ist aber alles, was ich berichten kann.

Morgat

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Menü (29 E)

1) “Terre et Mer” (Meeresfrüchte, geräucherter Lachs, Käse/Feischspieß, Leberpastete auf Feige, Salat.)
2) “Filet de Lieu Jaune au Beurre Rouge” (Junger Seelachs an Rotweinbutter)
3) “Marquise au Chocolat et Grand Marnier” (Schokolade-Variation)

Restaurant: Saveurs et Maree. Am Quai. Sehr modern eingerichtet, trotzdem außerordentlich gemütlich. Scheint das beste Restaurant des Küstenstädtchens zu sein. Exquisiter Koch. Superschneller und guter Service. Klasse Weine zudem.

Richtig begeisterndes Essen. Traditionell orientiert, aber modern interpretiert. Vorspeise sehr stimmig.
Fisch exzellent mit fantastischer Soße und super zubereitetem Reis. Hätte den Teller dreimal abschlecken können. Nachspeise ein Gedicht. Schokolade flüssig, halbgefroren, fest, gestreut. Dazu der feine Alkohol. Ich konnte nicht genug kriegen.

Le Conquet

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1) “Crêpe: Nix de l’océan (Saint-jacques, Fondue de poireaux à la crème)” (Crêpe mit Jakobsmuscheln auf cremigem Lauchpüree) (11,90 E)
2) “Crêpe: Banana split chocolat (banane, sauce chocolat, 1 boule vanille, chantilly, amandes grillées)”

Restaurant: Louis de Bretagne. Eine überregional bekannte Crêperie. Leicht aristokratischer Tick in der Einrichtung.

Exzellente Crêpes. Bei 3 Crêpes hätte man bereits den Preis eines guten Menüs erreicht. Ist aber das Geld wert. Nie wieder so gute französische Pfannkuchen gegessen.

Guisseny

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Appetithäppchen: Ein Kuchen aus geräuchertem Lachs mit selbstgefertigtem Likör.
Absolut köstlich beides.

Dann noch ein Tapa Champignons .

Schließlich das eigentliche Menü.

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Menü (25 E)

1) “Le saumon fumé maison” (Selbst geräucherter Lachs)
2) “Gigot d’agneau, purée de haricots blancs, ail en chemise” (Lammkeule mit Püree aus weißen Bohnen und Knoblauch)
3) “Larme chocolat, poire caramel)” (Schokoladentränen mit karamelisiertem Pfirsich)

Restaurant: “Auberge de Keralloret”. Pensions-Restaurant. Bieder eingerichtet. Aber welche eine Hausmacher-Kunst das Essen!

Allerfeinste Hausmacher-Küche. Fantastischer Lachs, richtig gut gebratenes Lammfleisch mit exzellenten Beilagen und einfache, aber sehr schmackhafte Nachspeise.
Alles unschlagbar für diesen Preis. Begeistert.

Morlaix

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Menü (28 E)

1) “Cromesquis d’escargot au piment d’espelette celeri a la moutarde mout de raisin” (Kroketten aus Schnecken mit Sellerie-Reis)
2) “Poitrine de veau laquee au balsamique, puree de potimarrons,duxelles de champignons et tomates confites” (Rinderbrust, Püree aus Hokaido-Kürbis mit Champignons und Tomaten)
3) “Tartare de poire caramelisé creme de citron vert” (Karamelisierte Birne mit Zitronencreme)

Hotelrestaurant L’Albatros bei Flughafen außerhalb von Morlaix. Die Einrichtung hat eher Kantinencharakter. Wird aber geführt von einem überragenden Kantinenkoch.

Exzellentes Menü und zwar jeder Gang. Superzarte Rinderbrust. Ein Gedicht die Nachspeise – vor allem die Zitronencreme.

