Meer Europa

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Tag 228 (11.03.2018) / Griechenland: Athen -> Chalkida (Euböa)

Hab die 8. Etappe meiner Europa-Umradlung in Angriff genommen. In 6 Wochen von Athen über (Türkei?) Bulgarien und Rumänien (Ukraine?) bis nach Moldawien.
Letzte Tour am Mittelmeer entlang.

Mal gespannt, ob ich die zweieinhalbtausend Kilometer schaffe.

Die ersten 78 von Athen nach Chalkida waren schon Tortur genug.

Untrainiert fuhr ich hinter Athen in die Frühlingsberge rein.

20 Grad warme Blüte

Kam schnell ins Schwitzen und Krampfen.

Nach zwei Dritteln der Strecke brauchte mein Körper Benzin: Retsina. Der Tavernen-Wirt schenkte keine Gläser ein – nur (Original-Zitat:) “1/2 Kilo oder ganzes Kilo”.

Ich glaube nicht, dass ich einen halben Liter Weißwein serviert bekam, das Kännchen sah kleiner aus.

17-Grad-Kalt-Wein

Und kostete nur 1 Euro! (War gleichwohl trinkbar und erfrischend.)

1 Euro - billiger geht nicht

Der Effekt: Ab jetzt wuchs jeder Winz-Hügel zum Mount Everest an. Ich verausgabte mich vollständig und war froh, als mein Tagesziel unter mir und in Sichtweite lag: die Ägäis mit der Insel Euböa.

Ägäis-Blau

Die alte Brücke vom Festland zur Insel misst ca. 40 Meter.

Ist das dann noch ne Insel?

Das Trojanische Pferd wurde im schmalen Kanal zwischengeparkt.

Griechen-Trojaner

Auf der Hafenpromenade mächtig was los. Sonntagnachmittag.

Coole Twens sangen (orientalisch), tanzten (asiatisch) und freuten sich an sich selbst (griechisch).

Cool im warmen Abendsonnenlicht

Sonnenchoreographie:

Die Sonne verfärbte Haare, Gesichter, Körper zu skurrilen Mustern.

Kulinarisches Brevier: Frankreich 2 (Bretagne)

Die “Küsten-Küche” in der Bretagne unterscheidet sich kaum von der des Aquitaines. Fast alle Restaurants haben ähnliche Angebote. Der Unterschied liegt in der Qualität des Kochs und des Einkaufs (Billigware oder Gute-Lebensmittel-Erzeuger). Typisch Regionales spürte ich kaum. Dafür muss man wahrscheinlich ins Landesinnere oder in Gourmet-Lokale. Das Angebot der Restaurants, die ich fand, richtete sich an den Binnen-Touristen, der hochwertige Meeresfrüchte verlangte. Insgesamt ist die Qualität in vielen Lokalen klasse (auch wenn es deutliche Ausreißer nach unten gibt). Die Restaurants haben den Fischmarkt meist vor der Nase.

Vannes

Restaurant “Le Gavroche”, Zentrum 
Auf Tradition gebürstetes Lokal. Schnelle Abfertigung. Dabei nicht unfreundlich, aber bestimmt. Schnelles Durchschleusen im Vordergrund. Also ziemlich touristisch. Auch wenn der Raum zu dieser Jahreszeit, in der ich unterwegs war, nicht wirklich gefüllt war.

Menü (20 Euro)

“Aumônière de chèvre aux pommes”

(Gebratener Ziegenkäse auf Äpfeln mit Salat)
Brochette de Sain-Jacques et saumon fumé, crème de carottes à l’estragon”
(Jakobsmuscheln mit geräuchertem Lachs am Spieß)
Gebratener Apfel mit Karameleis

Ziegenkäse gut, harmonierte aromatisch mit saurem Apfel. Jakobsmuscheln geschmack- und lieblos zubereitet. Desert überladen.

Quiberon

Restaurant “La Criée”, Hafennähe
Sehr bemühtes Traditionslokal. Ein Tick übersteuert. Zu teuer für das Gebotene. Dennoch gut.

“Anchois marine”
(Salat mit marinierten Anchovis)
6 Euro
“Brochette de Sain-Jacques”
(Gebratene Jakobsmuscheln auf Reis)
25 Euro
Far Breton”
(Bretonischer Backpflaumen-Kuchen)
7 Euro

Sehr gute Vorspeise.
Als Hauptgericht erneut Jakobsmuscheln – ich wollte es nach dem gestrigen Reinfall noch einmal wissen und wurde nicht enttäuscht – fein. Frisch, gut gebraten und mit den Beilagen (Reis, Süßkartoffelpüree u.a.) sicher ausbalanciert.
Desert voluminös.

Quiberon

Restaurant “La Vivier”, außerhalb des Ortes
Lokal, das sehr einfach eingerichtet ist, fast im Stil einer normalen Fischerkneipe am Hafen. Dabei liegt es nicht dort, sondern fast 2 Kilometer außerhalb Quiberons. Das Meer aber immer im Blick. Extrem gutes Fischrestaurant. Unglaublich schneller und korrekter Service. Und trotz vollem Lokal sehr freundlich und entspannt.

“Assiette fruits de mer”
(Meeresfrüchte-Platte)
29,50 Euro
Beste Meeresfrüchte, die ich bisher gegessen habe. Sehr sehr gute Qualität. Es machte richtig Spass, sich durch diesen Teller durchzuarbeiten.


“Mousse au chocolat”
5,50 Euro
Mousse war Hausmacherart und klasse einfach.

Concarneau

Die wirklich guten Restaurants waren als besetzt. Concarneau war völlig mit einheimischen Touristen überlaufen. Was blieb, war eine Pizzeria, deren Namen ich vergessen habe und die man sich auch nicht merken müsste.

“Pizza mit Meeresfrüchten”
12,50 Euro
Ich wurde satt, das ist aber alles, was ich berichten kann.

Morgat

Restaurant “Saveurs et Maree”, am Kai
Sehr modern eingerichtet, trotzdem außerordentlich gemütlich. Scheint das beste Restaurant des Küstenstädtchens zu sein. Exquisiter Koch. Superschneller und guter Service. Klasse Weine zudem
.

Menü (29 Euro)

“Terre et Mer”
(Meeresfrüchte, geräucherter Lachs, Käse/Feischspieß, Leberpastete auf Feige, Salat.)
“Filet de Lieu Jaune au Beurre Rouge”
(Junger Seelachs an Rotweinbutter)
“Marquise au Chocolat et Grand Marnier”
(Schokolade-Variation)

Richtig begeisterndes Essen. Traditionell orientiert, aber modern interpretiert. Vorspeise sehr stimmig.
Fisch exzellent mit fantastischer Soße und super zubereitetem Reis. Hätte den Teller dreimal abschlecken können. Nachspeise ein Gedicht. Schokolade flüssig, halbgefroren, fest, gestreut. Dazu der feine Alkohol. Ich konnte nicht genug kriegen.

