Meer Europa

Schlagwort Archiv: Wolken

Tag 319 (18.07.2019) / Norwegen: Bogen -> Namsos

Strecke: 106 km.  (09:30- 20:30 Uhr)

Spiegel-Tag.

Inbegriff

Sattelfotografie. Nicht absteigen, das Fahrrad an den Straßenrand bugsieren, kurz das Motiv fixieren, abdrücken, Kamera einpacken und weiter.

Ja, Ingebegriff

Da stieg ich mal ab. Abgesoffene Wolken.

Inbegriff von was? Wenn ich das wüßte

Ansonsten hingen sie am Himmel rum, störten die Sonne aber nicht wesentlich.

Das ist einfach nur schön

Knallschöner Tag.

Geradheraus - ohne mystische Tiefe

Kraftvoll.

Und doch schwerelos

Nur ich nicht. Ich wankte. Langsam konnte ich nicht mehr. Die Knie weich. Jeder Anstieg ein Mühen. Ich hatte inzwischen Namsos erreicht – 200 km nördlich von Trondheim. Diese Tour muss jetzt langsam aufhören.

Tag 316 (15.07.2019) / Norwegen: Ornes -> Nesna

Strecke: 150 km mit dem Fahrrad. 

Dazu 3 Fähren mit ca. 44 Kilometern. (07:15- 00:30 Uhr)

Fährentag. Kurz nach 7 Uhr in Ornes auf das Schiff, das mich (und zahlreiche Autos) nach Vassdalsvik brachte.

Ein Schiff wird kommen

An Bord wollte ich schnell einen Kaffee trinken. Aber der Automat akzeptierte keine Visa-Karte. Nur Münzen. Zum ersten Mal überhaupt, seit ich in Norwegen unterwegs war, wurde Cash verlangt. Hatte natürlich kein Kleingeld. Also kein Aufwachkaffee.

32 Kilometer geradelt, schon wartete die nächste Auto-Fähre. Ein Haifisch-Monstrum. Irrsinnig – wie viel Geld Norwegen in die Brücken- und Fähren-Infrastruktur steckt. Aber anders ist dieses Insel-, Halbinsel-, Berg-Land nicht zu erschließen.

Wo hat der Haifisch seine Zähne?

Die Sonne kämpfte über der Wolkenschicht, um mich Norwegenfahrer zu grüßen und auch ein bisschen aufzuwärmen. Bekam aber kein Licht-Strählchen durch die grauweiße Totalblockade. Ich fror.

Erst heute fiel mir auf, dass das Meer in Norwegen nicht rauschte. Die Fjorde seenhaft ruhig.

Kann man Stille hören?

Alles, was ich hörte, war das summende Rollen meiner inzwischen völlig abgefahrenen Fahrradreifen.

Gibt es für jede Farbe einen Code? Wie unromantisch

Bizarre Spiegelungen an den Fjordenden. Ich hatte das Gefühl jeden einzelnen Fjord Norwegens auszufahren.

Gibt es für jede Stimmung ein Wort?

Schon bald wartete die dritte Fähre. Von Jektvik nach Kilboghamn. Sie fuhr lang.

Wieso wird Dampf zum lauten Ton?

Und kreuzte genau hier, an diesem grau-grünen Berglein den nördlichen Polarkreis.

Eine Weltkugel am fernen Ufer zeigte den genauen Punkt an.

Das halbe Schiff stapfte auf Deck, um sie (den weit weit entfernten “Punkt” auf der gegenüberliegenden Küstenwiese) zu fotografieren.

Dann noch mal 90 Kilometer bis nach Nesna. Ich hatte auf dem dortigen Campingplatz angerufen und gefragt, ob es noch ein Zimmer oder eine Hütte gäbe. Treffer. Das Problem: Die Rezeption schloss bereits um 19 Uhr, ich aber war noch 60 Kilometer entfernt und es war bereits 18:30 Uhr. Der Rezeptionist war supernett. Sagte, er würde die Tür zu dem Zimmer offen lassen und den Schlüssel aufs Bett legen. Ich solle mir keine Sorgen machen. Machte ich mir nicht.

Und (ich wiederhole mich) wieder hatte der Tag die höchste Schwierigkeit bis zum Schluss aufgehoben. Es ging steil auf rund 350 Meter hoch. Die meiste Zeit (1 Stunde) schob ich. Hatte keine Kraft mehr.