Ploumanac’h

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1) “Petite Salade de chèvre” (Ziegenkäse-Salat) (7,50 E)
2) “Moules Bretonne” (Miesmuscheln) (14,40 E)
3) “Crêpe Compote” (Crêpe mit Apfelbrei) (3,50 E)

Restaurant: “Le Rest’ A Terre”. Strandnah. Einfaches Lokal, bei Einheimischen sehr beliebt. Ohne Schnickschnack, mit lauter Theke. Tavernencharakter.

Einfache Zubereitung der Speisen, aber schmackhaft. Miesmuscheln mit Walnusskernen passten gut zusammen. Sehr schlichte Crêpe.

St Brieuc

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Menü (26,50 E)

1) Salat mit Jakobsmuscheln
2) Gegrillter Seebarsch mit Gemüsebeilagen
3) Apfeltarte mit Vanilleeis

Restaurant: “La Cuisine Du Marché”. Im/am Zentralen Markt. Einfaches Lokal.

Das Restaurant sagt von seiner eigenen Küche sie sei rustikal und bretonisch. Rustikal ist sie in der Tat.
Waren die Jakobsmuscheln genau auf den Punkt gegart und sehr gut, fiel der Fisch schon deutlich ab. Zu lang gebraten und mit völlig verkochten geschmacklosen Beilagen. Tarte ebenfalls eher lieblos.

Dinard

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Menü  (31,50 E)

1) “Moelleux de tourteau à l’avocat et son caviar de hareng fumé” (Krebs-Avocado-Hering-Tartar)
2) “Pavé de cabillaud en aioli et bulots tièdes” (Kabeljau mit Knoblauch und Meeresschnecken)
3) “Feuillantine au chocolat blanc et dôme de pistache” (Auflauf aus weißer Schokolade mit Pistaziencreme)

Restaurant “L’Abri Des Flots” im Zentrum. Sehr modern eingerichtet, große Fensterflächen. Angenehme Atmosphäre. Klasse.

Hingerissen von diesem Menü. Vorspeise, die auf der Zunge verging. Extrem guter Fisch, der auch noch überraschend mit Ei serviert wurde. Mehr als interessanter Geschmack. Sensationell gute Nachspeise. Hätte davon gerne nachbestellt. Klasse Leistung.

Kulinarisches Brevier: Frankreich / Teil 1 (Aquitaine)

Jetzt bin ich schon fast 2 Wochen in Frankreich unterwegs und habe noch kein einziges Mal in einem Hotel geschlafen, in dem die Bettmatratze beim Drauflegen sich gleich bis zum Boden durchbog.
Das war eine meiner bleibenden Frankreicherfahrungen von vor bald 30 Jahren. Solange war ich schon nicht mehr (länger) in diesem schönen Land.

Frankreich hat sich modernisiert und das auch in der Küche. Kein Muff mehr. Kein Serviettenzwang (wie hasste ich damals die Spießer mit den Servietten vor ihrem Bauch, die sie mit kleinen Wäscheklammern am Hemd befestigten), kein steifes Obergehabe, kein ewiges Suppe, Fleisch/Fisch, Mousse.

Die Küche hat sich auch in den normalen Restaurants Freiheiten (vom eigenen Mythos) verschafft.

Und dennoch ist mein erster Eindruck zwiegespalten. Meist bekam ich handwerklich sehr gutes Essen serviert, nicht selten aber auch einfach schlechtes Zeug.

Es ist immer noch preiswerter, sich ein Menu zu bestellen. A la carte kostet deutlich mehr.
Sich jeden Tag in einem Restaurant zu ernähren ist teuer. Außer man speist mittags. Dann gibt es die “plat de jour” oder “formule” – manchmal mit einer unfassbar guten Qualität. Und zu einem unglaublich günstigen Preis.
Eigentlich ist dieses Mittagessen ein vom Staat und der Wirtschaft subventioniertes. Viele Firmen leisten sich keine Kantine. Die Angestellten werden dafür von den Unternehmen mit Gutscheinen ausgestattet, die sie in zahlreichen Restaurants einlösen können. Das sorgt in Dörfern und Kleinstädten dafür, dass sich gute Brasserien und einfache Restaurants halten können.