Le Conquet

Restaurant “Louis de Bretagne”
Eine überregional bekannte Crêperie. Leicht aristokratischer Tick in der Einrichtung
.

“Crêpe Nix de l’océan (Saint-jacques, Fondue de poireaux à la crème)”
(Crêpe mit Jakobsmuscheln auf cremigem Lauchpüree)
11,90 Euro
“Crêpe Banana split chocolat”
(banane, sauce chocolat, 1 boule vanille, chantilly, amandes grillées)

Exzellente Crêpes. Bei 3 Crêpes hätte man bereits den Preis eines guten Menüs erreicht. Ist aber das Geld wert. Nie zuvor so gute französische Pfannkuchen gegessen.

Guisseny

Restaurant “Auberge de Keralloret”
Pensions-Restaurant. Bieder eingerichtet. Aber welche eine Hausmacher-Kunst das Essen!

Appetithäppchen
Ein Kuchen aus geräuchertem Lachs mit selbstgefertigtem Likör.
Absolut köstlich beides.
Dann noch ein Tapa Champignons .

Schließlich das eigentliche Menü.

Menü (25 Euro)

“Le saumon fumé maison”

(Selbst geräucherter Lachs)
“Gigot d’agneau, purée de haricots blancs, ail en chemise”
(Lammkeule mit Püree aus weißen Bohnen und Knoblauch)
“Larme chocolat, poire caramel)”
(Schokoladentränen mit karamelisiertem Pfirsich)

Allerfeinste Hausmacher-Küche.
Fantastischer Lachs, richtig gut gebratenes Lammfleisch mit exzellenten Beilagen und einfache, aber sehr schmackhafte Nachspeise.
Alles unschlagbar für diesen Preis. Begeistert.

Morlaix

Hotelrestaurant “L’Albatros”, bei Flughafen außerhalb von Morlaix
Die Einrichtung hat eher Kantinencharakter. Wird aber geführt von einem überragenden Kantinenkoch.

Menü (28 Euro)

“Cromesquis d’escargot au piment d’espelette celeri a la moutarde mout de raisin”

(Kroketten aus Schnecken mit Sellerie-Reis)
“Poitrine de veau laquee au balsamique, puree de potimarrons, duxelles de champignons et tomates confites”
(Rinderbrust, Püree aus Hokaido-Kürbis mit Champignons und Tomaten)
“Tartare de poire caramelisé creme de citron vert”
(Karamelisierte Birne mit Zitronencreme)

Exzellentes Menü und zwar jeder Gang. Superzarte Rinderbrust. Ein Gedicht die Nachspeise – vor allem die Zitronencreme.

Ploumanac’h

Restaurant “Le Rest’ A Terre”, Strand nah
Einfaches Lokal, bei Einheimischen sehr beliebt. Ohne Schnickschnack, mit lauter Theke. Tavernencharakter.

“Petite Salade de chèvre”
(Ziegenkäse-Salat)
7,50 Euro
“Moules Bretonne”
(Miesmuscheln)
14,40 Euro
Crêpe Compote”
(Crêpe mit Apfelbrei)
3,50 Euro

Einfache Zubereitung der Speisen, aber schmackhaft. Miesmuscheln mit Walnusskernen passten gut zusammen. Sehr schlichte Crêpe.

St Brieuc

Restaurant “La Cuisine Du Marché“, im/am Zentralen Markt
Einfaches Lokal.

Menü (26,50 Euro)

Salat mit Jakobsmuscheln

Gegrillter Seebarsch mit Gemüsebeilagen
Apfeltarte mit Vanilleeis

Das Restaurant sagt von seiner eigenen Küche sie sei rustikal und bretonisch. Rustikal ist sie in der Tat.
Waren die Jakobsmuscheln genau auf den Punkt gegart und sehr gut, fiel der Fisch schon deutlich ab. Zu lang gebraten und mit völlig verkochten geschmacklosen Beilagen. Tarte ebenfalls eher lieblos.

Dinard

Restaurant “L’Abri Des Flots”, Zentrum
Sehr modern eingerichtet, große Fensterflächen. Angenehme Atmosphäre. Klasse.

Menü  (31,50 Euro)

Moelleux de tourteau à l’avocat et son caviar de hareng fumé
(Krebs-Avocado-Hering-Tartar)
Pavé de cabillaud en aioli et bulots tièdes
(Kabeljau mit Knoblauch und Meeresschnecken)
Feuillantine au chocolat blanc et dôme de pistache
(Auflauf aus weißer Schokolade mit Pistaziencreme)

Hingerissen von diesem Menü.
Vorspeise, die auf der Zunge zerging. Extrem guter Fisch, der auch noch überraschend mit Ei serviert wurde. Mehr als interessanter Geschmack. Sensationell gute Nachspeise. Hätte davon gerne nachbestellt. Klasse Leistung.

Kulinarisches Brevier: Frankreich 1 (Aquitaine)

Jetzt bin ich schon fast 2 Wochen in Frankreich unterwegs und habe noch kein einziges Mal in einem Hotel geschlafen, in dem sich die Bettmatratze beim Drauflegen gleich bis zum Boden durchbog.
Das war eine meiner bleibenden Frankreicherfahrungen von vor bald 30 Jahren. Solange war ich schon nicht mehr (länger) touristisch unterwegs in diesem schönen Land.

Frankreich hat sich modernisiert und das auch in der Küche. Kein Muff mehr. Kein Serviettenzwang (wie hasste ich damals die Spießer mit den Servietten vor ihrem Bauch, die sie mit kleinen Wäscheklammern am Hemd befestigten), kein steifes Obergehabe, kein ewiges Suppe, Fleisch/Fisch, Mousse.

Die Küche hat sich auch in den normalen Restaurants Freiheiten (vom eigenen Mythos) verschafft.

Und dennoch ist mein erster Eindruck zwiegespalten. Meist bekam ich handwerklich sehr gutes Essen serviert, nicht selten aber auch einfach schlechtes Zeug.