Auf dem Pass Stille Stille Stille. Kein Zikadenlärm (gibt’s hier gar nicht), kein Fledermausgefiepe (gibt’s hier gar nicht?), kein Eulenflügelschlag. Nichts. Stille. Die Sonne war untergegangen. Endlich wieder so etwas wie Nacht, auch wenn der Horizont feurig glühte.

Wieso ist die Welt so schön?

Unter mir lag Nesna

Ich musste nur noch rollen lassen.

Keine Fragen mehr

Und kam nach 150 Kilometer Strampeln eine habe Stunde nach Mitternacht an. Grandios erschöpft.

Tag 314 (13.07.2019) / Norwegen: Kobbelv -> Saltstraumen

Strecke: 107 km  (09:45- 20:00 Uhr)

Ja, genau. Man sieht nichts.

Schwarzes Ungeheuer

Meine GoPro nahm nur Schatten von mir auf und ich vermute, dass die Autofahrer, die mich überholten, auch nicht viel mehr von mir sahen, trotz angeschalteter Fahrradfunsel. Uffff. Jedesmal hatte ich ein wenig Schiss, mich in dieses Abenteuer zu werfen. Und es waren derer viele an diesem Tag.

Norwegen. Land der tausend dunklen Tunnel, der zehntausend Brücken und der hunderttausend rollenden Wohnungen. Die “Weiße Pest” nannten sie heimische LKW-Fahrer, die ihnen das zügige Arbeiten auf der Straße verunmöglichte. Durch rentnerisches Trödeln, Naturgaffen, Kolonnen-Verhalten.

Auch mir machten die oft schleichenden und manchmal doch rasenden Wohnmobile zu schaffen. Viel zu oft – vor allem in den Tunneln – fuhren sie auf Handbreite an mir vorbei. Offensichtlich konnten die Chauffeure die Ausmaße ihres Riesenbesitzes nicht richtig einschätzen. Sie fuhren ihre motorisierten Haus-Monster ja auch nur einmal im Jahr übers Land.

Irgendwann war es mir genug und ich bog von der Europastraße 6 ab. Mit ihr wäre ich zwar schnell Richtung Süden gekommen. Aber auf ihr brummte eindeutig zu viel Verkehr. Ich machte, dass ich wegkam vom norwegischen Autoput und bog nach Westen ab, direkt an die Küste. Ab jetzt war die ehemalige Reichsstraße 17 mein Fahrrad-Reich.

Das Wetter wie es halt ist: nieslig. Kalt. Landschaft in tiefen Wolken. Nur als ich in mein Ziel – Saltstraumen – einfuhr, gab es einen kleinen Lichtblick. Ich sah: Die Küste war völlig anders als bisher.

Die Leichtigkeit des Steins

Als würde der wässrigbraune Boden in der bläulich gefärbten Luft schweben.

Steine als Schwebepartikel

Tag 307 (06.07.2019) / Norwegen: Honningsvag -> Nordkap

Strecke: 53  km (hin und zurück)  (09:30 – 15:30 Uhr)

Yeah! Ich hab’s geschafft! Ich hab’s Nordkap erreicht.

Wobei: Ich hatte erhebliche Zweifel gehabt, ob mein Fahrrad das noch schaffen würde. In Stuttgart hatte ich es Tage vor der Tour noch einmal überholen lassen, war aber dort bereits gewarnt worden, dass Kette, Schaltung und diverses andere Zeug möglicherweise nicht mehr den Strapazen standhalten würden.

Und es sieht in der Tat nicht gut aus. Der Wehwehchen-Katalog meines Rennpferdes ist beachtlich: Bremsen ausgeleiert (und Öl verloren), Kette springt wild auf den Blättern herum, 1. Gang geht nicht mehr (obwohl ich an der Schaltung rumgeschraubt habe) und Vorderrad eiert und schleift am rechten Bremsbelag. Weit und breit keine Fahrradwerkstatt in Sicht.

Also hatte ich überhaupt keine andere Optionen als aufgeben (kurz vor dem Ziel) oder irgendwie durch.

Ich wählte die Variante zwei. Ließ sämtliches Gepäck (sogar das Werkzeug und sogar meine schwere Kamera) im Zimmer und begann – so “erleichtert”, aber doch bang – das Unternehmen.

Champion

Gleich hinter dem Campingplatz ging es auf 3 Kilometern heftig steil nach oben. 9 Prozent. Ich hatte mir vorgenommen, zur Not zu schieben, aber: Ohne das ganze Gepäck hatte ich überschüssige Kraft, sogar im 2. Gang den Anstieg auf 350 Meter zu meistern.