Ich konnte aber kaum mittags essen gehen, ein dickgefressener Bauch animiert nicht, mit dem Fahrrad noch lange Strecken zu fahren.

Wie auch immer. Ich war auf die Abend-Küche angewiesen.

Natürlich hätte ich mich auch von französischem fastfood ernähren können. Crèpe, Pizza, Moules & frites, Croque etc…. Das gab es haufenweise.
Wollte ich aber nicht. Blieb also nur die Menu-Lösung. Und die kostete im günstigsten Fall rund 20 – im normalen Fall ca. 30 – und manchmal sogar 40 Euro.
Mit Wein dazu : Das wurde dann häufig teuer.

Da ich die Küste entlang fuhr, dominierten zwangsläufig Fisch und Meeresfrüchte.

Bayonne

Jamben und Moules

Jambon und Moules

1) “Assiette de Jambon de Bayonne” (Schinken aus Bayonne) (7,50 E)
2) “Moules de Bouchot” (Miesmuscheln) (11,90 E)

Restaurant “Le Chistera” (Zentrum) Sehr nettes bürgerliches Lokal. War stark von Einheimischen frequentiert.

Bayonne-Schinken ist eine einheimische Spezialität. Hat Serrano Qualität.
Miesmuscheln waren in einem sehr feinen Sud zubereitet. Deutliche Knoblauchnote und viel Petersilie. Habe Sud fast wie eine Suppe ausgelöffelt.

Mimizan

Pizza

Pizza

“Pizza Fruits des mer” (Pizza mit Meeresfrüchten) (12,50 E)

Hotelrestaurant “Chez Paul” (Zentrum) Bemühter Service. Für den Schnellhunger.

Gab im Ort leider keine  Alternative. Wg. Herbst alles geschlossen. Solide Pizza. Leicht versalzen. Ziemlich überladen. Koch ist definitv nicht bei Italienern in Schule gegangen.

Parentis En Born

Accras, Boeuf, Tarte

Accras, Boeuf, Tarte

Tagesplatte (Formule du jour) (11,50 E)
1) “Accras de Morue” (Frittierte Kabeljaubällchen), Sauce tartare
2) “Pièce de boeuf brillé” (Rindfleisch)
3) “Tarte Tatin” (Apfelkuchen)

Restaurant “Cousseau” (Zentrum).  Sehr nette Aussenterrasse.

Frankreich at its best. Keine kreative Küche. Aber sehr sehr solide. Für diesen Preis sogar überragend.
Kabeljaubällchen noch etwas geschmacksneutral. Fleisch sehr zart und mit exzellenter Sauce. Dessert schlicht köstlich.

Arcachon

Soupe, Huitres, Crepe

Soupe, Huitres, Crepe

1) “Soupe de Poissons et sa Rouille” (Fischsuppe) (8,50 E)
2) “6 Huitre gratinées au bloc de foie gras” (Gratinierte Austern mit Gänseleber) (15 E)
3) “Crêpe flambée au Rhum” (8 E)

Dazu ein selbstgemixtes Hausgetränk

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Restaurant “Le Grand Bleu” (In Hafennähe.) Im Stil einer Taverne eingerichtet. Sehr gemütlich mit einem überaus freundlichen älteren Patron. Habe mich sehr wohl gefühlt.

Fischsuppe echte Hausmacherart. Sehr schmackhaft. Austern richtig klasse. Harmonierten exzellent mit der Leberpastete. Crêpe mit feinem Rum. Da war nix falsch zu machen.

Arcachon

Austern, Dorade, Tarte

Austern, Dorade, Tarte

Menu (18,90 E)

1) Frische Austern
2) Gebratene Dorade
3) Gateau basque

Restaurant “La Loubine”. (Hafennähe.) Gleiche Stadt, gleiche Straße und doch zwei Welten. Anders als gestern war dies ein Totalreinfall. Gesichtsloses Restaurant ohne jede Ambition.

Versalzene Austern, Dorade begleitet von geschmacklosem und total verkochtem Ratatouille, Kuchen mit Billighonig übersüßt.