Es ist immer noch preiswerter, sich ein Menu zu bestellen. A la carte kostet deutlich mehr.
Sich jeden Tag in einem Restaurant zu ernähren, ist teuer. Außer man speist mittags. Dann gibt es die “plat de jour” oder “formule” – manchmal mit einer unfassbar guten Qualität. Und zu einem unglaublich günstigen Preis.
Eigentlich ist dieses Mittagessen ein vom Staat und der Wirtschaft subventioniertes. Viele Firmen leisten sich keine Kantine. Die Angestellten werden dafür von den Unternehmen mit Gutscheinen ausgestattet, die sie in zahlreichen Restaurants einlösen können. Das sorgt in Dörfern und Kleinstädten dafür, dass sich gute Brasserien und einfache Restaurants halten können.

Ich konnte aber kaum mittags essen gehen, ein dickgefressener Bauch animiert nicht, mit dem Fahrrad noch lange Strecken zu fahren.

Wie auch immer. Ich war auf die Abend-Küche angewiesen.

Natürlich hätte ich mich auch von französischem fastfood ernähren können. Crèpe, Pizza, Moules & frites, Croque etc. … Das gab es haufenweise. Wollte ich aber nicht. Blieb also nur die Menu-Lösung. Und die kostete im günstigsten Fall rund 20 – im normalen Fall ca. 30 – und manchmal sogar 40 Euro.
Mit Wein dazu – das wurde dann häufig teuer.

Da ich die Küste entlang fuhr, dominierten zwangsläufig Fisch und Meeresfrüchte.

Bayonne

Restaurant “Le Chistera”, Zentrum
Sehr nettes bürgerliches Lokal. War stark von Einheimischen frequentiert.

“Assiette de Jambon de Bayonne
(Schinken aus Bayonne)
7,50 Euro
Moules de Bouchot”
(Miesmuscheln)
11,90 Euro

Bayonne-Schinken ist eine einheimische Spezialität. Hat Serrano Qualität.
Miesmuscheln waren in einem sehr feinen Sud zubereitet. Deutliche Knoblauchnote und viel Petersilie. Habe Sud fast wie eine Suppe ausgelöffelt.

Mimizan

Hotelrestaurant “Chez Paul”, Zentrum
Bemühter Service. Für den Schnellhunger.

“Pizza Fruits des mer”
(Pizza mit Meeresfrüchten)
12,50 Euro

Gab im Ort leider keine  Alternative. Wg. Herbst alles geschlossen. Solide Pizza. Leicht versalzen. Ziemlich überladen. Koch ist definitv nicht bei Italienern in Schule gegangen.

Parentis En Born

Restaurant “Cousseau”, Zentrum 
Sehr nette Aussenterrasse.

“Formule du jour”
(Tagesplatte)
11,50 Euro
“Accras de Morue”
(Frittierte Kabeljaubällchen mit “Sauce tartare”)
“Pièce de boeuf brillé”
(Rindfleisch)
“Tarte Tatin”
(Apfelkuchen)

Frankreich at its best. Keine kreative Küche. Aber sehr sehr solide. Für diesen Preis sogar überragend.
Kabeljaubällchen noch etwas geschmacksneutral. Fleisch sehr zart und mit exzellenter Sauce. Dessert schlicht köstlich.

Arcachon

Restaurant “Le Grand Bleu”, in Hafennähe
Im Stil einer Taverne eingerichtet. Sehr gemütlich mit einem überaus freundlichen älteren Patron. Habe mich sehr wohl gefühlt.

“Soupe de Poissons et sa Rouille”
(Fischsuppe)
8,50 Euro
“6 Huitre gratinées au bloc de foie gras”
(Gratinierte Austern mit Gänseleber)
15 Euro
“Crêpe flambée au Rhum”
8 Euro

Fischsuppe echte Hausmacherart. Sehr schmackhaft. Austern richtig klasse. Harmonierten exzellent mit der Leberpastete. Crêpe mit feinem Rum. Da war nix falsch zu machen.

Dazu ein selbstgemixtes Hausgetränk

Arcachon

Restaurant “La Loubine”, Hafennähe
Gleiche Stadt, gleiche Straße und doch zwei Welten. Anders als gestern war dies ein Totalreinfall. Gesichtsloses Restaurant ohne jede Ambition.

Menu
18,90 Euro
Frische Austern
Gebratene Dorade
Gateau basque

Versalzene Austern, Dorade begleitet von geschmacklosem und total verkochtem Ratatouille, Kuchen mit Billighonig übersüßt.

Le Temple

Restaurant “Le Petit Temple”
Wohl einziges Gasthaus in dem kleinen Ort. Treffpunkt der Einheimischen.

Champignonsuppe
6,00 Euro

Suppe war gerade erst aufgefroren und noch teilweise kalt. Zu dick geraten.

Margaux

Restaurant “Savoie”
Schön gelegen mit großer Terrasse. Gemütliche Inneneinrichtung. An diesem Tag war ich der einzige Gast – Bedienung wollte nur schnell fertig werden. War also eher ungemütlich.

Menü
41,00 Euro “Carpaccio de maigre fumé maison glace et truffe fraîche
(Speck-Carpaccio mit Trüffel)
Tournedos de filet de boeuf, sauce Bordelaise
(Rindsfilet mit Rotweinsauce)
Tarte fine aux pommes chaudes, glace vanille
(Apfelkuchen mit Vanille Eis)

Essen große Klasse. Speck-Carpaccio sehr fein. Trüffel bräuchte ich dazu nicht.
Sauce zum auf den Punkt gebratenen Fleisch richtig gut.
Und Apfelkuchen eine absolute Köstlichkeit. Hohe Kunst.

Dazu natürlich einen guten Bordeaux getrunken.

Saint Estèphe

Boutique-Café “L’atelier de k’tea”
Sehr liebevoll geführte kleine Boutique mit angeschlossenem Café. Kleinigkeiten zu Essen.

Petite fromage
8,00 Euro

Sehr gute Käseauswahl.

Soulac-Sur-Mer

Tapas-Bar “Le Comptoir Du Vin”, Zentrum
Schöne Abhängbar mit ein paar Kleinigkeiten zum Essen. Nette Leute.

Croque
(Französisches Sandwich)
8,00 Euro
Käse-Wurst-Platte
15,00 Euro

Croques. So genau hab ich nicht verstanden aus was diese französischen Sandwiches gemacht sind. Jedenfalls geröstetes Brot gefüllt mit Gänseleber, Apfel, Schinken, Speck. Sehr feiner Geschmack.
Käse und Wurst Platte gut. Und reichlich.

La Rochelle

Restaurant “La Petite Auberge”, Zentrum
Angenehmes Restaurant. Wenn auch Bedienung sich weigerte, auch nur ein Wort Englisch zu sprechen. War wohl eher Verlegenheit denn Arroganz. Modernes Interieur.