Keine Kleinigkeit

Schon zu Beginn der Tour – im Tal, über dem Campingplatz – lagen dunkle Wolken auf der Welt.

In der Tiefe liegt die Kraft

Sie regneten sich Gottseidank nicht ab. Wasser schoss nur aus den Felsen.

Immer noch lag Schnee am Wegrand.

Die Wolken ruhten sich auf der Straße aus. Es wurde kalt.

Die Sicht zunehmend schlechter. Als ich nach zweieinhalb Stunden Schufterei das Nordkap erreichte, konnte ich kaum die Hand vor meinen Augen sehen.

Auf Sicht fahren

Ich zog meine nassen Sachen aus, hing sie zum Abtropfen über mein Fahrrad.

Real champion

Lief vor zum Wahrzeichens des Nordkaps, schaute kurz in die Tiefe, in der nichts außer Wolken zu sehen waren …

Ausgeguckt

… und setzte mich ins Café des riesigen Touristenzentrums, kaufte mir ein Glas Sauvignon Blanc und eine belgische Waffel und dankte meinem Fahrrad, das es all diesen Unsinn mit mir gemeinsam geschafft hat.

Auch Champion

Tag 280 (01.10.2018)/ Dänemark: Aalborg > Aarhus

Strecke: 133 km (09:00 – 19:00 Uhr)

Aalborg: viertgrößte Stadt Dänemarks (115.000 Einwohner): Bestes Kneipenleben bis jetzt. Klasse Bars.

Tuschezeichnung

Ich hatte mich mit dem Pausentag gestern weitgehend von meiner Fahrrad-Erschöpfung erholt. Ließ mir Zeit – und brach gut gelaunt auf. Auch wenn der Morgen grau begann. (Morgengrauen halt – obwohl der Sonnenaufgang schon etwas länger zurück lag.)

Ich wählte den längeren Weg nach Aarhus. Wollte zuerst dem Kattegat einen Besuch abstatten.

Dänemark zeigte sich auf dem Weg dahin wie bisher auch: mit sauber aufgeräumten, mal platten, mal leicht welligen Landschaften.

Blau-Grün müssten eigentlich die Nationalfarben sein

Mit Bauernhöfen, die nicht einen Hauch von Gülle-Geruch ausdünsteten. (Wie machen die das? Ist das schon die virtuelle Landwirtschaft?)

Nicht mal Schweinegeruch dringt raus

Die Sone blinzelte immer wieder durch die schwere Wolkendecke, schob manchmal auch alles störende Weißgewusel kurzerhand ausm Himmel raus.

Die Kattegat-Küste unspektakulär.

Verschilft

Das Ostsee-Wasser zog sich etwas zurück und simulierte Nordseewatt.

Versumpft
Verglibbert

Schöne Schotterwege entlang der Küste.

Noch nicht ausgetrocknet

Dann kam der Regen, dann kam die Sonne. Ein etwas in die Knochen gehender Wechsel von kalt nach warm und zurück nach kalt.

Dafür aber immer wieder schöne LGBTQ-Regenbögen über nassglänzenden Straßen.

Wow-Effekt

Die Sonne lässt nach einem Regenguss die Landschaften strahlen und frisch gemähtem Grasduft verströmen. Ein Hauch von Magie, selbst wenn das Panorama eigentlich noch so langweilig ist.

Klarfarben

Es passierte nicht mehr viel bis Aarhus. Aber immerhin: Ich sah ein paar Dänen (Outdoor!).
Einen (weit weg und) von hinten:

Ordentlicher Auftritt

Er beteiligte sich an einer Treibjagd, trug eine Flinte und eine rote Mütze – wohl um nicht als Wildsau mit kapitalem Schuss erlegt zu werden.
Und zwei Dänen von oben:

Klinisch sauber

Sie angelten in einem überhaupt nicht nach Fisch und Fischer riechendem sauber geputzten Sonntagsbötchen.

Der auch! (Uff, jetzt wurden es ja richtig viele!)