Le Temple

Champignongsuppe

Champignongsuppe

Champignonsuppe (6,00 E)

Restaurant “Le Petit Temple”. Wohl einziges Gasthaus in dem kleinen Ort. Treffpunkt der Einheimischen.

Suppe war gerade erst aufgefroren und noch teilweise kalt. Zu dick geraten.

Margaux

Speck Carpaccio, Gebratenes Rindfleisch, Tarte

Speck Carpaccio, Gebratenes Rindfleisch, Tarte

Menu (41,00 E)

1) “Carpaccio de maigre fumé maison glace et truffe fraîche” (Speck-Carpaccio mit Trüffel.)
2) “Tournedos de filet de boeuf, sauce Bordelaise” (Rindsfilet mit Rotweinsauce.)
3 “Tarte fine aux pommes chaudes, glace vanille” (Apfelkuchen mit Vanille Eis).

Restaurant “Savoie”. Schön gelegen mit großer Terrasse. Gemütliche Inneneinrichtung. An diesem Tag war ich der einzige Gast – Bedienung wollte nur schnell fertig werden. War also eher ungemütlich.

Essen große Klasse. Speck-Carpaccio sehr fein. Trüffel bräuchte ich dazu nicht.
Sauce zum auf den Punkt gebratenen Fleisch richtig gut.
Und Apfelkuchen eine absolute Köstlichkeit. Hohe Kunst.

Dazu natürlich einen guten Bordeaux getrunken.

Saint Estèphe

Käseplatte

Käseplatte

Petite fromage” (8,00 Euro)

Boutique-Café “L’atelier de k’tea”. Sehr liebevoll geführte kleine Boutique mit angeschlossenem Café. Kleinigkeiten zu Essen.

Sehr gute Käseauswahl.

Soulac-Sur-Mer

Croques, Käse-Wurst-Platte

1) Croques (Französische Sandwiches) (8,00 E)
2) Käse-Wurst-Platte (15,00 E)

Tapas-Bar “Le Comptoir Du Vin” (Zentrum). Schöne Abhängbar mit ein paar Kleinigkeiten zum Essen. Nette Leute.

Croques. So genau hab ich nicht verstanden aus was diese französischen Sandwiches gemacht sind. Jedenfalls geröstetes Brot gefüllt mit Gänseleber, Apfel, Schinken, Speck. Sehr feiner Geschmack.
Käse und Wurst Platte gut. Und reichlich.

La Rochelle

Rotbarbe, Lammkarree, Erdbeersorbet

Rotbarbe, Lammkarree, Erdbeersorbet

Menü (31,50 E)
1) “Bruschetta de rouget a la tapenade de pesto” (Toast mit Rouget und Pesto)
2) “Carré d’agneau rôti au thym, gratiny a la patate douce” (Lammkarree)
3) “Saufe de fraises á la menthe fraiche, sorbet fraise” (Erdbeersorbet)

Restaurant: La Petite Auberge (Zentrum). Angenehmes Restaurant. Wenn auch Bedienung sich weigerte auch nur ein Wort Englisch zu sprechen. War wohl eher Verlegenheit denn Arroganz. Modernes Interieur.

Ich liebe “rouget”. Toast war gut zubereitet. Rouget lag auf einer Creme, die ich nicht identifizieren konnte. Der Fisch mit  eine Pesto Sauce drapiert, die einen Tick zu salzig war.
Lamm extraklasse. Und viel. Dazu gab es Süßkartoffeln (Püree). Die scheinen ziemlich in Mode zu sein. Hab sie schon mehrmals serviert bekommen.
Nachspeise sehr delikat.

La Rochelle

Couscous

Couscous

“Couscous maison (poulet, boeuf, merguez)” (Couscous mit Hähnchen, Rindfleisch und Merguez)

Restaurant “L’Etoile Berbère”.  Modernes und trotzdem heimeliges Restaurant. Wirt ist ein Tausendsassa. Sehr souverän. Sah, dass ich mich nicht auskannte und erklärte mir sehr genau, wie das Couscous zu essen ist.