Menü
31,50 Euro
“Bruschetta de rouget a la tapenade de pesto”
(Toast mit Rouget und Pesto)
“Carré d’agneau rôti au thym, gratiny a la patate douce”
(Lammkarree)
“Saufe de fraises á la menthe fraiche, sorbet fraise”
(Erdbeersorbet)

Ich liebe “Rouget”. Toast war gut zubereitet. Rouget lag auf einer Creme, die ich nicht identifizieren konnte. Der Fisch mit  eine Pesto Sauce drapiert, die einen Tick zu salzig war.
Lamm extraklasse. Und viel. Dazu gab es Süßkartoffeln (Püree). Die scheinen ziemlich in Mode zu sein. Hab sie schon mehrmals serviert bekommen.
Nachspeise sehr delikat.

La Rochelle

Restaurant “L’Etoile Berbère” 
Modernes und trotzdem heimeliges Restaurant. Wirt ist ein Tausendsassa. Sehr souverän. Sah, dass ich mich nicht auskannte und erklärte mir sehr genau, wie das Couscous zu essen ist.

“Couscous maison (poulet, boeuf, merguez)”
(Couscous mit Hähnchen, Rindfleisch und Merguez)

Couscous mehr als reichlich. Mit der gereichten Würze auch ausreichend scharf. Gelungene Abwechslung zur sonstigen Atlantikküche.

Saint Gilles Croix De Vie

Resaturant “Le Casier”, Nähe Alter Hafen
Sehr angenehm. Stark frequentiert von Einheimischen. Ich war früh gekommen und hatte Glück einen Platz zu bekommen. Ist wohl die 1. Adresse im Ort. Sehr schnelle und professionelle Bedienungen.

Soupe de poissons maison”
Croûtons, Fromage, Ail Rouille
(Fischsuppe)
7,50 Euro
Pavé de thon rouge”
(Filet von Roten Thunfisch)
18,50 Euro
Mousse au chocolat”
5,60 Euro

Suppe exzellent.
Thunfisch fangfrisch und klasse zubereitet. Ratatouille tadellos.
Mousse ein Genuss!

Weinkarte normal. Mit guten Alltagstropfen.

Saint-Brevin-les-Pins

Restaurant “Rose-Marie”, strandnah
Traumlage. Supernetter Wirt, einfache Einrichtung, sehr gemütlich. Klasse und preiswertes Restaurant.

Menü
21,50 Euro
“Gratinée de moules” 
(Gratinierte Venusmuscheln)
Colin a la Normande
(Seelachs)
“Tarte de pommes

Muscheln gut und reichlich.
Fisch superb zubereitet.
Kuchen klasse Hausmannskost.

Insgesamt kein Schischi. Dafür gute Qualität. Obendrein noch einen guten Hauscocktail bekommen.

Tag 68 (23.04.2015) / Griechenland: Etappenschluss in Athen

Noch 2 Tage durch Athen schlendern. Keine toten Steine anschauen. Mich in Cafés, Bars, Kneipen, Tavernen rumtreiben. Nichts tun.

Lazyness

Nur einmal kurz den Großmarkt im Zentrum durchschlendert. Große fremde Welt, in der Fleischer und Fischhändler öffentlich ihre Ware (=tote Tiere) bearbeiten.

Beim nächsten Aufenthalt in Athen, dann wenn es Richtung Türkei weitergehen wird, will ich mich einen ganzen Tag hier drinnen herumtreiben. Mit meiner großen Kamera und nicht mit dem Handy. Das wird ein Bilder-Schlacht-Fest.

Unter großen Mühen eine deutsche Zeitung besorgt und mich in die griechische Kaffeestuhldrücker-Bande eingereiht.

Mir wurde ein wenig mulmig. Ich las: Tausende Ertrunkene im Mittelmeer, während ich dessen wunderschöne Küsten entlang gefahren war, weitere Zehntausende auf der Flucht in Syrien, in Libyen sammeln sich die Angstlosen und Verzweifelten, um mit Schlauchbooten über See Europa zu erreichen ….

Auch wenn ich weiß, dass Katastrophen und Kriege rein statistisch gesehen in den letzten Jahrzehnten nicht zugenommen haben: Sie sind durch unsere Kommunikationswege unmittelbarer und aufdringlicher geworden.
Da nutzt es kaum etwas einmal sechs Wochen dem Alltag zu entradeln. Sie fangen dich. Danach.

Kulinarisches Brevier: Griechenland 1 (West- und Südküste)

“Ein Ziel für Feinschmecker wird Griechenland wohl nicht mehr.” So steht es in fast jedem Reiseführer, den ich vor der Reise aufgeschlagen hatte. Ein Vorurteil, das sich für mich schnell erledigt hatte. Klar ist die ländliche Küche meist sehr deftig, fettig, rustikal. Das Essen soll satt machen. Fein ist etwas anderes. Doch selbst in  der Provinz habe ich immer wieder hervorragend gegessen, dann, wenn auf zu viel Öl verzichtet wurde und die Speisen nicht stundenlang vorgekocht und längst übergart waren. In größeren Städten war auffallend, wie viel Mühe sich die Köche mit der Verfeinerung der traditionellen griechischen Küche gaben.

Alles in allem war die Griechenlandtour auch eine Genussreise. (Dazu noch eine preisgünstige. Die Gerichte deutlich billiger als in Kroatien und erst recht als in Deutschland.)

Das fing schon damit an, dass in den allermeisten Tavernen, Bars und Restaurants zu einem Bier oder Wein immer auch ein “Tapa” gereicht wird. Kleine Köstlichkeiten. Mal aufwändig, mal auch simple Chips oder gesalzene Nüsse. Mir ist dabei nicht klar, wie sich das rechnet. Okay. Ein kleines Bier kostet etwa 2,50 Euro. Aber das Tapa muss nicht nur für die Ware, sondern auch mit der Zubereitungszeit kalkuliert werden. Das sieht nicht nach einem Geschäft aus.

Tapa: Bohnensalat
Einfach aber sehr schmackhaft zubereitet.

Tapa: Mixed Grill
Nahrhaft. Würstchen, Krokette, Weichkäse, Pommes.

Tapa: Wurst/Käse/Ringel-Zwieback
Gute Regionalprodukte.

Olivenöl – Brot – Wasser

Wer glaubt, dass nur in Deutschland richtig gut Brot gebacken wird, der sollte einmal nach Griechenland gehen. Keine Essen, zu dem nicht Brot gereicht wird. In den anspruchsvolleren Lokalen oft selbst gebackenes. Ob weiß, schwarz, Vollkorn: Es gibt viele Varianten.
Dazu wird meist hervorragendes lokales Olivenöl gereicht. Und so gut wie immer eine Karaffe Wasser. Um kaum etwas machen die Griechen mehr Kult als um frisches Wasser in geschmackvollen Karaffen serviert.