Die Jugend macht's nach

Ich musste noch ein wenig kämpfen: Die Tagesdramaturgie hatte einen langen Schlussanstieg vorgesehen, kombiniert mit Gegenwind.
Als Gegenleistung erhielt ich eine schöne Schussabfahrt – rein in das quirlige Aarhus.
Und wie mich die zweitgrößte Stadt Dänemarks überraschte: pralles Leben. Hunderte FahrradfahrerInnen, die durch die engen Gassen der Altstadt surften.
Szenekneipen. Mexikanische, thailändische, dänische und französisch-belgische Restaurants.
Ich sättigte mich und ging noch spät 2 Absacker-Rotweine in einer Weinkenner-Bar trinken.
Ich war kurz vor Ladenschließung gekommen, mithin jetzt der einzige Gast und der Wirt beantwortete mir geduldig sämtliche meiner Fragen zu seinem Land.

Zum Hygge-Hype (Ja, in der Tat liebten es die Dänen (vor allem auf dem Land) bei sich in ihrer schön dekorierten Wohnung zu sein. Dorthin laden sie ihre Freunde ein. Viel seltener treffe man sich öffentlich sichtbar in Kneipen oder in einem Biergarten).

Ich wollte sogar wissen, warum selbst dänische Bauernhöfe fast aseptisch sauber wirken und kam schließlich noch zu einer Frage, die mir schon lange auf der Zunge lag: Dänemark ist hochpreisig, reich. Alles wirkt proper. Armut jedenfalls ist nicht sichtbar. Genau so wenig wie Fremde in den Straßen. Wenn das Land so zufrieden mit sich selbst ist (Hygge) – wieso driftet es politisch so scharf nach rechts?

Antwort des Wirtes:
Dänemark hat ein umfassendes Sozialsystem. Niemand landet hier auf der Straße. Es gibt ein gutes Nachbarschaftsverhältnis. Die Menschen passen gegenseitig auf sich auf. Und gibt es doch Probleme, springe der Sozialstaat ein.
Nun hätten aber viele Menschen Angst, dass Flüchtlinge nur zu ihnen kommen, um in das großzügige Sozialsystem zu migrieren und es damit für alle unbezahlbar zu machen. Diese Angst sei weit verbreitet. Es sei letztlich die Furcht, den eigenen Reichtum teilen zu müssen.

Unterkunft: 1 Apartment im Nebenbau des Hotels Ferdinand. Zentrum. Sehr gut gelegen. Sehr nettes Rezeptionspersonal. Gutes Restaurant.

Tag 118 (08.04.2016) / Italien: Campomarino -> Peschici

Strecke: 98 km. (09:30 – 18:30)

Das Ziel der letzten Tage war: dem grauen und nebligen Norditalien entkommen. Es bestand Aussicht auf Erfolg.
300 Kilometer war ich die letzten 3 Tage geradelt, immer gen Süden. Jetzt erreichte ich die Einfahrt zum Gargano. Dem italienischen Sporn.
Empfangen wurde ich dort von einer überlebensgroßen Figur des Padre Pio: der Nationalheilige des Südens.

Zerrupfter Heiliger

Er war noch in Grau gehüllt, aber am Horizont blitzten schon ein paar Lichter.
Die Sonne zerstach die Wolkendecke und ließ ahnen, in welch prächtige Landschaft ich hineinfuhr.

Gehöft am Meer

Der Beginn des Gargano war von zwei Lagunen geprägt, in denen Fischerboote auf ihren Einsatz warteten.

Comes a time
Flottenstrategie 1
Flottenstrategie 2

Schließlich verließ ich das Flache. Und es wurde anstrengend. Schnell (oder auch nicht) gewann ich an Höhe.

Die Küste wurde aufregend. Die Sonne kämpfte noch mit ihrem Versprechen, mich mit Licht zu versorgen.

Wald, Wiese, Meer

Rodi Garganico, ein kleines wildes Städtchen, lag noch im Tiefschlaf. Es war mir fast unmöglich meinen Nachmittagswein zu organisieren. Ein Ort für schönere Tage! Irgendwann mal wieder.

Schließlich aus der Ferne meine Ziel fixiert: Peschici. Stadt auf den Klippen.

Wald, Klippe, Stadt
Wald, Klippe, Stadt, Meer

Traumhaft schön. Eine Altstadt zum verlieben. Auch wenn ich nur kurz das Vergnügen hatte, durch die engen Gassen zu schlendern.

Der Himmel öffnete sämtliche Schleusen und ließ Regen niederprasseln, der jeden anständigen Menschen (und auch die Nichtanständigen) nach Innen trieb. Ich freute mich. Die Luft würde morgen klarer sein. Der Frühling würde beginnen!