Couscous mehr als reichlich. Mit der gereichten Würze auch ausreichend scharf. Gelungene Abwechslung zur sonstigen Atlantikküche.

Saint Gilles Croix De Vie

Fischsuppe, Roter Thunfisch, Mousse

Fischsuppe, Roter Thunfisch, Mousse

1) “Soupe de poissons maison (Croûtons, Fromage, Ail Rouille)” (Fischsuppe) (7,50 E)
2) “Pavé de thon rouge” (Filet von Roten Thunfisch) (18,50 E)
3) “Mousse au chocolat” (5,60 E)

Resaturant “Le Casier” (Nähe Alter Hafen). Sehr angenehm. Stark frequentiert von Einheimischen. Ich war früh gekommen und hatte Glück einen Platz zu bekommen. Ist wohl die 1. Adresse im Ort. Sehr schnelle und professionelle Bedienungen.

Suppe exzellent.
Thunfisch fangfrisch und klasse zubereitet. Ratatouille tadellos.
Mousse ein Genuss!

Weinkarte normal. Mit guten Alltagstropfen.

Saint-Brevin-les-Pins

Gratinierte Muscheln, Colin, Tarte

Gratinierte Muscheln, Colin, Tarte

Menü (21,50 E)
1) “Gratinée de moules”  (Gratinierte Venusmuscheln)
2) “Colin a la Normande” (Seelachs)
3) “Tarte de pommes

Restaurant Rose-Marie (strandnah). Traumlage. Supernetter Wirt, einfache Einrichtung, sehr gemütlich. Klasse und preiswertes Restaurant.

Muscheln gut und reichlich.
Fisch superb zubereitet.
Kuchen klasse Hausmannskost.

Insgesamt kein Schischi. Dafür gute Qualität. Obendrein noch einen guten Hauscocktail bekommen.

Tag 65 (20.04.2015) / Griechenland: Githio > Tripoli

Strecke: 100 km. (09:00 – 18:30)

Unterkunft in Tripoli: Hotel Acadia im Zentrum. (Hilfsbereiter Service.) 54 Euro mit Frühstück. Fahrrad in Abstellkammer untergebracht.

Strecke 0065-Griechenland-Githio-Tripoli

Am Morgen noch ein wenig in Githio umgesehen.

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Stille

Außerordentlich sympathischer Ort mit einladenden Tavernen an der Uferstraße. Zu dieser Stunde natürlich noch im Tiefschlaf.

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Ruhe

Danach ging es ab in die Berge. Zunächst nach Sparta.
(Spartanisch ist es dort längs nicht mehr. Hab nirgendwo in Griechenland einen Ort mit so vielen dicken Menschen gesehen.)

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Stille vor dem Sturm

Nach Sparta nur noch hoch, hoch hoch. Es gab keinen anderen Weg nach Tripoli. Unterwegs auch keine Ortschaften. Das Parnon-Gebirge fast menschenleer. Ich weiß nicht, wie viele Höhenmeter ich strampeln musste. Sicher war ich höher als 1300 Meter. Ich kam an meine Grenzen. Zum ersten Mal hatte ich Tränen der Erschöpfung in den Augen.

Auf dem Pass kurz Rast gemacht. Inmitten von orthodoxen Wegkreuzen.

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Sturm zerstört Stille

Obwohl alle reichlich kaputt aussahen, sie wurden gepflegt. Die Heiligen mit Ouzo und Olivenöl versorgt.

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Windgeschützt

Schließlich eine Abfahrt: Ein ewiges Glück von einer Stunde.

Tag 62 (17.04.2015) / Griechenland: Pyrgos > Kalamata

Strecke: 126 km. (9:00 – 17:30)

Unterkunft in Kalamata: Hotel Plaza an der Strandpromenade. (Gutes und günstiges Hotel. Schöner Meerblick. Hilfsbereite Betreiberfamilie) 45 Euro mit Frühstück. Fahrrad in Garage untergebracht.