Igoumenitsa

Restaurant in der Straße Venzelou 6 – in der Fußgängerzone
(Name hatte ich leider vergessen aufzuschreiben). Scheint absolutes In-Lokal unter den Einheimischen zu sein. Supervoll den ganzen Tag und die ganze Nacht. Schneller Service, der allerdings kaum mehr als zwei Sekunden am Tisch verweilt. Trotzdem sympathischer Laden. Auch die Speisen an den anderen Tischen sahen gut und raffiniert
aus.

Gebratene Pilze
5 Euro
Exzellent gewürzt und auf den Punkt gegart. Respekt.

“Sardines married”
Gebratene Sardinenfilets
8 Euro
Gefüllt mit geschmorten Tomaten, Knoblauch und Petersilie. Dazu ein kleiner Kartoffelsalat. Verdammt gute Variante.

Parga

Fischlokal “Bacchos” an der Hafenpromenade
Touristenfalle. Abzuraten.

Auberginensalat
4 Euro
War eher eine verkochte Auberginenpaste mit groben, geschmacklosen Tomaten serviert.

“Steamed Mussels”
(Gedämpfte Muscheln)
8,50 Euro
Fettige Marinade, mit Knoblauchbomben und völlig versalzen.

Preveza

“Taverna O Kaixis”, nahe der Hafenpromenade
Bekanntes Stadtlokal. Gute Qualität. Schneller und ein wenig deutschsprachiger Service.

Tsatsiki
4 Euro
Ein wenig ölig. Viel Knoblauch. Passabel.

Bruschetta
2,50 Euro
Gute Variante. Kaum Tomate, vielmehr Paprika, auch scharfer. Geröstet. Sehr gut.

Geschmortes Lamm
9,50 Euro
Absolut klasse. Ohne Schischi. Super Lammgeschmack.

Paleros

Restaurant direkt am Hafen
Ist lokaler Treffpunkt und serviert klassische griechische Gerichte. Überforderter Service.

“Meat balls in red Sauce”
Fleischbällchen in undefinierbarer Tomaten-Soße. Lauwarm serviert. Zu viel Öl in der Soße. Sättigend. Mehr nicht.

Astakos

Restaurant “Olympic Pegasus” , Hafenmeile
Zweimal habe ich hier gegessen und es waren zwei grundverschiedene Tage. Am ersten war der Koch außer Form. Am zweiten richtig gut. Das Restaurant unterscheidet sich äußerlich kaum von den anderen Hafentavernen. Im Ort aber heißt es, es sei das beste der Lokale.

“Greek Salad”
5 Euro
Naja. Alle Zutaten ziemlich grob geschnitzelt. Die über den Fetakäse gestreuten getrockneten Kräuter machten das Ganze auch nicht feiner.

“Fried Red Mullets”
Frittierte Rotbarben
10 Euro
Oh je, was könnte man aus diesem köstlichen Fisch alles machen. Aber frittiert geht der ganze intensive Geschmack dieses Luxusfisches verloren. Schade.

Tsatsiki
3 Euro
Kein überflüssiges Fett, keine Knoblauchbombe. Viel Gurke. Klasse!

“Schrimps roasted”
10 Euro
Sehr sehr gute Shrimps. Müssen vom Tag sein. Feinster Geschmack. Gut und zurückhaltend gegrillt. Zitrone reicht völlig als kleiner Geschmacksverstärker. Sehr zufrieden.

Restaurant “O Tiriodae”, ebenfalls an der Hafenmeile Astakos’
Mittelmäßig.

“Stuffed tomatoes”
(Gefüllte Tomaten (mit Reis))
6 Euro
So war einmal das griechische Essen: von allem zu viel. Zu viel Öl, zu lang geschmort. Und dann auch noch lauwarm serviert.

Namenlose Taverne

Auf der Strecke nach Patras. Die Großmutter kochte auf zwei Feuern. Es gab nur zwei Mittagsgerichte: Bohneneintopf und Eintopf mit Lammfleisch.

Bohneneintopf
Dazu eine Scheibe Feta-Käse mit Olivenöl und Kräutern. Zusammen mit einem großen Bier: 8 Euro

Messolonghi

Taverne im Zentrum
Geschmackvolles Lokal mit Außenbewirtung in ruhiger Fußgängerzone. Sehr sympathischer Wirt, der auch schon einmal ein paar Jahre in Deutschland gearbeitet hat. Spendierte mir am Schluss einen köstlichen Schokoladenkuchen

Gegrillter Aal
9 Euro
Äußerst gut! Erneut (wie schon in Albanien) fettarm. Zitrone reicht völlig als Würze.

Kartoffelbrei mit Knoblauch gewürzt
3 Euro
Lecker. Starker Knofelgeschmack gibt dem Püree eine eigene Note. Passte auch gut zum Fisch.

Pyrgos

Restaurant in einer Seitenstraße im Zentrum (Name vergessen).
Netter Laden mit flinkem Personal. Qualität der Produkte überwiegend gut. Die Taverne scheint lokal beliebt zu sein. Sie füllte sich.

Greek Salad
5 Euro
Unterschied sich kaum vom ersten gegessenen Griechischen Salat. Alles sehr grob gewürfelt. Nur der Käse schien mir ein wenig feiner, zarter im Geschmack.

Geschmortes Lamm
8 Euro
Exzellenter Geschmack. Die Fritten hätte man sich sparen können. (Werden aber in Griechenland geliebt.)

Kalamata

Lokal “Ta Rolla”, in Marktnähe.
Gilt unter Einheimischen als das beste Restaurant für traditionelle griechische Küche. Die Großmutter kocht und führt wohl auch ein strenges Regiment. Die Tochter schmeißt den Laden und spricht ein wenig Deutsch.

Sehr zu empfehlen.

Gebratene Herzen von Wildartischocken
4 Euro
Köstlichkeit, die nicht mehr braucht, als ein wenig gutes Olivenöl, ein Spritzer Zitrone und etwas Meersalz. Klasse.

Panierter Kabeljau
7 Euro
Die frischen Fische waren aus, das hatte mir die Wirtin gesagt und mir den Kabeljau (gefroren) vorgeschlagen – wenn ich unbedingt Fisch wolle. Er war gut zubereitet, nicht mehr.
Dafür aber war die Beilage sensationell gewürzt. Kartoffelpüree mit Knoblauch. Dieser war offenbar roh und verlieh dem Ganzen eine brillante Schärfe. 