Unterkunft in Peschici: “B&B Albergo Celestina”. Altstadteingang. Ist eigentlich ein großes Restaurant. Vermietet aber auf B&B Basis auch einige Zimmer. Sehr geräumig. Balkone. Teilweise Blick aufs Meer. Restaurant auf Großbetrieb eingestellt. Trotzdem gemütlich. Große Terrasse mit Meersicht! (50 Euro mit Frühstück.) Fahrrad in Innenhof abgestellt.

Tag 103 (10.11.2015) / Frankreich: Le Tréport -> Boulogne-sur-Mer

Strecke: 104 km (09:30 – 17:10)

Novembergrau setzte sich durch. Schon der Morgen zeigte die ganze Tagesrichtung an: keine Sonne, schwere Wolken, Null Sicht. Es kam mir zupass. Mein Tagesziel: weit kommen.

Treport=3 Häfen?

Le Tréport über die Brücke zum Nachbarort verlassen.
Im schmucken Badestädtchen Mers-les-Bains kurz Kaffee getrunken (Café allongé) und dann los.

Puppenstube

Nichts gesehen, nichts erlebt, selten angehalten. Nur einmal, um meine Mittagsstärkung einzunehmen (1 Glas Sauvignon).

Der Abend kam und war wie der Morgen: grau.

Normannischer Friedhof mit Kirche, Burg und Gräbern

Rechtzeitig Boulogne-sur-Mer erreicht. Wieder war ich überrascht wie schön (mittelalterlich) der Stadtkern (Festung) ist. Ein paar belebte Weinkneipen. Massenweise Briten unterwegs. Sie kommen in Scharen. Die Insel liegt ja auch in Spuckentfernung – und von Boulognes großem Hafen gehen Fähren ab.

Unterkunft in Boulogne: “Hotel Les Gens De Mer”. Zentrumsnah. Hotelblock. Etwas runtergekommen, aber sauber. Höflicher und flotter Empfang. (42,50 Euro ohne Frühstück.) Fahrrad in Kammer abgestellt.

Tag 91 (29.10.2015) / Frankreich: Morlaix -> Ploumana’h

Strecke: 50 km (09:30 – 14:00)

Zum ersten Mal in voller Regenmontur unterwegs. Den ganzen Morgen kübelte es auf mich nieder.
Mir blieb nichts anderes übrig, als stoisch vor mich hinzufahren.

Ich wollt ich wär imprägniert

Erst bei Ankunft im Küstenort Ploumana’h beruhigten sich die schwarzen Wolken.
Zwei Stunden später ein kleines Wunder: Die Sonne brach sich Bahn.
Und vor mir lag die schönste Küste der Bretagne: Die Côte de Granit Rose.

Wie angemalt
Das könnte auch ein Nationalpark in den USA sein
Das kann nur Europa sein
Aufgetürmtes Rosé
Zungenspiel?
Misstrauischer Steinblick

Unterkunft in Ploumana’h: Hotel De l’Europe. Klasse gelegen. Ein paar Meter vom Weg zur rosa Granit-Küste. Sehr gemütliche Zimmer. Sehr bemühte Portiers. Sehr zufrieden. (57 Euro ohne Frühstück.) Fahrrad in Abstellkammer untergebracht.

Tag 9 (21. 9. 2014) / Spanien: Luarca -> Ribadeo

Strecke: 51 km (9:45 – 14:45)

Luarca lag schön im MilchMorgenLicht.

Der erste Herbsttag: grandios. Warm, sonnig.

Die Straßen leer (Sonntag), die Strände mit Einheimischen bevölkert.
Touristen sah ich kaum noch, nicht einmal mehr Pilger.

Tapa de Casaregio
Asturien
Castropol
Ribadeo

Erst als ich Ribadeo erreichte, hatte auch die Sonne genug vom Tag und zog sich hinter Wolken zurück.

Ribadeo

Das Städtchen nett und ein wenig langweilig.
Selbst im Zentrum viele repräsentative Häuser vernachlässigt. (Ist hier die Krise zu spüren?)

Ribadeo
Dogville

Hotel in Ribadeo: “La Balastrera”. Irres ,kleines, familengführtes Hotel im Kolonialstil mit großem Garten im Hinterhof. Wunderschöne Aufenthaltsräume und geschmackvoll eingerichtete Zimmer. Allerdings eine etwas wunderlich und schon aufreizend langsame Hausdame. Auch hier wieder nur 35 Euro bezahlt. (Langsam wundere ich mich über die niedrigen Hotelpreise.)