Strecke 0062-Griechenland-Pyrgos-Kalamata

Dieser Tag ist schnell erzählt. Zum dritten Mal hintereinander mehr als 100 Kilometer gefahren. Dieses Mal sogar 126 Kilometer.
Der Westpeloponnes in Küstennähe flunderhaft. Nicht enden wollende Sandstrände.

Flachküste

Flachküste

Erst das letzte Drittel der Strecke wieder hügelig, teilweise bergig.

Toskanisch 1

Toskanisch 1

Manchmal wähnte ich mich in der Toskana.

Toskanisch 2

Toskanisch 2

Die Dörfer verschlafen, langsam, gemütlich, die wenigen Menschen, die ich zu Gesicht bekam, saßen in schattigen Tavernen. Noch weniger Worte, die manche mit mir wechselten: Woher? Wohin? Mit dem Fahrrad? Verrückt!

Nicht mehr ganz toskanisch

Nicht mehr ganz toskanisch

Schließlich den Messinischen Golf erreicht. An dessen Ostende liegt die Stadt Kalamata.

Die Stadt versteckt sich

Die Stadt versteckt sich

Das Zentrum weit weg vom Strand. Obwohl Kalamata in den 80erJahren des letzten Jahrhunderts durch ein Erdbeben fast völlig zerstört wurde, ist die Wiederauferstandene auf meiner Tour die bisher schönste Stadt Griechenlands, mit hübschen Altstadtstraßen, guten Tavernen und hippen Bars.

Die Stadt zeigt sich

Die Stadt zeigt sich

Ich werde Kalamata morgen näher erkunden.

Tag 61 (16.04.2015) / Griechenland: Patras > Pyrgos

Strecke: 106 km. (10:00 – 18:15)

Unterkunft in Pyrgos: Hotel Olympos im Zentrum. (Geschäftshotel. Ohne Charakter. Freundlicher Portier.) 40 Euro ohne Frühstück. Fahrrad im Keller untergebracht.

Strecke 0060-Griechenland-Patras-Pyrgos

Schöne Küstenfahrt von Patras nach ähesten. Immer wieder Tavernendörfer. Sehen vielversprechend aus. Sind wohl Wochenendziele für hungrige Athener.

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Schatten gibt es auch.

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Und jede Menge Badewannen.

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Anschließend ging es mehr ins Landesinnere. Meist ca 5 -10 km von der Küste entfernt. Das Land total platt. Sah auch nicht anders aus als Niedersachsen. Wären am Horizont nicht immer diese hohen kargen Berge. Dem Horizont näherte ich mich aber nicht.

Fruchtbare Erde. Kilometerlang nichts anderes als Erdbeerfelder.

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strawberry fields for ever

Die Saison hat begonnen. Europa wird von hier aus mit Süßstoff versorgt.

Noch ist die Sonne nicht so heiß, dass es unerträglich wäre. Zudem wehte ein manchmal sehr böiger und dann auch frischer Wind.

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Frühkartoffeln werden auch bereits geerntet.

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Der Frühling hat endlich(!) mit voller Macht Einzug gehalten.
Der Wegrand mit Klatschmohn gesäumt.

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Klatsch!

Schönes Bild. Könnte jetzt sagen: Habe das mit Absicht gemacht. Tatsächlich wollte ich aber testen,
ob meine Kamera bei extrem böigen Wind eine Klatschmohnblüte scharf bekommt.
Sie hat es nicht geschafft.
Sie hat den Gouache-Filter genommen und drauflos gemalt.

Ich war in einem guten Trott. Das Flachlandstrampeln fiel mir leicht.
Manchmal versuchte ich, die Flugschatten, die vor mir über den Asphalt wischten, den entsprechenden Vögeln zuzuordnen: Möwe, Taube, Greif, Krähe, Elster oder Singvogel.
Ich lag beinahe zu 100 Prozent daneben.

Auch so vergeht ein Tag.