Am nächsten Tag nochmal ins gleiche Lokal gegangen.

Moussakás
5 Euro
Herausragend zubereitet. (Ohne Kartoffeln). Meisterlich gewürzt. Kein Tropfen Olivenöl zu viel. Sehr schön gestockt und geschmeidig im Mund. Eine Offenbarung.

Kalamata

Lokal in der zweiten Reihe am Hafen von Kalamata. (Leider schon wieder den Namen vergessen.) Stiller Ort. Freundliches Personal.

Geschmortes Lamm in Wein/Zitronensauce
8,50 Euro
Sehr zartes Fleisch. Ein wenig mit trockenen Kräutern gewürzt. Hier passten sie, bei den Fritten weniger. Ich hätte besser Reis oder Pasta gewählt. Lamm jedoch richtig gut. Große Portion.

Agios Nikolaos

Hafenlokal
Zuvorkommender Service. Alle Speisen sahen verlockend aus.

Gefüllte Horn-Paprikas
Mit Kräuterkäse gefüllte Paprikas, die selbst noch eine gewisse Schärfe hatten und sich gut mit dem Käse ergänzten. Einfaches aber wunderbares Gericht. Wiedermal kam es vor allem auf die Produkte an. Sie waren vorzüglich in dieser Region!

Githio

Restaurant “Saga”
Wie die meisten Lokale hier verfügt das Restaurant auch über Tische direkt am Meer. Service und Einrichtung machen einen sehr guten Eindruck.

“Rigonada”
5,50 Euro
Getoastetes Brot als Basis. Darüber geschmorte Tomaten mit Käse und vielen Kapern angereichert. Das Brot begann bereits aufzuweichen. Das Ganze schmeckte vorzüglich.

Gegrillte Dorade
22 Euro
Frischer Fisch. Fein zubereitet. Wenn auch etwas Salz fehlte. Es fehlte ein wenig Pfiff. Teuer.

Tripoli

Taverne “Klimataria Piteros”
Schöne Location mit großem Sommergarten. Eigenartig langsamer Service. Dennoch insgesamt feundlich und besuchenswert.

“Dolmades”
(“Stuffed wine leaves with freshly ground beef, rice and spices in egglemon sauce”)
5,50 Euro
Die Vorspeise war sättigend. Vor allem durch die Sauce. Sie hatte einen Hauch Meerettich als Gewürz. Gut.

“Kouneli kokkonisto”
(“Rabbit with fresh tomatoes sauce garnished with pasta”)
7,50 Euro für eine gute Portion
Sehr zart gegartes Fleisch. Köstlich. Der Sauce fehlte ein wenig Esprit. Fleisch machte das aber wett. Als Beilage gab es selbstgemachte Nudeln.

Argus

Einmal musste das sein. Während der Fahrradtour am Mittag in eine der vielen Souvlaki-Tavernen in Argus gegangen und mir diesen griechischen Fast-Food reingezogen. Kann man nicht viel falsch machen. Man muss aber  Fleischspieße mögen. Mir reicht es, wenn ich sie einmal im Jahr verschlinge.

Souvlaki
4 Euro

Korinth

Restaurant “Londou”
Fischtaverne am Hafen von Korinth. Nur zu empfehlen. Geschmackvoll und zurückhaltend eingerichtet. Sehr nette Betreiber und Servicekräfte. Lokal füllte sich schnell mit Lokalprominenz (offenbar der Gemeinderat). Die aß das Lokal leer. (Wer zahlt das?)

Bohnencreme mit süßlich geschmälzten Zwiebeln
3,50 Euro
Begeisternd. Kaltes Püree mit lauwarmen Zwiebeln.

Sardinen mit Pesto und Tomaten gefüllt
6,50 Euro
Sehr stimmiges Gericht. Zwei Sardinenfilets werden sandwichartig zusammengelegt und mit einer Füllung entweder aus grobem Pesto oder mit geschmorten Tomaten gefüllt. Das Ganze wird dann in der Pfanne gebraten oder gegrillt.
Richtig gut.

Schrimps in Zitronensauce
5,50 Euro
Wirtin gab mir halbe Portion. Exzellente Zubereitung. Schrimps ein wenig mit Käse überbacken. Gab  ihnen einen besonderen Kick. Fantastisch.

Athen

Restaurant “Melilotos”, im Zentrum
Sehr geschmackvolle Einrichtung fast schon designermäßig. Das Menü war eher international, Koch legte aber Wert auf einheimische bzw. lokale Produkte. Sehr zu empfehlen.

“Hähnchenbrust in Tomatensauce mit Pasta aus Kreta”
Füllige Pasta. Sehr gut. Tomatensauce exquisit und Hähnchenbrust-Stücke geschmackvoll.

Athen

Taverne “Rakor”, im Stadtteil Keramikos
Auch eher ein Designerokal, das aber Anklänge an den Tavernenstil pflegt.

“Fava: cappers preserved in lemon oil, wild sea fennel and herb oil”
4 Euro
Als ich das Gericht bestellte, hatte ich ein wenig Bammel die vielen Kapern könnten zu dominant sein. Waren sie aber nicht. Passten exzellent zu dem Kartoffel- Fenchelpüree. Alles hervorragend gewürzt.

“Chicken Bites: fried rice from Thessaloniki with black sesame seeds and fresh herbs, chicken filet marinaded in black beer and honey, tapped by homemade sun dried tomato mayonnaise”
6 Euro
Auch hier war wieder jede Zutat ein Mosaiksteinchen in einem Gesamtgenuß. Muss ein guter Koch zubereitet haben.

Athen

Restaurant “Athiri”, im Stadtteil Keramikos.
Wie die beiden anderen Lokale vorher verkörpert das Athiri den neuen griechischen Kochstil. Traditionelle Gerichte werden mit viel Raffinesse verfeinert. Die Zutaten kommen meist aus dem lokalen Umfeld.

“Smoked beef roll with ‘stamnagathi’ (spiny chicory), roasted red pepper, xinomyzithra cheese from Crete and a green pepper sauce”
7 Euro
Exzellente kalte Vorspeise.

“Fish of the day stifado (baby onion stew) in a lemon sauce with parisienne potatoes and spinach, scented with saffron”
17 Euro
Basis ist eine Bouillabaise. Darin ein sanft gegarter frischer Fisch, Spinat und kleine Kartöffelchen. Sehr gut abgeschmeckt. Fantastisch!

“Lemon cream in a butter biscuit, with yoghurt-honey foam and citron syrup”
6 Euro
Wunderbar lockere Nachspeise aus einem dünnen Biskuit-Boden, darauf ein Zitronen-Creme. Das Ganze bedeckt mit Honig-Yoghurt. Dazu einen aufgeschlagenen Zitronensyrup. Hätte am liebsten nachbestellt.

 

 

 

 

 

 

 

Tag 65 (20.04.2015) / Griechenland: Githio > Tripoli

Strecke: 100 km. (09:00 – 18:30)

Am Morgen noch ein wenig in Githio umgesehen. Und am gleichen Fotoausschnitt hängen geblieben wie in der Hereinfahrt am gestrigen Abend

Stille

Außerordentlich sympathischer Ort mit einladenden Tavernen an der Uferstraße. Zu dieser Stunde natürlich noch im Tiefschlaf.

Ruhe

Danach ging es ab in die Berge. Zunächst nach Sparta.
(Spartanisch ist es dort längs nicht mehr. Hab nirgendwo in Griechenland einen Ort mit so vielen dicken Menschen gesehen.)

Stille vor dem Sturm

Nach Sparta nur noch hoch, hoch hoch. Es gab keinen anderen Weg nach Tripoli. Unterwegs auch keine Ortschaften. Das Parnon-Gebirge fast menschenleer. Ich weiß nicht, wie viele Höhenmeter ich strampeln musste. Sicher war ich höher als 1300 Meter. Ich kam an meine Grenzen. Zum ersten Mal hatte ich Tränen der Erschöpfung in den Augen.

Auf dem Pass kurz Rast gemacht. Inmitten von orthodoxen Wegkreuzen.

Sturm zerstört Stille

Obwohl alle reichlich kaputt aussahen: Sie wurden gepflegt und verwöhnt, die Heiligen mit Ouzo und Olivenöl versorgt.

Windgeschützt

Schließlich eine Abfahrt: Ein ewiges Glück von einer Stunde.

Unterkunft in Tripoli: Hotel Acadia im Zentrum. (Hilfsbereiter Service.) 54 Euro mit Frühstück. Fahrrad in Abstellkammer untergebracht.

Tag 63 (18.04.2015) / Griechenland: Pause in Kalamata

Mousakás-Tag!

Deswegen hatte ich heute eine Pause eingeschoben.
“Moussaka”, “Musaka” – egal wie geschrieben, wie betont. Heute war ein Festtag.

Ein Traum

Meine Europareise ist ja auch eine kulinarische. Und ohne diesen Auberginenauflauf ist das gastronomische Programm in Griechenland nicht komplett.
Nur: Bisher war es auf meiner Radtour faktisch unmöglich dieses klassische Gericht zu bekommen. Egal wo ich fragte: immer die gleiche Antwort: heute gerade nicht.

So war es auch gestern Abend. Ich hatte im Internet recherchiert und ein Lokal in Kalamata ausgeguckt, das berühmt für traditionelle griechische Küche ist. Also war ich spät Abends hinmarschiert. Nur: Das  Mousakás war bereits aus. (Dafür aß ich verdammt gute Wild-Artischocken). Die junge Wirtin sprach ein wenig Deutsch und meinte: Das Mousakás sei eigentlich immer am frühen Nachmittag schon ausverkauft. Ich beschloss sofort, einen Tag in Kalamata dranzuhängen.
Die Wirtin beruhigte mich und versprach, mir auf jeden Fall ein Stück zu reservieren. Ich müsste morgen nicht so früh erscheinen. Ihre Mama regiere im übrigen die Restaurant-Küche, und sie sei die beste Köchin weit und breit. (Die Mama zupfte derweil in einer Ecke Berge von Spinat klein.)

So kam ich also wieder an diesem Mittag und speiste wie Zeus in Griechenland. Götterspeise!
(Wer immer auch nach Kalamata kommt, er darf die Küstenstadt nicht verlassen, ohne in der Taverne “Ta Rolla” (kurz vor der Markthalle) eingekehrt zu sein.)

Was für ein Tag.
Er hatte eh sehr angenehm begonnen.

Meerbaum

Früh war ich vom Strand in das rund 4 Kilometer entfernte Zentrum der Hafenstadt gelaufen.
Die Altstadt: einfach liebenswert.

Flair
Mediterranes Flair
Guck!
Velo

Viele kleine Kaffeeröstereien. Die Gassen dufteten.

Wer ist die Schönste?
Wer ist die Lauteste?

Im Viertel ging es beinahe arabisch zu.

Souk

An einer Kneipentür: Geschichtsunterricht!

Mit wenigen Worten

Den quirligsten Markt seit langem besucht.

Heiliger Fisch
Gefangener Fisch

Fische werden im Akkord ausgeweidet.

Schnelle Hände
Das Meer ist fruchtbar

Auf dem Gemüsemarkt.

Ich liebe Artischocken

Die Bäuerinnen haben alles schon erlebt. Krieg, Diktatur, Demokratie, Eurokrise. Ihre Gesichter ausdrucksstark, aber erschöpft.

Erschöpfte Marktfrauen

Auch ihre Familien haben alles schon erlebt.

Good Music

Ästhetisch die Gewänder.

beggar & beggar

Verhärmt die Gesichter.

beggar

Ich sagte es bereits: Welch ein Tag.

Tag 62 (17.04.2015) / Griechenland: Pyrgos > Kalamata

Strecke: 126 km. (9:00 – 17:30)

Dieser Tag ist schnell erzählt. Zum dritten Mal hintereinander mehr als 100 Kilometer gefahren. Dieses Mal sogar 126 Kilometer.
Der Westpeloponnes in Küstennähe flunderhaft. Nicht enden wollende Sandstrände.

Flachküste

Erst das letzte Drittel der Strecke wieder hügelig, teilweise bergig.

Toskanisch 1

Manchmal wähnte ich mich in der Toskana.

Toskanisch 2

Die Dörfer verschlafen, langsam, gemütlich, die wenigen Menschen, die ich zu Gesicht bekam, saßen in schattigen Tavernen. Noch weniger Worte, die manche mit mir wechselten: Woher? Wohin? Mit dem Fahrrad? Verrückt!

Nicht mehr ganz toskanisch
But wonderful

Schließlich den Messinischen Golf erreicht. An dessen Ostende liegt die Stadt Kalamata.

Die Stadt versteckt sich

Das Zentrum weit weg vom Strand. Obwohl Kalamata in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts durch ein Erdbeben fast völlig zerstört wurde, ist die Wiederauferstandene auf meiner Tour die bisher schönste Stadt Griechenlands, mit hübschen Altstadtstraßen, guten Tavernen und hippen Bars.