Ab und zu Winzdörfer.

Aber kein Ort ohne Kirche, ob alt,

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ob neu.

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Auch in Griechenland ist das gesellschaftliche Zentrum dort, wo das Gotteshaus steht. Drumherum gibt es die Kneipen.

Ich stärkte mich in einem Café. Mir gegenüber 3 junge schon ziemlich angeschickerte Frauen.

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Sie hießen die Bedienung, mir ein Glas Wein zu bringen. Danach wollten sie ein wenig mit mir reden.
Ihr Englisch kaum zu verstehen.
Was sie gerade feierten, habe ich nicht herausbekommen.
Die eine kam aus Albanien und war Babysitterin in einer griechischen Familie. Die beiden Freundinnen arbeiteten als Kellnerinnen in anderen Tavernen.
Sie wollten von mir wissen, ob
a) es in Deutschland teuer sei?
b) es Partys gebe?
c) ob ich Merkel gut fände?
d) und ob mir Varoufakis gefiele?
Der hatte es ihnen angetan. “Cool” war das am häufigsten gebrauchte Adjektiv.

Ich verabschiedete mich und machte mich auf den Weg zu meinem Ziel: Pyrgos. Ein Geschäftsstädtchen, das mit seinen Hochhauswüsten so furchtbar daherkam wie viele griechische Städtchen.

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Das aber einen sehr belebten Kern hatte.
In dem es nicht nur Fleischer gab,

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sondern eine Menge “cooler” Bars.

Tag 60 (15.04.2015) / Griechenland: Astakos > Patras

Strecke: 105 km. (09:15 – 17:45)

Unterkunft in Patras: Hotel Byzantino in der Fußgängerzone. (Boutique Hotel, sehr geschmackvoll eingerichtet, schneller Service, gutes Frühstück, superschnelles WLAN). 75 Euro ohne Frühstück. Fahrrad in Nebenraum untergebracht.

Strecke 0060-Griechenland-Astakos-Patras

Nur der Tagesanfang machte etwas Mühe. Von Astakos musste ich über einen Bergrücken, um wieder Richtung Süden zu kommen. Die Macchia blühte.

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Gelber Frühling

Unterwegs unzählige Wegkreuze. Die meisten verrostet, unbenutzt. Einzelne aber sehr gepflegt. Mit frischer Wegzehrung für die Heiligen – oder für wen auch immer. Wasser, Olivenöl, Ouzo.

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Heilige brauchen Wegzehrung

Nach dem Berg ging es in eine weite Ebene.

Unterwegs geschah etwas Merkwürdiges.
Ein Kleinwagen fuhr an mich heran, bremste runter auf meine Rad-Geschwindigkeit und der Beifahrer schüttete mir einen Kübel Wasser ins Gesicht. Danach machte sich das Auto davon. Der Beifahrer brüllte irgendetwas – die geballte Faust aus dem Fenster reckend.
Ich war so perplex, dass ich sogar das Fluchen vergaß. Ich konnte mir keinen Reim darauf machen. War das Rowdytum von durchgeknallten Pubertierenden oder war es etwas Xenophobes?

Ich fluchte dann doch.

Der Weg führte wieder zum Meer, das zu einer Lagune wurde. Brachig das Wasser.

Mitten in der Lagune eine Insel, die vollkommen von der Kleinstadt Aitoliko eingenommen wurde. Wunderschöne Altstadt. Sehr belebt, mit einer Vielzahl von gut aussehenden Cafés und Tavernen.

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Lagunen-Insel

Auch wenig weiter: Die Stadt Messolonghi mit einem ebenfalls bemerkenswert agilen Zentrum. Dort machte ich Rast und aß Aal. Eine Spezialität der Region. Hervorragend.

Es ging flach weiter.

Der Peloponnes sollte mein nächstes Ziel sein.

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Peloponnes in Sicht

Am späten Nachmittag überquerte ich das Meer. Auf der “Jahrhundertbrücke”.

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Bridge over quiet water

Patras: here I come.