Die Stadt zeigt sich

Ich werde Kalamata morgen näher erkunden.

Unterkunft in Kalamata: Hotel Plaza an der Strandpromenade. (Gutes und günstiges Hotel. Schöner Meeresblick. Hilfsbereite Betreiberfamilie) 45 Euro mit Frühstück. Fahrrad in Garage untergebracht.

Tag 61 (16.04.2015) / Griechenland: Patras > Pyrgos

Strecke: 106 km. (10:00 – 18:15)

Schöne Küstenfahrt von Patras nach Westen. Immer wieder Tavernendörfer. Sehen vielversprechend aus. Sind wohl Wochenendziele für hungrige Athener.

Coast line

Schatten gibt es auch.

Single tree line

Und jede Menge Badewannen.

Boat line

Anschließend ging es mehr ins Landesinnere. Meist ca 5 -10 km von der Küste entfernt. Das Land total platt. Sah auch nicht anders aus als Niedersachsen. Wären am Horizont nicht immer diese hohen kargen Berge. Dem Horizont näherte ich mich aber nicht.

Fruchtbare Erde. Kilometerlang nichts anderes als Erdbeerfelder.

Strawberry fields for ever

Die Saison hat begonnen. Europa wird von hier aus mit Süßstoff versorgt.

Noch ist die Sonne nicht so heiß, dass es unerträglich wäre. Zudem wehte ein manchmal sehr böiger und dann auch frischer Wind.

Strawberry line

Frühkartoffeln werden auch bereits geerntet.

Worker & migrants line

Der Frühling hat endlich(!) mit voller Macht Einzug gehalten.
Der Wegrand mit Klatschmohn gesäumt.

Klatsch!

Schönes Bild. Könnte jetzt sagen: Habe das mit Absicht gemacht. Tatsächlich wollte ich aber testen,
ob meine Kamera bei extrem böigen Wind eine Klatschmohnblüte scharf bekommt.
Sie hat es nicht geschafft.
Sie hat den Gouache-Filter genommen und drauflos gemalt.

Farbtemperatur geändert

Ich war in einem guten Trott. Das Flachlandstrampeln fiel mir leicht.
Manchmal versuchte ich, die Flugschatten, die vor mir über den Asphalt wischten, den entsprechenden Vögeln zuzuordnen: Möwe, Taube, Greif, Krähe, Elster oder Singvogel.
Ich lag beinahe zu 100 Prozent daneben.

Auch so vergeht ein Tag.

Ab und zu Winzdörfer.

Aber kein Ort ohne Kirche, ob alt,

Church line

ob neu.

Auch church line

Auch in Griechenland ist das gesellschaftliche Zentrum dort, wo das Gotteshaus steht. Drumherum gibt es die Kneipen.

Ich stärkte mich in einem Café. Mir gegenüber 3 junge schon ziemlich angeschickerte Frauen.

Girl line

Sie hießen die Bedienung, mir ein Glas Wein zu bringen. Danach wollten sie ein wenig mit mir reden.
Ihr Englisch kaum zu verstehen.
Was sie gerade feierten, habe ich nicht herausbekommen.
Die eine kam aus Albanien und war Babysitterin in einer griechischen Familie. Die beiden Freundinnen arbeiteten als Kellnerinnen in anderen Tavernen.
Sie wollten von mir wissen, ob
a) es in Deutschland teuer sei?
b) es Partys gebe?
c) ob ich Merkel gut fände?
d) und ob mir Varoufakis gefiele?
Der hatte es ihnen angetan. “Cool” war das am häufigsten gebrauchte Adjektiv.

Ich verabschiedete mich und machte mich auf den Weg zu meinem Ziel: Pyrgos. Ein Geschäftsstädtchen, das mit seinen Hochhauswüsten so furchtbar daherkam wie viele griechische Städtchen.

Skyscraper line

Das aber einen sehr belebten Kern hatte.
In dem es nicht nur Fleischer gab,

Lamb line

sondern eine Menge “cooler” Bars.

Unterkunft in Pyrgos: Hotel Olympos im Zentrum. (Geschäftshotel. Ohne Charakter. Freundlicher Portier.) 40 Euro ohne Frühstück. Fahrrad im Keller untergebracht.

Tag 60 (15.04.2015) / Griechenland: Astakos > Patras

Strecke: 105 km. (09:15 – 17:45)

Nur der Tagesanfang machte etwas Mühe. Von Astakos musste ich über einen Bergrücken, um wieder Richtung Süden zu kommen. Die Macchia blühte.

Gelber Frühling

Unterwegs unzählige Wegkreuze. Die meisten verrostet, unbenutzt. Einzelne aber sehr gepflegt. Mit frischer Wegzehrung für die Heiligen – oder für wen auch immer. Wasser, Olivenöl, Ouzo.

Heilige brauchen Wegzehrung

Nach dem Berg ging es in eine weite Ebene.

Unterwegs geschah etwas Merkwürdiges.
Ein Kleinwagen fuhr an mich heran, bremste runter auf meine Rad-Geschwindigkeit und der Beifahrer schüttete mir einen Kübel Wasser ins Gesicht. Danach machte sich das Auto davon. Der Beifahrer brüllte irgendetwas – die geballte Faust aus dem Fenster reckend.
Ich war so perplex, dass ich sogar das Fluchen vergaß. Ich konnte mir keinen Reim darauf machen. War das Rowdytum von durchgeknallten Pubertierenden oder war es etwas Xenophobes?

Ich fluchte dann doch.

Der Weg führte wieder zum Meer, das zu einer Lagune wurde. Brachig das Wasser.

Mitten in der Lagune eine Insel, die vollkommen von der Kleinstadt Aitoliko eingenommen wurde. Wunderschöne Altstadt. Sehr belebt, mit einer Vielzahl von gut aussehenden Cafés und Tavernen.

Lagunen-Insel

Auch wenig weiter: Die Stadt Messolonghi mit einem ebenfalls bemerkenswert agilen Zentrum. Dort machte ich Rast und aß Aal. Eine Spezialität der Region. Hervorragend.

Es ging flach weiter.

Der Peloponnes sollte mein nächstes Ziel sein.

Peloponnes in Sicht

Am späten Nachmittag überquerte ich das Meer. Auf der “Jahrhundertbrücke”.

Bridge over smooth water

Patras: Here I come.

Unterkunft in Patras: Hotel Byzantino in der Fußgängerzone. (Boutique Hotel, sehr geschmackvoll eingerichtet, schneller Service, gutes Frühstück, superschnelles WLAN). 75 Euro ohne Frühstück. Fahrrad in Nebenraum untergebracht.